Früh übt sich: Die jungen Bläser der Musikschule werden beim Instrumentalunterricht von der Stadtkapelle unterstützt. Doch auch im Wechsel funktioniert die Kooperation.
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Früh übt sich: Die jungen Bläser der Musikschule werden beim Instrumentalunterricht von der Stadtkapelle unterstützt. Doch auch im Wechsel funktioniert die Kooperation.

Große Konzerte geplant

Kooperation zwischen Musikschule und Stadtkapelle ebnet Weg für den Nachwuchs

  • VonDieter Deul
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Gemeinsam wollen sich jetzt die Musikschule und die Stadtkapelle um die Nachwuchsförderung der Bläser kümmern. Geplant sind zwei Musikklassen an Grundschulen, ein größeres Angebot für Instrumentalunterricht und als Ziel ein großer gemeinsamer Konzertauftritt der Bläser, Streicher und Chöre.

Bereits seit vielen Jahren arbeitet die Musikschule mit der Stadtkapelle zusammen, doch nun soll es enger werden. Ein Kooperations-Vertrag wurde am Dienstag, 14. Februar, für die Stadtkapelle von Alexander Fry und Maike Jordan und für die Musikschule von Jürgen Werner und Claudia Hölbling unterzeichnet. Der soll für beide Partner mehr gemeinsame Ausbildungs- und Auftrittsmöglichkeiten bieten.

So gibt es an der Musikschule für Bläser nur das Schüler-Orchester. Jüngeren Nachwuchs schickte man zu den Mini-Bläsern der Stadtkapelle. Umgekehrt gibt es bei der Stadtkapelle nur zwei Lehrer für Instrumente. Darüber hinaus werden die 40 Kinder der Stadtkapelle zur Musikschule geschickt. Dort werden 136 Bläser unterrichtet.

Eine Zusammenarbeit gebe es schon seit über 20 Jahren, sagt Claudia Hölbling (39), die im November die kommissarische Leitung der Musikschule Bad Vilbel/Karben übernommen hat. Der Vertrag ihres Vorgängers Martin Förster wurde ohne nähere Angabe von Gründen vorzeitig aufgelöst, was an der Musikschule große Aufregung verursacht hatte.

Mehr Möglichkeiten

Mit der Stadtkapelle hatte die Musikschule bereits seit über 20 Jahren Verbindungen, „allerdings waren die Verwaltungsabläufe nicht immer klar und der Informationsfluss nicht immer perfekt“, so Hölbling. Dies wird nun mit der neuen Regelung anders. Stadtkapellen-Schüler melden sich einfach an der Musikschule an und werden von der Stadtkapelle in ihrem Instrumentalunterricht unterstützt.“ Die Musikschule tritt auf der anderen Seite in der Ensemble-Arbeit noch mehr an die Seite der Stadtkapelle. Die Stadtkapellen-Musiker haben dadurch viel mehr Möglichkeiten für Instrumentalunterricht und die Musikschüler erhalten mehr Gelegenheiten für Probenfahrten und Auftritte.

„Das sichert der Stadtkapelle die Nachwuchsarbeit“, sagt Alexander Fry, der Erste Vorsitzende der Stadtkapelle. Aber auch die Musikschule profitiert. Sie kann ihre Bläser-Schüler jetzt in die Vorklasse der Stadtkapelle schicken, wo sie in ein bis anderthalb Jahren zur Orchesterreife gelangen und ins Schülerorchester einsteigen können. Durch die Kooperation soll bei den Angeboten nichts eingespart werden, betont Hölbling. Es gehe nur um mehr Vielfalt – auch an den Grundschulen. Schon jetzt bietet die Musikschule an der Regenbogenschule eine Bläserklasse an. Mit der Stadtkapelle als Partner soll das schon ab dem kommenden Schuljahr 2017/18 an zwei weiteren Grundschulen ermöglicht werden.

Je 16 bis 20 Dritt- und Viertklässler könnten dann an zwei Standorten unterrichtet werden. Wo, das versucht Hölbling derzeit in Gesprächen mit den Schulen zu klären. Dabei stellt sich auch die Frage nach der Finanzierung der nötigen Klassensätze an Instrumenten. Hölbling ist überzeugt, das aus dem bestehenden Fundus von Schule und Kapelle bestreiten zu können, hofft aber auch auf großzügige Sponsoren. In den Bläserklassen wird es dann zwei Musikstunden wöchentlich geben: Parallel werden dabei Instrumente und das Musizieren im Orchester geprobt.

Hilfe im Unterricht

Doch Fry und Hölbling haben noch größeres vor. Bald stehen zwei Jubiläen an. 2018 wird die Stadtkapelle 135 Jahre alt, 2019 feiert die Musikschule ihren 50. Geburtstag. Dazwischen soll es ein sehr großes Konzert geben, bei dem Chöre, Bläser und Streicher in einem gemeinsamen Konzert auftreten werden. Dafür gebe es entsprechende Kompositionen, sagt Hölbling.

Seit Dezember gibt es noch eine weitere Kooperation der Musikschule mit dem Kultusministerium und dem Schulamt in Friedberg. Weil es an der Groß-Karbener Pestalozzi-Schule zu wenig Musiklehrer gibt, übernehmen zwei Musikpädagogen der Musikschule jeweils eine Wochenstunde für die fünf ersten und zweiten Klassen, berichtet Hölbling. Inzwischen haben auch die Grundschule Petterweil und die Bad Vilbeler Saalburgschule Interesse an einer pädagogischen Unterstützung angemeldet.

Das Jahreskonzert der Stadtkapelle findet am Samstag, 25.März, um 19.30 Uhr und am Sonntag, 26. März, um 17 Uhr im Kultur- und Sportforum Dortelweil statt

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