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Malerin Gisela Stein und Fotografin Angelika Rahmsdorf mit Arbeiten, die sie in der Galerie der Alten Mühle präsentieren werden.

Veranstaltungsreihe

Kunst mit allen Sinnen erleben

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Drei Höhepunkte an nur einem Tag: Das verspricht die beliebte Veranstaltungsreihe „Kunst-Genuss-Kino “ zum neunten Mal Fans und Besuchern. Der Vorverkauf hat begonnen.

Kunst, Genuss und Kino – alle zwei Jahre gibt es ein Fest für die Sinne in der Alten Mühle. Bald ist es wieder soweit: Am 11. Februar (Sonntag) dreht sich ab elf Uhr wieder alles ums Schauen, Staunen, Genießen und miteinander ins Gespräch kommen. Initiiert hat die bei Bürgern beliebte Veranstaltungsreihe der örtliche Kunstverein. Das Restaurant-Café in der Alten Mühle und das Kino Alte Mühle sind als Veranstalter mit dabei.

Zur Einstimmung zeigt Dennis Di Rienzo die amüsante Komödie „Fasten auf Italienisch“ von Regisseur Olivier Baroux. In ihr thematisiert er mit hintersinnigem Witz den ganz alltäglichen Rassismus. Hauptdarsteller Kad Merad spielt den „falschen Italiener“ Dino. In Wirklichkeit heißt Dino Mourad Ben Saoud, ist arabischer und nicht italienischer Abstammung. Sein Doppelleben hat Mourad gewählt, um anti-arabischen Ressentiments aus dem Weg zu gehen.

Er arbeitet als Autohändler in Nizza und genießt sein Leben. Weder sein Vorgesetzter noch seine Freundin Hélène kennen die Wahrheit. Nur seine Schwester weiß von seinem Leben zwischen drei kulturellen Identitäten. Seine in Marseille lebenden Eltern glauben, dass er in Italien arbeitet. Die Fassade beginnt zu bröckeln und die Probleme beginnen, als der nicht praktizierende Muslim Mourad für seinen kranken Vater den Ramadan begehen soll.

Ob und wie es dem lebenslustigen Gigolo und souveränen Geschäftsmann gelingt, seinen Lebensstil mit den Anforderungen des Ramadan in Einklang zu bringen, können die Zuschauer auf der Leinwand verfolgen. Danach können sich alle bei einem orientalischen Imbiss, den das Restaurantteam offeriert, über Dino und seine Eskapaden unterhalten.

Doch der Film liefert nicht nur Anregungen für den Imbiss, sondern auch für die Ausstellung in der Galerie der Alten Mühle. Hier zeigen 13 Künstler Maler, Fotografen, Keramiker und Schmuckdesigner ihre vom Filmthema inspirierten Werke. Zu ihnen gehören die Malerin Gisela Stein und die Fotografin Angelika Rahmsdorf. „Ich war anfangs ganz ratlos“, erinnert sich Gisela Stein. Sie rätselte, wie sie die am Beispiel Dinos gezeigte Integrationsproblematik und das Dilemma der zwischen verschiedenen Kulturen lebenden Menschen angemessen künstlerisch umsetzen kann.

Das Ergebnis ihrer Suche sind mehrere mit Acrylfarben gemalte Porträtserien. Eine zeigt Porträts von Asylbewerbern und Eingewanderten. Die zweite zeigt Dino und seine Freundin Hélène, gemalt in Grün, Weiß und Rot, den Farben der italienischen Flagge. Im unteren Drittel der Hochformate lauern in Form skizzierter Kollegen Gefahren für Dinos Doppelleben.

In der dritten Serie korrespondiert schließlich ein Januskopf als Symbol der Zwiespältigkeit mit einem Maserati-Lenkrad und schemenhaft gezeichneten Silhouetten von Mitbürgern.

Aus anderen Blickwinkeln hat sich Fotografin Angelika Rahmsdorf dem Thema genähert. Sie verknüpft Erotik mit analoger Schwarzweißfotografie. Modell standen ihr dabei Kunstwerke und Skulpturen aus Schlössern, Gärten und Parks, die sie im Ganzen und en Detail abgelichtet hat.

Auch das Fasten ist bei ihr ein großes Thema. Illustriert hat sie es unter anderem mit einem großen Teller, auf dem nur wenige Spaghetti den freiwilligen Verzicht auf Fülle und Völlerei symbolisieren.

Die verschiedenen

Glaubensrichtungen

thematisiert die Vilbeler Fotografin anhand von Innenansichten aus christlichen Kirchen wie dem über 1200 Jahre alten Aachener Dom. „Er ist ein durch viele Stilepochen beeinflusstes Bauwer. Sein Bauentwurf ist an byzantinische Vorbilder ange-lehnt, womit sich der Kreis zu anderen Sakralbauten wie Moscheen schließt.“

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