Ärger in Bad Vilbel

Landwirte sauer: Autos auf Radstrecke unterwegs

Im Frühjahr diesen Jahres wurde der Wirtschaftsweg zwischen der L 3008 und Dortelweil saniert. Der Weg dient der Zufahrt zum Dottenfelderhof, führt dann über die Bahnschienen der Niddertalbahn zum Dortelweiler Sportplatz. Doch auch wenn Fahrradfahrer den Weg nun wieder problemlos befahren können, sorgt der frisch asphaltierte Weg für ein ganz neues Problem.

Seit diesem Frühjahr ist der Wirtschaftsweg zwischen Dortelweil und der L 3008 wieder befahrbar. Zuvor war die Strecke für Fahrradfahrer aufgrund zahlreicher und recht tiefer Schlaglöcher teils gefährlich, nun jedoch können sie ihn wieder bedenkenlos benutzen.

Doch locken gut befahrbare Straßen eben auch Autofahrer an: Ein Leser dieser Zeitung gab vor kurzem den Hinweis, dass die Straße zwischen Landstraße 3008 und dem Dortelweiler Sportplatz vermehrt als Schleichweg genutzt wird.

Bis ins Bad Vilbeler Rathaus ist diese Beobachtung noch nicht vorgedrungen. „Uns liegen dazu keine jüngeren Zahlen vor“, sagt Stadtsprecher Yannick Schwander. „Bisher ist uns die Straße auch nicht als ein vielbefahrener Schleichweg bekannt“, sagt er. An solchen würde die Stadt regelmäßig Kontrollen durchführen.

Doch überlegt Schwander: „Möglicherweise haben aber in letzter Zeit mehr Autos diesen Weg genutzt, weil die Brücke zwischen Bad Vilbel und Dortelweil gesperrt war.“ An eine Sperrung des Weges wolle man aber noch nicht denken. Zudem entspreche es nicht der Politik des Magistrats, eine Straße direkt zu sperren, zumal das den Rad- und Fußgängerverkehr beeinträchtigen würde.

Doch wird Schwanders Vermutung, dass der Schleichverkehr durch die Brückensperrung stark angestiegen ist, von Margarethe Hinterlang, Sprecherin und Landwirtin auf dem Dottenfelderhof, gestützt: „Es fahren seit Neuestem viel mehr Autos den Weg entlang nach Dortelweil“, erklärt sie auf Anfrage dieser Zeitung. Das beobachte sie besonders seit Beginn der Brückensperrung. Und auch wenn diese mittlerweile längst aufgehoben ist, herrsche auf dem Wirtschaftsweg deutlich mehr Schleichverkehr als früher.

„Ich verstehe, dass man den Weg durch die Stadt so abkürzen will. Aber das ist wirklich nicht gut“, findet Hinterlang. Schließlich führe der Wirtschaftsweg direkt durch den Hof: „Das ist ja unsere Arbeitsfläche“, klagt sie. „Wir müssen ständig mit Schubkarren oder Geräten über die Straße gehen. Da stört der Verkehr schon sehr.“

Bisher habe man immer problemlos den Weg kreuzen können, doch dieser Tage seien Blicke nach rechts und links unausweichlich. „Hinzu kommt nämlich, dass viele der Fahrer, die den Schleichweg nutzen, die Straße ziemlich schnell entlangbrettern. Dabei laufen hier nicht nur ständig Hofmitarbeiter über den Weg, es sind ja auch viele Kinder unterwegs“, merkt die Hofsprecherin an. „Außerdem werden die Fahrer dann oft auch noch böse, wenn Fahrzeuge oder Arbeitskräfte den Weg kurzzeitig blockieren.“

Die Sperrung der Straße, findet Margarethe Hinterlang, wäre eine Idee wert, sollte sich die Lage nicht von alleine bessern: „Das wäre dann vielleicht nicht verkehrt“, sagt sie.

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