Giftköder ausgelegt

Der Tod lauert im Hackfleisch-Klops

Auch im beschaulichen Bad Vilbel sind Hunde Gefahren ausgesetzt, auch wenn das nur sehr wenige sind. Dennoch müssen Hundebesitzer vorsichtig sein. Schließlich verursacht das Thema Giftköder regelmäßig Panik unter Haltern von Vierbeinern.

Von NIKLAS MAG

Im November 2015 war der Hund einer Dortelweiler Familie nach einem Feldspaziergang plötzlich verstorben. Die Familie möchte anonym bleiben, berichtet jedoch von einem sehr elenden Tod ihres Tieres.

Ob wirklich ein Giftköder Schuld war, ist ungeklärt, oft bleiben nichts als Vermutungen, wie Caroline Klopf aus Dortelweil weiß. Sie selbst studiert Tiermedizin, ist mit Hundehaltern in der Region vernetzt und kümmert sich außerdem um die Hundekot-Beutelstation in Dortelweil-West. „Unter Hundebesitzern gehen solche Horrorgeschichten natürlich immer schnell um“, erklärt die Hundehalterin.

„Diese Mundpropaganda hat natürlich den großen Nachteil, dass unter Hundebesitzern schnell Panik ausbricht und die Tatsachen schließlich nicht mehr klar nachzuvollziehen sind. Es gibt wohl kaum ein Thema, das so viel Panik unter Tierhaltern auslösen kann“, weiß die angehende Medizinerin. Deshalb sei es absolut unerlässlich, Giftköderfunde an das Ordnungsamt zu melden. Denn nur so könnten wirkliche Gefahren von Gerüchten über Funde getrennt werden.

Warum Giftköder ausgelegt werden, kann sie sich selbst auch nicht erklären: „Diese Köder werden bewusst ausgelegt, es handelt sich also nicht um fehlplatzierte Fallen für Wildtiere. Das Motiv solcher Menschen ist kaum nachzuvollziehen“, sagt Klopf.

Auch könnten Köder in verschiedensten Formen in Erscheinung treten: „Es kann sich um Würstchen oder auch Hackfleisch handeln, das mit Rattengift oder einfach mit spitzen Gegenständen versetzt worden ist“, berichtet sie. Sie selber höre nur selten von Giftködern in der Wetterau, noch seltener gebe es bestätigte Funde.

„Es gibt da Regionen in Deutschland, wo das Thema viel brisanter ist als hier bei uns“, sagt Klopf. Tatsächlich liegen auch der Polizei in Bad Vilbel sowie der Ordnungspolizei keine Anzeigen oder gar Funde vor, wie die Pressesprecherin der Polizei Friedberg Sylvia Frech erklärt. In der Dortelweiler Tierarztpraxis von Roger Wagner und Arno Rach wurde ebenfalls nie ein vergifteter Hund bekannt oder angezeigt. An Rattengift könne man problemlos und auch ohne Giftschein herankommen, erklärt Roger Wagner.

Caroline Klopf weiß, was zu tun ist, sollte der eigene Hund sich nach einem Spaziergang merkwürdig verhalten und kränkeln: „Natürlich hilft in so einem Fall nur der schnelle Gang zum Tierarzt“, sagt sie. Bei einem bestätigten Tod durch Gift müsse die Polizei unbedingt informiert werden.

Sollte auf eine Obduktion verzichtet werden oder aus anderen Gründen nur ein Verdacht auf Vergiftung bestehen, helfe die kostenlose Smartphone-App „Giftköderradar“. Sie versorgt Halter mit neuesten Nachrichten zur Sicherheit der Vierbeiner, außerdem hilft eine integrierte Karte, bestätigte und auch unbestätigte Giftköderfunde für andere Hundehalter zu markieren.

Das Thema bleibt für Hundebesitzer ein Dauerbrenner. Doch sollte eine gesunde Vorsicht wohl nicht in Panik umschlagen.

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