Eiserne Hochzeit feiern die Eheleute Ina und Josef Rubin.
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Eiserne Hochzeit feiern die Eheleute Ina und Josef Rubin.

65-jähriges Ehe-Bestehen

Ein Leben für Schule und Partnerschaft

  • VonChristine Fauerbach
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Heute vor 65 Jahren gaben sich Ina Reichert und Josef Rubin in der evangelischen Kirche von Nieder-Gemünden (Felda) das Jawort. An Trennung hat das Paar nie gedacht: „Wir waren glücklich, hatten Höhen und Tiefen, wie es sie in jeder Ehe gibt. Unser Eheversprechen haben wir bis heute gehalten.“

Die Pfarrerstochter aus Nieder-Gemünden hatte nach der Schule Erzieherin gelernt. Den aus Würbenthal im Altvatergebirge (Sudetenland) stammenden Josef Rubin lernte sie 1949 durch ihren Bruder Lutz kennen. „Unser Zusammentreffen war reiner Zufall.“ Nach der Hochzeit zog das junge Ehepaar nach Groß-Eichen in den Vogelsberg, wo Josef Rubin als Volksschullehrer unterrichtete.

„Unsere Kinder Volker, Eva und Herwig haben das Landleben geliebt. Sie waren sehr traurig, als wir 1963 in unser Haus auf den Heilsberg zogen. Margit war noch ein Baby“, erzählt Josef Rubin. Heute gehören zur Familie die Partner der Kinder sowie 15 Enkel und fünf Ur-Enkel. „Ich freue mich immer, wenn unsere Kinder und Enkel mit ihrem Nachwuchs zu uns kommen. Leider wohnt keines in der Nähe“, berichtet Ina Rubin.

Im Alter einsamer

Nach Bad Vilbel zog die Familie, weil Josef Rubin Rektor der Ernst-Reuter-Schule (ERS) wurde. „Wir hatten damals 1000 Schüler. Ich habe den dreizügigen Realschulzweig aufgebaut. Die Veränderungen an der ERS tun mir weh.“

Ina Rubin war jahrelang mit der Erziehung der Kinder, Kochen, Waschen, Putzen und Gartenarbeit ausgelastet. Heute liest sie wie ihr Mann gerne historische Bücher und Biografien oder hört Musik. Zum Fitnessprogramm der 88-Jährigen gehören tägliche Spaziergänge. Josef Rubin kann wegen Knieproblemen nur noch kurze Strecken gehen. „Viele Bekannte sind inzwischen verstorben. Man wird dadurch im Alter einsamer. Ich bin inzwischen der Älteste in meiner Familie“, sagt der 91-Jährige.

„Mit zunehmendem Alter lebt man stärker in Erinnerungen, weniger in Planungen und Utopien“, sagt Rubin. Sie kümmert sich um Haushalt und Kindererziehung, hielt ihrem Mann viele Jahre lang den Rücken frei für seine Karriere und ehrenamtliches Engagement als Pädagoge, Schulleiter, Politiker und Geschichtsforscher.

Bildungs- und Lokalpolitik

Rubin war Schulrat in Rüsselsheim, Ministerialrat im Wiesbadener Kultusministerium und half von 1994 bis 1995 Kollegen im Kultusministerium Magdeburg bei der Ausarbeitung einer neuen Schulregelung. In Bad Vilbel engagierte sich der Sozialdemokrat zwölf Jahre lang als ehrenamtlicher Stadtrat. Er war dort vier Jahre Stadtverordneter und neun Jahre Stadtverordnetenvorsteher sowie Kreistagsmitglied.

„Mit Bürgermeister Erich Glück habe ich Gronau, Dortelweil und Massenheim eingemeindet“, sagt der Träger der Goldenen Ehrennadel der Stadt Bad Vilbel und des Bundesverdienstkreuzes. Gefeiert wird im engsten Familienkreis allein mit den vier Kindern.

(fau)

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