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Polizei

So lief der Polizeieinsatz auf der Vilbeler Drogenplantage ab

Die Cannabis-Plantage in der Bad Vilbeler Parkstraße bereitet den Ermittlern von Kripo und Landeskriminalamt mächtig Arbeit. Am Freitag waren sie schon den dritten Tag hintereinander im Einsatz. Die Straße wurde zum Sperrbezirk erklärt.

Als „sehr aufwendig“ bezeichnet der Leiter der Gemeinsamen Ermittlungsgruppe Rauschgift (GER) den Einsatz in der Parkstraße. Dafür hat der Mann, der aus Sicherheitsgründen namentlich nicht genannt werden möchte, auch allen Grund. Denn bereits den dritten Tag hintereinander waren die Beamten in dem Haus in der Bad Vilbeler Parkstraße im Einsatz.

Die GER ist eine Abteilung des Landeskriminalamtes Wiesbaden und besteht aus Mitarbeitern der und des Zolls. Nach einem anonymen Hinweis und monatelangen Recherchen hatten zunächst Beamte des Rauschgiftdezernats bei der Friedberger Kriminalpolizei am Mittwochabend drei Männer festgenommen, „die dort gelegentlich auch gewohnt haben“, so der GER-Chef. Bei einem der Festgenommenen handelte es sich laut der Pressemitteilung des Landeskriminalamtes (LKA) vom Freitag um den Hauseigentümer.

Die mutmaßlichen Täter sind nach Angaben des LKA 45 und 57, der Hauseigentümer 39 Jahre alt. Da das Ausmaß der Plantage auch die erfahrenen Rauschgiftfahnder überrascht habe, hätten sie die GER verständigt.

Am Donnerstagmorgen rückten dann diverse Fahrzeuge des LKA mitsamt Lastwagen und einem Kleinbus mit Anhänger an. Der Leiter der GER erklärt gegenüber dieser Zeitung vor Ort den Einsatz: Zunächst erfolge die Dokumentation mittels Kamera, der Tatort werde analysiert, die Spuren gesichert. Im Rahmen der Beweissicherung seien auch Pflanzenproben sichergestellt worden.

Ausgerüstet mit vollen Schutzanzügen gingen die Beamten der GER und der Friedberger Kripo sowie rund zehn Helfer der Freiwilligen Feuerwehr Bad Vilbel ins Haus, schnitten die Pflanzen ab und packten sie in Säcke. Während des Einsatzes belüftete die Feuerwehr die alte Villa, aus der ein markanter Geruch strömte.

Diejenigen, die diese Plantage angelegt hatten, verstanden offenbar ihr Handwerk. „Für die Pflanzen herrschten in dem Haus optimale Bedingungen“, sagt der GER-Leiter. Dazu sei ein System aus Beleuchtung, Belüftung und Bewässerung angelegt worden. „Im ganzen Haus sind Schläuche verlegt worden.“ Außerdem seien sämtliche Fenster verhängt worden. Mit Hilfe dieses Systems sei ein feucht-warmes Klima erzeugt worden. Die Pflanzen seien zwischen 1,50 bis 1,80 Meter hoch. Die mutmaßlichen Täter hätten „Pflanzen mit hohem Wirkstoffgehalt“ gezüchtet. Die Spitzen seien voller Dolden gewesen.

Nach Angaben der zuständigen Staatsanwaltschaft in Frankfurt hätten diese Pflanzen rund 100 Kilo Rauschgift ergeben. Während die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Nadja Niesen, die Zahl der gefundenen Pflanzen zunächst auf rund 3800 bezifferte, korrigierte der Sprecher des Landeskriminalamtes, Christoph Schulte, nach der Zählung im Lkw die Zahl auf etwa 2500 nach unten.

Papiersäcke mit den Pflanzen wurden zwecks Beweissicherung zunächst in einen Anhänger gepackt, danach auch die zerstörte Plantage in einen großen Lastwagen. „Heute wird zunächst das Rauschgift abtransportiert“, sagte der Leiter am Donnerstag. Bis in die Nacht waren die rund 20 Kräfte damit beschäftigt. Die Vilbeler Feuerwehr leuchtete den Tatort aus.

Am Freitag wurde die Parkstraße zeitweise voll gesperrt, weil ein großer Übersee-Container dort hin musste, der mehrmals befüllt wurde. Und zwar mit den gesamten Beleuchtungs-, Belüftungs- und Bewässerungssystem aus dem Haus. Der Haftrichter erließ am Freitag Haftbefehl gegen die Männer.

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