Stadtleben

So lief das Sommerfest in der Frankfurter Straße

Die Sonne scheint und warm ist es auch. Nicht zu heiß, sondern recht angenehm. Was für ein perfekter Rahmen für das Straßenfest in der Frankfurter Straße in Bad Vilbel. Zahlreiche Besucher nutzten den Sonntag um über die Straße zu flanieren, zu essen, Vereine kennenzulernen und Live-Musik zu hören. Gerade in die bedrohten Randbereiche der Straße werden durch das Fest belebt.

Von weitem ist die Musik schon zu hören. Musik – kein Autolärm. Ungewohnt für Ohren, deren Träger die Frankfurter Straße sonst an normalen Tagen entlang läuft. Einiges los ist bereits vorne, direkt am Alten Rathaus. Die Rathausbrücke hat die Polizei abgesperrt, kein Fahrzeug kann passieren. Somit hat Metzgermeister Jochen Lukarsch mit seiner Metzgerei genug Platz, um eine breite Außengastronomie aufzubauen. Vor der Theke stapeln sich am frühen Nachmittag die hungrigen Straßenfestbesucher. „Das Wetter ist natürlich super. Die Leute sind in guter Laune, spazieren zu gehen und man trifft Menschen, die man nur dieses eine Mal im Jahr sieht“, schwärmt Jochen Lukarsch von dem gut besuchten Fest, direkt vor seiner Ladentür.

„Wir bauen jedes Jahr diese Außengastronomie auf. Das ist eine Menge Arbeit, ich glaube, ich habe drei Stunden geschlafen letzte Nacht“, erwähnt er. Zwar mache seine Metzgerei an diesem Sonntag durch das Straßenfest einen gewissen Umsatz, doch stehe dieser nicht im Verhältnis zum geleisteten Aufwand seines Teams. „Aber es ist Werbung“, betont Lukarsch. Schließlich würden Menschen, die sonst nur am Niddaplatz ihre Einkäufe erledigen, die Frankfurter Straße so noch einmal ganz anders kennenlernen, findet er. Die Geschäfte an den beiden Enden der Frankfurter Straße klagen immer wieder über fehlende Kunden.

„Ich finde, die Neue Mitte ist ganz wichtig für die Stadt. Aber auch die obere und untere Frankfurter Straße sollte man nicht vergessen.“ Bad Vilbel sei gut aufgestellt, was den Einzelhandel angehe, sagt der erfahrene Metzgermeister. „Die Leute müssen es eben nur sehen.“ Sehen und gesehen werden – das wünscht sich auch die Feuerwehr Bad Vilbel. Der stellvertretende Stadtbrandinspektor Josef Achmann hat den Blick in die Höhe gerichtet, genau wie zahlreiche Besucher. Denn auf einem etwa 50 Meter hohen Baukran am ehemaligen Schleenbäcker-Gelände, direkt über der Frankfurter Straße, spielt sich Erstaunliches ab. „Höhensicherungsübung“, sagt der Feuerwehrmann. „Es kann ja immer sein, dass jemand auf einem Baukran Hilfe benötigt. Diesen müssten wir dann sichern und retten.“

Während die Feuerwehrleute auf Höhe des Führerhäuschens des Krans warten, klettert einer ihrer Kollegen immer weiter nach vorne, in Richtung Spitze des Kranarms. „Der Kollege sichert sich ab und spannt eine Leine, so dass auch die anderen sich an dieser absichern können“, weiß Achmann. „Der Verletzte kann dann, sobald alles gesichert ist, herabgelassen werden.“ Auch das wolle man beim Straßenfest demonstrieren.

„Für uns ist das eine tolle Sache heute. Wir stehen an sehr prominenter Stelle, mitten auf dem Fest, haben die Möglichkeit an diesem Kran zu üben, den uns die Firma zur Verfügung gestellt hat, und können den Bad Vilbelern außerdem zeigen, was die Feuerwehr alles kann“, freut sich der stellvertretende Stadtbrandinspektor. Den Lehrgang für die Höhenrettung haben in Bad Vilbel verschiedene Feuerwehrleute aus allen Stadtteilen absolviert. Etwas ruhiger geht es am Stand der Kampfschule Kick-Point zu. „Wir sind seit über zehn Jahren hier, haben aber noch weitere Standorte“, sagt der Leiter Eric Liekam.

Ein Drachen-Maskottchen begeistert vorbeikommende Kinder, Zuckerwatte gibt es auch. „Wir bieten viele Kurse für Kinder, aber auch für Erwachsene an“, erklärt Liekam. Gerade für Kinder sei Karate gut, um das Selbstbewusstsein zu stärken und Selbstverteidigung zu trainieren. Das Straßenfest sei eine tolle Plattform, um sich zu präsentieren, findet er. „Das ist schon klasse.“

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