Aktionstag der Bürgeraktive

Was Männer gesund macht

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Um die Männergesundheit geht es bei einem Aktionstag der Bürgeraktive. Doch sollen nicht drohende Krankheiten im Mittelpunkt stehen, sondern Bewegung, Sport und Prävention und eine positive Lebenseinstellung.

„Männer sind kerngesund - bis sie tot umfallen!“ So zugespitzt formuliert Bürgeraktive-Koordinatorin Eva Raboldt die landläufige Einstellung von Männern gegenüber ihrer Gesundheit und ihrem Körper. Arztbesuche seien oft schon ein Zeichen der Schwäche als Weichei“. Davon kann auch Udo Knietsch (71) berichten. Der Bürgeraktive-Vorstand hat vor fünf Jahren eine Männergruppe gegründet, die Teilnehmer sind 60 bis 80 Jahre alt. Drei gingen regelmäßig zur Vorsorge zum Arzt, fünf lehnten das ab, 15 Prozent würden von ihren Partnerinnen zum Urologen gezwungen.

Gesundheit war nie Thema in der Gruppe, dennoch hat Knietsch sie nun zum Thema gemacht. Dabei geht es ihm um positive Gedanken. Nicht fixieren auf die Krankheit, sondern auf das agil sein, Kreativität, Gesundheit. Das eigentliche Ziel sei Bewegung und Aktivität. Deswegen gibt es zu den Vorträgen nicht nur Stände dreier Krebs-Selbsthilfegruppen, sondern auch Zen-Meditation und den Radfahrerklub ADFC, Sportvereine sind noch angefragt.

Knietsch hat als einen der Vortragenden auch seinen Urologen den Oberurseler Alexander Mosner eingeladen. Er betont, das sei kein Vortrag von PSA-Werten, vielmehr will er mit dem Mediziner ein kurzweiliges Interview führen. Der Dortelweiler Arzt Reinhold Weidmann berichtet über das Thema „Wenn Männer ihre Tage kriegen“. „Männer altern anders“ ist das Thema von Leonhard Fricke, dem Chefarzt der geriatrischen Klinik am Frankfurter St. Katharinen-Krankenhaus. Dass positive Stimmungen heilsam sind, weiß der Bad Vilbeler Coach Markus Schoor und verrät, „Wie Männer wieder glücklich werden.“

Diese Überlegungen haben auch zur Gründung seiner Männergruppe geführt, erinnert sich Knietsch. Er und seine Mitstreiter seien im Ruhestand in ein tiefes Loch gefallen, berufliche Kontakte waren plötzlich weg, „es war auf einmal nichts mehr“. An dieser Stele soll der Aktionstag ansetzen. Die Vorträge dauern je eine halbe Stunde, dabei ist Zeit, sich zu unterhalten und Infostände zu besuchen.

Der Kinomacher Dennis DiRienzo moderiert und soll die Besucher „immer wieder einfangen“, meint Raboldt. Die Veranstaltung soll auch Impulse setzen, Anstöße geben, sich nicht zu Hause im Selbstmitleid zurückzuziehen, sondern aktiv zu werden, sagt Knietsch. Seine Männergruppe ist immer unterwegs, besucht Ausstellungen macht Ausflüge nach Wien und Hamburg oder beschäftigt sich mit Kafka.

Sie treffen sich jeden zweiten Montag um 18.30 Uhr im Haus der Begegnung. Gesundheit und jung ist für die Gruppe kein Thema mehr. Dafür plauderten die Herren zuletzt sehr angeregt über den Einfluss der Mütter auf ihr Leben.

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