Wochenend-Aktion

Massenheim macht sich fein fürs Frühjahr

  • VonChristine Fauerbach
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Frühjahrsputz war am Samstag in der Massenheimer Gemarkung und im Dorf angesagt. Aufgerufen zur Aktion „Massem räumt auf!“ hatte die fleißige Putzfrau Erna im Namen des Vereins „Wir Massemer“. Verstärkt wurden die Vereinsmitglieder aus Aktiven der Jugendfeuerwehr (JFFW), der Kita Zwergenburg, des evangelischen integrativen Kindergartens sowie aller anderer Vereine im Freistaat.

Gekommen waren zum Treffpunkt am Sportlatz an der Au über 50 Erwachsene, denen 40 Kindern und Jugendliche beim Aufspüren und Einsammeln von Müll tatkräftig halfen. Die Altersspanne der fleißigen Massenheimer reichte von fünf bis 80 Jahre. Um Punkt zehn Uhr schwärmten alle mit Handschuhen, Greifern und blauen Mülltüten ausgestattet los.

Die drei Jüngsten waren die Fünfjährigen Lea Magnus, Lucy Schneider und Konstantin Böckel. „Wir haben im Neubaugebiet und auf Feldwegen den Müll gesammelt“, berichtete das Trio. Während die Aktion für die drei Kinder neu und aufregend war, war sie für die beiden „Müllsammel-Urgesteine“ Renate Sauerwein (75) und Doris Malburg (67) Routine. Das Duo ist von Anfang an dabei, bereits mehr als 20 Mal.

Aus Seniorenheim entlaufen

Zum ersten Mal hatte allerdings ein Autofahrer die Polizei verständigt, als er Renate Sauerwein am Randstreifen der L3008 herumlaufen sah. „Der hat wohl gedacht, ich wäre aus einem Seniorenheim entlaufen“, schmunzelte die Helferin. Sie hatte die Polizisten davon überzeugen können, dass sie entgegen des ersten Eindrucks keine Gefahr für den Verkehr darstellte.

„Wir sind am Erlenbach entlang gelaufen und haben Müll eingesammelt“, berichteten JFFW-Mitglieder. Sie stellten mit 16 Helfern die größte Gruppe und wurden dafür wie die Jüngsten und die beiden „Urgesteine“ von Horst Tryba mit Urkunden ausge-zeichnet, die Ehrenortsvorsteher Jockel Schatz kreierte.

Peter Paul entdeckte gut im Gebüsch am Verbindungsweg zwischen der B3 und der Huizenerstrasse versteckt, vier große Müllsäcke. Sie enthielten schwarze, große, viereckige Blu-mentöpfe. „Da hat wohl einer sein Grundstück mit einer neuen Hecke eingefasst“, vermutete der Finder.

Die ersten prall mit Müll gefüllten Säcke, Laub, Äste und Hölzer wanderten im Laufe der über zweistündigen Aktion in den zehn Kubikmeter großen Container vor dem Fußballerheim, den die Stadt zur Verfügung gestellt hatte.

Viele weitere Säcke und Fundstücke warteten an den Straßenrändern auf Abholung durch die Helfer. Im Zuge der Aktion befreiten Jonas Scholz (14), Marija Majstorovic (11) und Max Brandt (16), nachdem sie vom Erlenbach zurückgekehrt waren, den doppelten Bouleplatz mit weiteren Helfern von Laub. Zwei Helfer ließen Muskeln spielen und verrückten Baumstämme, die den Boulespielern und ihren Zuschauern als Sitzplätze dienen.

Portemonnaie gefunden

Einen besonderen Fund konnten Horst Tryba und Annette Hielscher allen Helfern beim Abschlussimbiss am Treffpunkt präsentieren. Am ersten Blumenkübel auf dem Dorfplatz fanden Helfer das Portemonnaie von Martin R., Jahrgang 1990, aus Mühlhausen in Thüringen. Es enthielt seinen Aus-weis, Bankkarte und weitere Karten. Im Gegensatz zum Müll wurde die Geldbörse der Polizei übergeben.

„Heute sind 40 Kinder und Jugendliche dabei. Das ist sensationell“, sagte Horst Tryba. Er appellierte an den Nachwuchs: „Werft nichts in die Natur, steckt es in eure Taschen und werft es später in die Mülltonnen. Passt auf, dass auch eure Eltern und Geschwister nichts aus dem Auto werfen. Dann können wir uns diese jährliche Aktion sparen.“

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