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In Massenheim wird es zu eng

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Von: Dieter Deul

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Bieten Urnenwände eine würdevolle Bestattung? Und wie lassen sich die zunehmenden Engpässe im Ortskern vermeiden? Diese Fragen führten im Massenheimer Ortsbeirat am Rande der Haushaltsberatung zu engagierten Debatten.

Für Massenheim enthält der Doppelhaushalt wenig Extras: 875 Euro für die Awo, 500 Euro für die Feuerwehr, je 4000 Euro in 2015/16 für die Kulturpflege und 2000 Euro aus dem Waldgeld für Sportförderung. Ganz andere Summen muss die Stadt für die Kinderbetreuung aufwenden: Allein 691 000 für die Kita Zwergenburg und 390 000 für den evangelischen Kindergarten. „Was ist mit dem TV Massenheim?“, fragte Klaus Arabin (SPD), der habe eine Halle zu betreuen und erhalte kein Geld, ebenso habe die evangelische Kita als einzige im Folgejahr weniger Mittel.

Ortsvorsteher Bernd Hielscher (SPD) fragte nach Mitteln für zwei lange geforderte Maßnahmen: die Sanierung des großen Beets am Dorfplatz und des „Klapperpflasters“ an der Breitestraße. Das Beet sei derzeit nicht finanzierbar, entgegnete Erster Stadtrat Jörg Frank (CDU), die Straße sei möglicherweise im 300 000-Euro-Etatposten Straßenunterhaltung enthalten.

Die SPD löste mit dem Antrag für eine zusätzliche Urnenwand eine Debatte über Friedhofskultur aus. Die erste Urnenwand sei seit 2011 voll belegt, gleichwohl würden Urnenbestattungen weiter stark nachgefragt. Es gebe aber die gärtnerbetreuten Urnengräber, entgegnete Ralf Wächter (CDU). Deren Grün sei ihm sympathischer als schmucklose Betonwände, entgegnete Ralf Wächter für die CDU. Am Ende stimmte nur die SPD ihrem Antrag zu, gegen zwei CDU-Stimmen und drei Enthaltungen. Auch die neue Friedhofssatzung stieß auf Skepsis, vor allem wegen der Drei-Prozent-Steigerung der Gebühren in den Folgejahren. Die CDU stimmte zu, SPD und Grüne enthielten sich. Beim Haushalt selbst votierte nur die CDU dafür, SPD und Grüne dagegen.

Einstimmig wurde jedoch von der Stadt die Entwicklung eines Verkehrskonzepts gefordert. Der alte Ortskern sei zu eng geworden, argumentierte Arabin, nun kämen noch Lastwagen hinzu, die zum Laupushof führen. Auch Wächter stimmte für die CDU zu: „Wir brauchen kreative Lösungen“, bis hin zu einem Parkdeck. Die CDU erhofft sich Anregungen vom Verkehrsexperten Rüdiger Storost, den sie am 12. April zu ihrem „informativen Frühschoppen“ eingeladen hat.

Im anschließenden Bürgergespräch sah auch Rudolf Laupus das Problem. Jeden Tag seien zwei, drei Sattelschlepper zum Hof unterwegs. „Aber wo sollen wir fahren?“, klagte er. Der Weg durch die Straße An der Pfingstweide sei zu eng, weil Anwohner nicht mehr halb auf dem Gehweg stehen dürften, am Dorfplatz „möchte ich mich nicht jedes Mal mit Gästen des Ahrenshofs anlegen“, die dort verbotenerweise direkt in einer engen Kurve parken.

Und auch der Ausbau des Feldwegs nach Harheim werde dort verwehrt. Nun schlägt Laupus vor, die Brücke vom Mühlengrund über die B3 für den Verkehr freizugeben. Schon jetzt wird diese nur für Radfahrer und den Vilbus zulässige Strecke illegal als Schleichweg genutzt.

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