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An der Au

Massenheimer Kunstrasenplatz ist durchgelaufen - Ortsbeirat will 250 000 Euro für Erneuerung

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Auf dem Heilsberg liegt bereits ein neues Grün. Jetzt hofft der Massenheimer Ortsbeirat, dass auch der Kunstrasenplatz "An der Au" in Bälde folgt. Denn: Viele Kicker klagen nach dem Training über Schmerzen. Der Kunstrasen ist teils stumpf und abgelaufen. Eine mögliche Erneuerung käme jedoch unerwartet früh.

Bad Vilbel - Der Massenheimer Kunstrasenplatz ist in die Jahre gekommen. Im Frühjahr 2007 hatte die Stadt Bad Vilbel ihn mit einem Freundschaftsspiel feierlich eröffnet. Ein großer Tag, vor allem für Gastgeber FC Hessen Massenheim, dessen Vereinsheim nur wenige Meter entfernt liegt. Lange hatten die Fußballer auf ihre neue Trainingsmöglichkeit warten müssen. Heute macht diese ihnen leider immer mehr Probleme.

"Das Wort "Geläuf" trifft es ziemlich gut", sagt Oliver Scharrer, der erste Vorsitzende des FC. Aufgrund der Platzverhältnisse klagten mittlerweile nicht nur Erwachsene sondern auch ältere Jugendspieler nach der Benutzung des Grüns über Schmerzen in diversen Gelenken.

"Natürlich sind neue Kunstrasenbeläge besser als der jetzige", sagt Scharrer. "Trotzdem scheint es uns so, dass der Platz über die Jahre gesehen überproportional schlechter geworden ist." Eine mögliche Erneuerung des Kunstrasenplatzes, würde die "Stimmungslage bei allen aktiven Spielern wesentlich verbessern".

Gewerkssanierung geplant

Dass der Platz überholungsbedürftig – weil stumpf und abgelaufen – ist, hat indes auch die örtliche CDU-Fraktion erkannt. Bei der jüngsten Sitzung des Massenheimer Ortsbeirates am vergangenen Freitag beantragte sie deshalb, den Magistrat zu bitten, 250 000 Euro in den Doppelhaushalt 2019/2020 einzustellen. Mit dem Geld soll der Kunstrasen wieder auf Vordermann gebracht werden. Vorgesehen sei, so Ortsvorsteherin Irene Utter (CDU), eine Gewerkssanierung, der Untergrund müsse dafür nicht ausgegraben werden.

Ein Vorschlag, der bei den anderen Fraktionen auf offene Ohren traf – wenn er auch nicht ohne Kritik blieb. So merkte Bernd Hielscher (SPD) an, er sei entsetzt, dass der Kunstrasen nur so kurz gehalten habe. 15 Jahre Halbwertszeit gelten als Richtwert für vergleichbare Anlagen.

Dass die Bauarbeiter in der Straße "An der Au" nun schon nach zwölf Jahren wieder anrücken müssen, wurme ihn, sagte Hielscher. Eine um drei Jahre verkürzte Lebensdauer – das seien immerhin 20 Prozent weniger als erwartet. "Es muss einen Grund geben, warum der Platz jetzt schon sanierungsbedürftig ist", so Hielscher. Diesen festzustellen, sei auch eine Frage des Geldes: Die Stadt habe damals schließlich rund 770 000 Euro investiert. "Wir können nicht dauernd Geld in den Kunstrasenplatz pumpen."

Das Stichwort für die SPD lautet: Platzpflege. Schon in der Vergangenheit habe seine Fraktion angeregt, diese Aufgabe auch an externe Firmen zu vergeben, sagte Hielscher. Zurzeit kümmern sich die Platzwarte des Gartenamtes um die städtischen Kunstrasenplätze. In Massenheim werde die Anlage während der Hauptsaison einmal in der Woche gepflegt, in der Nebensaison seltener, berichtet Stadtsprecher Yannick Schwander auf Anfrage. Dabei werden Blätter und Steinchen entfernt und – vor allem im Sommer – der Rasen gewässert. "Der Massenheimer Kunstrasenplatz ist topgepflegt", zeigt sich Schwander überzeugt.

Hohe Beanspruchung

Er sieht andere Gründe für den frühzeitigen Verschleiß des Platzes. Zum einen – das haben auch CDU und SPD erkannt – die hohe Beanspruchung: Nicht nur die Teams des FC Massenheim lassen dort fast täglich den Ball laufen, auch der FV Bad Vilbel nutzt das Gelände intensiv. Zudem, so Schwander, gelte die 15-Jahres-Regel eher für Kunstrasenplätze der neueren Generation. Die hätten längere Kunstfasern, eine andere Federung und seien dadurch insgesamt weniger hart. "Der Massenheimer Platz ist, wie er jetzt ist, auch nicht unbespielbar", sagt der Stadtsprecher. "Wir könnten mit der Sanierung auch noch zwei Jahre warten. Sie würde aber teurer und die Verletzungsgefahr wäre in dieser Zeit höher."

Die Entscheidung, ob der Platz erneuert werde, liege jetzt natürlich bei den politischen Gremien. Schwander sieht dafür aber gute Chancen. Nach den Maßnahmen auf dem Heilsberger Sportgelände (wir berichteten) sei das so oder so geplant.

Der Ortsbeirat machte jedenfalls den Weg fürs neue Grün frei. Einstimmig sprachen sich die Mitglieder für die Sanierung aus. Auch Peter Paul (Grüne) stimmte letztlich für das Vorhaben, hielt aber fest, dass dieses aus Umweltgründen nicht unbedenklich sei. Schließlich seien im Kunstrasen auch Schadstoffe gebunden. Ein echter Rasenplatz war aber schon vor zwölf Jahren abgelehnt worden.

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