Kriminalstatistik 2018

Immer Mehr Betrüger in der Wetterau unterwegs - aber Landkreis insgesamt sicherer

Im vergangenen Jahr haben wieder Menschen in der Wetterau durch Gewalt ihr Leben verloren, wurden verletzt und bestohlen. Insgesamt registrierte die Polizei 11 098 Straftaten. Die gute Nachricht: Die Fallzahlen sind erneut rückläufig und gleichzeitig ist die Aufklärungsquote gestiegen. Das geht aus der jetzt vorliegenden Kriminalstatistik 2018 hervor.

Fallzahlen auf dem Tiefststand: Der Trend der vergangenen Jahre setzt sich fort: Die Wetterau ist sicherer geworden. Kamen im Jahr 2017 noch 11 789 Straftaten zur Anzeige, waren es im Jahr 2018 noch 11 098 Taten (minus 5,9 Prozent). Zudem stieg die Aufklärungsquote weiter an und erreichte mit 60,3 Prozent erstmals einen Wert über 60 Prozent (2017: 59,3 Prozent). Einschränkung: Taten, die nicht angezeigt wurden, sind im Zahlenwerk nicht abgebildet.

Tatverdächtige: 5454 Tatverdächtige konnten im Jahr 2018 (2017: 5760) zu den 11 098 Straftaten ermittelt werden. Bei den meisten Tatverdächtigen handelte es sich um Erwachsene (80,1 Prozent), gefolgt von Heranwachsenden im Alter von 18 bis 21 Jahren (9,8 Prozent), Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren (8,4 Prozent) und Kindern (1,7 Prozent). 78,5 Prozent der Tatverdächtigen sind Männer (4280; 2017: 4495), 1174 Frauen (2017: 1265).

Mord und Totschlag: Im Jahr 2018 wurden wie im Vorjahr 22 Straftaten gegen das Leben registriert. Davon wurden bis zum Berichtszeitpunkt 18 Straftaten geklärt (81,8 Prozent). Von diesen 22 Straftaten wurde in vier Fällen wegen des Verdachts des Mordes, in zehn Fällen wegen Verdacht des Totschlags, in sieben Fällen wegen fahrlässiger Tötung und in einem Fall wegen des Verdachts auf unerlaubten Schwangerschaftsabbruch ermittelt.

Langfinger greifen weniger zu: Genau 3666 Diebstahlsdelikte wurden im vergangenen Jahr im Wetteraukreis registriert. Das sind 589 Fälle weniger als im Vorjahr (4255). Dabei ist die Anzahl der Wohnungseinbrüche seit 2014 kontinuierlich zurückgegangen. Zuletzt sank die Zahl von 361 (2017) auf 296 im Jahr 2018. Das ist ein Rückgang um 18 Prozent. Die Aufklärungsquote ist minimal auf 20,3 Prozent zurückgegangen. Zum Vergleich: 2017 konnten 20,8 Prozent der Einbrüche aufgeklärt werden. In 131 der insgesamt 296 Fälle (44,3 Prozent) blieb es bei Versuchstaten, bei denen die Täter nicht in die Wohnräume eindringen oder keine Beute machen konnten.

Betrugsfälle gestiegen: Die Anzahl der Betrugsdelikte stiegt um 6 Prozent auf 2077 Fälle (2018: 1960 Fälle). Der Spitzenreiter Schwarzfahren – in der Statistik "Beförderungserschleichung" genannt– sank zwar von 614 auf 484 Fälle, jedoch fand eine deutliche Steigerung von 335 auf 433 Fälle im Bereich des Waren- und Kreditbetrugs statt. Oftmals handelte es sich dabei um Fälle, bei denen etwa bei einem Online-Auktionshaus Waren gekauft oder ersteigert wurden, diese jedoch vom Anbieter nicht ausgeliefert wurden. Auch Fälle, in denen die Besteller nach dem Empfang der Waren diese nicht bezahlten, wurden bei der Polizei angezeigt.

Gewalt gegen Polizisten: Nachdem die Strafanzeigen wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte in den Jahren 2014 bis 2016 stabil geblieben sind, haben sich im Jahr 2017 – nach einer Gesetzesänderung – die Fallzahlen verdoppelt. Seit Sommer 2017 werden nämlich auch solche Delikte erfasst, bei denen ein Polizeibeamter bei einfachen Diensthandlungen wie Streifenfahrten oder Unfallaufnahmen angegriffen wurde. Bis zur Gesetzesänderung galt ein Angriff auf Polizeibeamte nur als solcher, wenn er bei sogenannten Vollstreckungsmaßnahmen passierte, wie bei einer Festnahme. Demnach war auch im Jahr 2018 ein starker Anstieg der Fallzahlen zu verzeichnen. Es wurden insgesamt 51 Fälle registriert.

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