Mehr Zeit, damit Sportvereine sich einigen können

Auf eine Entscheidung hinsichtlich des geplanten Multifunktions-Sportzentrums muss noch eine Weile gewartet werden. Denn die Frist für den TV Bad Vilbel ist bis ins kommende Jahr verlängert worden. Die Luft scheint dick zu sein zwischen dem TV und dem SV Fun-Ball Dortelweil nach den gescheiterten Gesprächen über eine Kooperation im Quellenpark. Dazu hat sich nun auch das Hessische Ministerium des Innern und für Sport geäußert.

„Wir sind weiterhin in Gesprächen mit dem TV Massenheim und überlegen uns, ob und wie wir das machen könnten“, erklärt Wolfgang Schmidt, Vorsitzender des TV Bad Vilbel, am vergangenen Freitagnachmittag. Er habe ein Schreiben von Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU) erhalten, in dem steht, dass der TV nun bis Ende Januar Zeit habe, um ein Konzept zur Finanzierung des Multifunktions-Sportzentrums im Quellenpark vorzulegen.

Nun wird das Thema also noch etwas länger köcheln. Der SV Fun-Ball Dortelweil ist der größte Sportverein der Wetterau und hatte der Stadt vor einigen Wochen angeboten, ein multifunktionales Sportzentrum für verschiedene Kurse wie Zumba oder Aerobic im Quellenpark zu errichten und zu betreiben (diese Zeitung berichtete). Die Stadt sollte dem Verein dafür einen Kredit von etwas weniger als einer Million Euro geben, der danach über 30 Jahre vom Verein getilgt werden sollte.

Fahrt nach Wiesbaden

Dieser Vorschlag war im Ortsbeirat Kernstadt teilweise auf Empörung gestoßen. Mehrere der Gremiumsmitglieder forderten, dass man dem TV Bad Vilbel die Chance einräumen sollte, ein eigenes Angebot zu machen. Eine Kooperation der beiden Vereine wurde in einem Gespräch mit dem Bürgermeister seitens des Dortelweiler SV Fun-Ball allerdings abgelehnt.

Nur wenige Tage danach fuhren Vertreter des SV Fun-Ball gemeinsam mit dem Rathauschef und Jörg K. Wulf, dem Vorsitzenden des Sportkreises Wetterau, nach Wiesbaden zu einem Gespräch mit dem Ministerium des Innern und für Sport – jedoch ohne einen Vertreter des TV Bad Vilbel.

Unter anderem ging es um die Förderfähigkeit des Neubaus. „Wir bitten um Verständnis, dass zu laufenden Anträgen keine inhaltlichen Aussagen getätigt werden können“, sagt Ministeriumssprecher Marcus Gerngroß knapp.

Die Erstbewertung des Förderantrages obliege dem Wetteraukreis. „Dennoch ist es ein Landesinteresse im Bereich der Sportförderung, dass möglichst vielen Vereinen eine moderne und bedarfsgerechte Sportinfrastruktur zur Verfügung steht. Insbesondere bei Neubaumaßnahmen ist es sinnvoll, eine Investition vereinsübergreifend oder sogar interkommunal zu betrachten“, sagt Marcus Gerngroß. „Im Gespräch wurde das Antragsverfahren mit dem Landkreis, dem Sportkreis und dem Verein besprochen.“

Frist verlängert

Dabei seien die Beteiligten zum Ergebnis gekommen, „dass die Maßnahme grundsätzlich als förderfähig bewertet wird und aufgrund der Priorisierung durch den Landkreis die beste Möglichkeit ist, dem Verein weiterzuhelfen“, erklärt der Ministeriumssprecher. Laut einem Merkblatt des Ministeriums kann die Fördersumme für ein Projekt wie das in Bad Vilbel bei bis zu 30 Prozent der Kosten betragen.

Nun liegt es am TV Bad Vilbel, ob neben dem Fun-Ball-Konzept bald noch ein weiteres auf dem Tisch liegen wird. Warum die Stadt dem TV noch Zeit bis Ende Januar eingeräumt hat, ist noch offen: Am Freitagnachmittag war dazu aus der Stadtverwaltung keine Antwort mehr zu erhalten.

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