Premiere

„Messe 50+“ in Bad Vilbel will über Barrierefreiheit aufklären

Eine vierköpfige Initiativgruppe hat es sich zur Aufgabe gemacht, die erste Messe für Senioren in Bad Vilbel auszurichten. Doch ist diese durchaus auch für jüngere Menschen gedacht. Vor Ort können nicht nur Fahrzeuge ausprobiert werden, auch ein Simulationsanzug steht zur Verfügung. Die Messe hat einen ernsten Hintergrund: Eine Sensibilisierung für das Thema Barrierefreiheit wollen die Veranstalter so erreichen. Und das betrifft nicht nur Menschen mit Behinderungen.

„Unsere Initiativgruppe besteht aus vier Personen. Wir wollen auf möglichst breiter Ebene zusammenstellen, was es für Senioren alles gibt“, beschreibt Dieter Richardt, Mitglied der Initiativgruppe, das Vorhaben. „Messe 50+“, lautet der Name der Messe im Dortelweiler Kultur- und Sportforum, bei der sich alles um die Belange von Senioren drehen soll. „Wir legen großen Wert darauf, dass es vor allem Firmen aus Bad Vilbel oder zumindest der Region sind, die ihre Produkte vorstellen“, fährt Richardt fort.

Der Gedanke der Initiativgruppe sei ursprünglich gewesen, dass jeder Mensch schnell in eine Situation kommen könne, in der er Hilfe braucht. Was gibt es da eigentlich alles? An dieser Stelle ist bereits herauszuhören, dass sich die Messe nicht nur um die Belange von Senioren drehen soll, sondern um das Thema Barrierefreiheit im Allgemeinen. „Wir meinen, dass es in jedem Alter wichtig ist, rechtzeitig Weichen zu stellen, damit man möglichst lange in der eigenen Wohnumgebung leben kann“, fährt Dieter Richardt fort. „Die Adressaten sind hauptsächlich die Bad Vilbeler Bürger, die bereits Senioren oder pflegende Personen sind und diejenigen, die sich rechtzeitig mit der Situation auseinandersetzen möchten.“

Offene Türen eingerannt

Das Älterwerden wolle man vereinfachen und Hilfestellung im Alter bieten. Ein weiteres Mitglied der Initiativgruppe ist Hans-Joachim Prassel, der Bad Vilbeler Behindertenbeauftragte. Eine solche Informationsveranstaltung fülle in Bad Vilbel eine Lücke. „Wir haben bei den Adressaten viel Akzeptanz gefunden und offene Türen eingerannt“, berichtet Prassel. Aus Platzmangel habe man den ersten gewählten Veranstaltungsort, das Berufsförderungswerk, verworfen und sich die Räume des Dortelweiler Kultur- und Sportforums gesichert. Die Frage nach der Barrierefreiheit des eigenen Hauses oder der eigenen Wohnung müsse sich jeder frühzeitig stellen, findet Richardt. „Ein 40-Jähriger baut ein Haus und denkt noch nicht an die Barrierefreiheit. Doch kann das schnell zu Problemen führen“, weiß er.

Die Messe sei somit auch für Menschen unterhalb des Seniorenalters sehr informativ, man wolle eine Sensibilisierung erreichen, fügt Hans-Joachim Prassel hinzu. Vor Ort werde unter anderem der Vdk-Sozialverband sein: „Der Sozialverband wird Modelle von Wohnungen mitbringen, die barrierefrei und auch nicht barrierefrei sind, damit der Unterschied mal deutlich wird“, kündigt Dieter Richardt an. Ganz besonders freue man sich auf den „Altersanzug“. „Mit diesem können alle möglichen Einschränkungen simuliert werden, die zum Altern gehören. Seien es Knie- oder Hüftprobleme oder auch Hör- und Sehschwächen.“

Enkeltrick und Notsysteme

Besucher der Messe dürfen diesen Anzug selbstverständlich ausprobieren. Auch einen Wohnberater stelle der Vdk-Sozialverband. „Der kann über die finanziellen Hilfen zu den Umbauten in einer Wohnung viel sagen und schaut sich Wohnungen auch präventiv an“, erklärt Richardt. Die Firma „Seniodrive“ werde Elektrofahrzeuge vor Ort vorstellen. „Da gibt es eine riesengroße Palette. Natürlich können die Fahrzeuge auch ausprobiert werden“, erklärt Hilke Bender, die mit ihrem Schwiegervater Rolf Bender die andere Hälfte der Initiativgruppe bildet.

Hör- und Sehtests könnten Besucher ebenfalls machen. „Dadurch dass ja alles vor Ort ist, macht man dann eben mal den Test. Denn in der Freizeit kommt man ja sonst nicht dazu“, so Hilke Bender. Jürgen Werner von der Bad Vilbeler Polizei werde weiterhin über Betrugsmaschen referieren, die vor allem auf Senioren abzielen. Damit reiht sich der Polizeibeamte aber nur ein in das große Spektrum an Vorträgen, die ebenfalls zur „Messe 50+“ gehören sollen.

Über Notrufsysteme, den Umgang mit Demenz, Alternativen zu Pflegeheimen und auch das Verwalten des Nachlasses sowie zu vielen weiteren Themen finden die Vorträge statt. „Wir sind wirklich sehr gespannt, wie die Messe angenommen wird. Eine Wiederholung wäre durchaus denkbar“, so Richardt. Das Thema des Älterwerdens werde, wegen des demografischen Wandels, in Zukunft eher noch mehr beschäftigen, als weniger.

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