Stellen sich zur Wahl (von links): Quoc Phong Pham, George Albahri, Soulafa Albahri, Manal Sarkeis, Abdallah Barakat, Margarethe Kisiel, Semaan Semaan, Zbigniew Chrabasz, Isil Yönter. Es fehlt Annes Ahmad.
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Stellen sich zur Wahl (von links): Quoc Phong Pham, George Albahri, Soulafa Albahri, Manal Sarkeis, Abdallah Barakat, Margarethe Kisiel, Semaan Semaan, Zbigniew Chrabasz, Isil Yönter. Es fehlt Annes Ahmad.

Wahl des Ausländerbeirates

Migranten erhalten eine Stimme

  • vonChristine Fauerbach
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Bad Vilbel ist bunt und international. Das zeigt ein Blick auf die Kandidaten der Liste Inter-nationale Demokraten Bad Vilbel – IDB für die Ausländerbeirats-Wahl in der Quellenstadt.

Hatten sich zu Beginn des Treffens im Awo-Café 17 Bürger aus Bad Vilbel, darunter vier mit ausländischem Pass eingefunden, waren es am Ende 23 Teilnehmer, von denen 14 einen ausländischen Pass besitzen. Zehn von ihnen waren bereit, am 29. November bei der Wahl der Ausländerbeiräte in Hessen in Vilbel zu kandidieren.

So auch Diplom-Pädagogin Isil Yönter. Die 54-Jährige ist in der Türkei geboren und eingebürgerte Deutsche. Sie sagt: „Ich dachte bis vergangenes Jahr, das Deutschland keine Ausländerbeiräte braucht. Inzwischen habe ich meine Meinung revidiert.“ Zweiter ist der pensionierte Diplom-Geologe Semaan Semaan (65, Syrer), Dritte die Altenpflegerin Margarethe Kisiel. Die 52-jährige Polin Mitarbeiterin der Diakonie sagt: „Ich pflege Leute aller Nationalitäten. In meiner Freizeit möchte ich mich zum Wohl der multikulturellen Gesellschaft einbringen.“

Sprachrohr in der Stadt

Weitere Kandidaten sind der 52-jährige Informatiker Quoc Phong Pham, gebürtiger Vietnamese und Projektkaufmann Anees Ahmad, 36, gebürtiger Nigerianer, beide eingebürgerte Deutsche. Der polnische Schreiner Zbigniew Chrabasz (59) ist gelernter Automechaniker.

Ebenfalls für ein friedliches Miteinander wollen sich Arzt Abdallah Barakat (46), Elektroniker George Albahri (54), Bauingenieur-Assistentin Manal Sarkeis (39) und Studentin Soulafa Albahri (24, alle aus Syrien) einsetzen. Verstärkt werden sie von Anees Ahmad, der seine Kandidatur schriftlich eingereicht hatte.

Mit ihrer Kandidatur löschen die vier Frauen und sechs Männer Bad Vilbel als weißen Fleck auf der Karte der Arbeitsgemeinschaft der Ausländerbeiräte Hessen (Agah). Deren Koordinator Stefan Zelder freute sich darüber, dass das Gremium jetzt auch in Bad Vilbel eine Chance hat. „Der Ausländerbeirat ist überethisch, arbeitet überparteilich und überkonfessionell. Aber er nimmt Partei gegen Rassismus und Diskriminierung“, betonte Zelder.

Jetty Sabandar, stellvertretende Vorsitzende des Agah-Vorstandes, leitet den Ausländerbeirat in Karben und ist auch im Stadtparlament aktiv. Sie erklärt den Anwesenden, dass „der Ausländerbeirat „ein Sprachrohr der Migranten ist und alle fünf Jahre direkt von der ausländischen Bevölkerung gewählt wird“.

Kein Interesse

Zu den Bereichen, in denen sich die Mitglieder des Ausländerbeirates, engagieren können, gehören die Bildung für ausländische Kinder oder eine sensible Seniorenpflege. Dies schließe die Mitwirkung in der Kommune, in den Ausschüssen und der Stadtverordnetenversammlung ein.

Eingeladen zur Aufstellung der Liste hat die SPD-Fraktion. „Uns ist es eine Herzensangelegenheit, Bad Vilbel von der Liste der 35 Kommunen ohne Ausländerbeirat in Hessen zu tilgen“, sagt Bürgermeisterkandidat Rainer Fich. „Wir haben alle politischen Fraktionen in Bad Vilbel befragt und zur Teilnahme eingeladen. Sie hatten kein Interesse“, bedauert SPD-Stadtverordnete Isil Yönter.

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