Taunusblick-Grundstück

Minkel will privat bauen, Proteste sind die Folge

  • Thomas Kopp
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Normalerweise werden Grundstücksangelegenheiten zum Schutz der Interessenten hinter verschlossenen Türen in den Stadtgremien verhandelt.

Normalerweise werden Grundstücksangelegenheiten zum Schutz der Interessenten hinter verschlossenen Türen in den Stadtgremien verhandelt. Dies ist aber nächste und übernächste Woche nicht der Fall. Denn der Käufer eines 1000-Quadratmeter-Grundstückes ist Stadtrat und Stadtwerke-Chef Klaus Minkel (CDU).

Er will auf dem Taunusblick in der Friedrich-Nietzsche-Straße eines der letzten dort verbliebenen Grundstücke erwerben. Zum Preis von 510 Euro pro Quadratmeter. „Ich wohne derzeit mit meiner Frau im Dachgeschoss“, sagt der 68-Jährige. Das wolle er aus gesundheitlichen Gründen ändern.

Doch laut des Hessischen Landesamtes für Bodenmanagement liegt der aktuelle Marktpreis dort bei 570 Euro pro Quadratmeter. Macht eine Differenz von 60 000 Euro. Gegenreaktionen gibt es deswegen unter anderem von der SPD: So schildert Fraktionschef Christian Kühl, dass Minkel diesen Preis zahlen solle, es handele sich um ein Areal in bester Lage.

Minkel kontert, dass der Preis günstig für die Stadt sei. Denn sie habe dort damals für zehn Euro pro Quadratmeter Grundstücke gekauft. „Für inzwischen über 1000 Familien in Bad Vilbel konnte ich Bauland zu sehr günstigen Preisen schaffen. Im Taunusblick hat die Stadt für zwischen 460 und 510 Euro pro Quadratmeter an ihre Bürger verkauft. Nicht anders möchte ich behandelt werden.“

Zudem seien die Taunusblick-Grundstücke wegen der niedrigen Grundflächenzahl – sie definiert, wie viel Prozent eines Grundstückes bebaut werden dürfen – für Bauträger eher ungeeignet. Minkel bereite derzeit den Bauplatzverkauf von Reihenhausflächen für Bad Vilbeler vor. Diese würden sich im Falle einer Anhebung für Minkel „sehr bedanken, da dort der Richtwert bei 550 Euro liegt, aber ein Verkauf zu 510 Euro plus Kinderermäßigung erwogen wird. Sie dürften sich dann auf 550 Euro einstellen.“ Erstmals beraten wird das Thema am Donnerstag, 23. Juni, im Haupt- und Finanzausschuss.

(kop)

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