Bad Vilbeler Pharma-Unternehmen

159 Mitarbeiter wechseln von Stada zu DHL

  • Thomas Kopp
    VonThomas Kopp
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Auf 159 bisherige Stada-Mitarbeiter kommen bis 1. Juni einige Umstellungen zu. Denn sie werden künftig für die Post-Tochter DHL arbeiten. Effekt einer größeren Umstrukturierung beim Bad Vilbeler Pharma-Konzern ist aber, auch dass es mehr Arbeitsplätze in der Region geben soll.

Seinen kompletten Logistik-Sektor für Deutschland wird Stada für mindestens zehn Jahre bei DHL auslagern. Der Konzern mit Sitz in Bad Vilbel erhofft sich davon „Einsparungen in zweistelliger Millionenhöhe“, wie Matthias Wiedenfels, Stada-Vorstand für Unternehmensentwicklung und Zentrale Dienste, gestern bei einer Pressekonferenz in Frankfurt bekannt gab. Das Personal, das nun an DHL übergeben wird, leide darunter aber kaum, versicherte Wiedenfels.

Betroffen sind 121 Logistik-Mitarbeiter im Hochregallager in Florstadt und 38 Mitarbeiter am Standort Bad Vilbel. Ihr Arbeitgeber wechselt nun zum 1. Juni. Das Niveau, das sie bezüglich ihres Lohns, des Urlaubs und der Firmenzugehörigkeit bereits innehaben, soll daher gleich bleiben. Im Gegenzug spare das Unternehmen an den Lohnkosten und könne sich auf sein Kerngeschäft, die Herstellung von Arzneimitteln, konzentrieren.

Neues Lager bei Florstadt

Im Gegenteil werde man im Sinne der Arbeitnehmer sogar die derzeit laufende Tarifrunde – die Forderungen der Arbeitnehmerseite belaufen sich hier auf 4,8 Prozent mehr Lohn – berücksichtigen. Man verhandele den Interessensausgleich sehr positiv mit dem Betriebsrat. Allerdings würden die dann ausgehandelten Gehälter für etwa drei Jahre eingefroren, so dass DHL in dieser Zeit vernünftig kalkulieren könne. Trotzdem geht Wiedenfels von einer „hohen Zustimmungsquote“ innerhalb der Belegschaft aus, „das Paket ist gut“.

Bei der Post-Tochter freut man sich über das Geschäft. Im deutschsprachigen Raum arbeiteten bereits rund 5300 Spezialisten an 70 Standorten in verschiedenen Bereichen wie der Automobilindustrie, aber auch dem Segment Biowissenschaft und Gesundheit, zu dem Stada gehöre. Der Geschäftsbereich erbringe Lager-, Transport- und Mehrwertdienstleistungen und entwickele individuelle Kunden- und Branchenlösungen entlang der Wertschöpfungskette (Supply Chain).

Benoit Dumont, Geschäftsführer in diesem Bereich für den deutschsprachigen Raum und Skandinavien, erläuterte, dass jede Branche Besonderheiten aufweise. So müsse man bei Pharmaunternehmen etwa auf die ununterbrochene Kühlkette und auch den sensiblen Umgang mit Betäubungsmitteln achten. Für Stada liege der größte Teil der Einsparungen darin, dass man durch die Auslagerung keine neuen Lager bauen oder Drittlager anmieten müsse.

Dies soll im Gegenzug von DHL übernommen werden. Im Bereich um Florstadt habe man deswegen schon Pläne und Standorte in der Entwicklung. Bis Ende 2016, Anfang 2017 könnte das neue Lager stehen und 60 neue Arbeitsplätze für die Region zur Verfügung stellen.

Hoffen auf langen Vertrag

Ob der Vertrag nach dem nun vereinbarten Zeitrahmen von zehn Jahren verlängert wird, konnte Wiedenfels noch nicht sagen. „Wir werden auf jeden Fall unsere Gebäude und Grundstücke behalten, um es nach Ablauf des Vertrags einfacher zu haben, vielleicht auch selbst wieder die Logistik aufzubauen. Doch wir hoffen natürlich, dass wir über diesen Zeitraum hinaus mit DHL zusammenarbeiten.“

Auch bei DHL richtet man sich auf einen längeren Zeitraum ein. Das Unternehmen investiert in neue IT-Systeme und Prozessverbesserungen, die für die Weiterführung des Vertrages sorgen sollen.

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