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Diese Animation von Hartmut Schrade aus dem Ortsbeirat zeigt, wie das Jugendhaus aussehen soll.

Heilsberg

Nach 40 Jahren: Zeit scheint reif fürs Jugendhaus

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Vier Jahrzehnte nach den ersten Ideen soll in diesem Jahr das Jugendhaus auf dem Heilsberg gebaut werden. Die Grünen aber haben Zweifel, ob das wirklich geschieht – und wollen früher mehr Geld bereitstellen. Dabei ist das längst im Stadt-Etat vorgesehen.

Wenn Bad Vilbels Stadtverordnete heute Abend aller Voraussicht nach den Doppelhaushalt 2019/20 beschließen, dann werden sie wohl auch final den Weg frei machen für ein seit 40 Jahren gewünschtes Projekt: den Bau des Jugendhauses auf dem Heilsberg. 650 000 Euro sollen in zwei Tranchen in diesem und nächsten Jahr dafür bereitstehen.

So sieht es der Haushaltsentwurf von Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU) vor. Dass die Stadtverordneten die Gelder für das Bauvorhaben am Christeneck absegnen, dürfte reine Formsache sein. Wobei: Die Grünen auf dem Heilsberg möchten gern noch eine zusätzliche Sicherung in den Etat einbauen.

Sie wollen bereits in diesem Jahr 260 000 Euro für das Jugendhaus einplanen und nur 100 000 Euro im nächsten Jahr. Bürgermeister Stöhr hingegen hat in beiden Jahren je 130 000 Euro vorgesehen. Das aber genügt den Grünen nicht.

"Es hieß bisher, dass das Jugendhaus 2019 gebaut werden soll", erklärt Grünen-Fraktionschef Jens Matthias. Er habe angesichts der von Stöhr geplanten Summen jedoch "die Vermutung, dass 2019 wieder nichts passiert".

Schon Ende 2017 hatte die Stadtverordnetenversammlung den Bebauungsplan für das Jugendhaus beschlossen. Es soll am Christeneck westlich der Ortsbebauung direkt neben der Dirtbike-Bahn entstehen und 200 Quadratmeter groß werden. Zu den Nachbargrundstücken hin soll ein Schutzwall die künftige Geräuschkulisse abschirmen. Archäologische Untersuchungen des Baugrunds liefen im vorigen Jahr bereits (diese Zeitung berichtete).

Teurer als geplant

Inklusive der Inneneinrichtung seien sogar 650 000 Euro insgesamt für das Jugendhaus im Doppelhaushalt vorgesehen, hatte Ortsvorsteher Peter Schenk (CDU) bereits im vergangenen Jahr angekündigt. Der Grund dafür: Die Erschließung wird teurer als geplant, weil eine Pumpenstation nötig ist. Diese allein koste 172 500 Euro zusätzlich.

"Das Jugendhaus muss schnell gebaut werden", betont Jens Matthias nun. Deshalb solle das Parlament für dieses Jahr bereits mehr Geld vorsehen. "Die Stadt soll zeigen, dass sie anfangen will", fordert der Grünen-Fraktionschef. Die lange Dauer bis zum Baubeginn sei eine "erbärmliche Geschichte".

Auf Jens Matthias’ Nachfrage in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats Heilsberg, wie weit Planung und Bauantrag vorangeschritten seien, konnte Ortsvorsteher Schenk jedoch nur die Schultern zucken. Er kündigt deshalb an, die Bauamtsleiterin aus dem Rathaus in die nächste Ortsbeiratssitzung zu bitten, damit sie über den Sachstand berichten könne.

Summe steht bereit

Allerdings sei der Weg für den Bau aus finanzieller Sicht bereits seit dem vergangenen Jahr frei, erinnert Peter Schenk. Schließlich habe das Stadtparlament bereits über eine Verpflichtungsermächtigung über eine Summe von 660 000 Euro dem Bauamt freie Hand für das Vorhaben gegeben. "Diese

Summe steht bereit

", betont der Heilsberger Ortsvorsteher. "Meines Wissens nach ist alles in die Wege geleitet, damit 2019 mit dem Bau begonnen werden kann."

Wenn allerdings ohnehin das Geld schon da sei, dann könnten die anderen Parteien ja den Antrag mittragen, findet Grünen-Ortsbeiratsmitglied Petra Schärpf. "Dann ist der Antrag eine Willensbekundung, dass wir das so wollen."

CDU und FDP lassen das Vorhaben dennoch mit einem Patt bei der Abstimmung scheitern. "Wenn das Geld schon da ist", sagt Ortsvorsteher Schenk, "dann müssen wir auch nichts mehr beschließen."

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