Eine riesige Tafel weist darauf hin, was hier in den nächsten anderthalb Jahren entstehen wird. Die Henninger-Quartiersgesellschaft will auf dem Gelände nahe dem Bahnhof rund 700 Wohneinheiten errichten.

Stadtgärten

Nahe dem Bahnhof werden fast 700 Häuser und Wohnungen gebaut

Die ersten Kräne stehen schon. Die Arbeiten zum Bau von fast 700 Wohneinheiten nahe dem Bad Vilbeler Bahnhof haben begonnen.

Krebse sind keine ungefährlichen Tiere. Deren Scheren können kräftig zupacken, und das kann ganz schön wehtun. Verkaufsfördernd ist solch ein Name also nicht. Kein Wunder, dass dieser bei der Vermarktung der Häuser und Wohnungen nirgendwo mehr auftaucht. Dafür läuft das Megaprojekt, bei dem in unmittelbarer Nähe zum Nordbahnhof exakt 688 Wohneinheiten entstehen sollen, unter einem Namen, der eher positive Assoziationen weckt. "Stadtgärten Bad Vilbel" steht auf der großflächigen Tafel an der Westseite des Bahnhofs, wenn man auf das neue Baugebiet zuläuft.

Dass die Verkäufer einen eher schönen Namen gewählt haben, ist für manche sicher kein Wunder, gilt es doch, die laut Immo-Scout zwischen 667 000 und 746 000 Euro teuren Stadthäuser an den Mann und die Frau zu bringen. Schon in den ersten Tagen des neuen Jahres sind Arbeiter auf der Baustelle, die den Boden vorbereiten für ein Gebiet mit dem Untertitel "Wohnen im Grünen – Leben in der Stadt". Lebenswert und reizvoll

Die Verkäufer preisen die Toplage des Quartiers, wie etwa den fußläufig erreichbaren Bahnhof, den Park, die verkehrsberuhigten Straßen und natürlich die Nähe zu Frankfurt. Lebenswerte, nachhaltige Quartiersentwicklung in landschaftlich reizvoller Lage – hervorragende Infrastruktur und Verkehrsanbindung inklusive, heißt es dort.

Die Henninger-Quartiersgesellschaft preist das Projekt so an: "Das neu entstehende Stadtquartier vereint künftig Eigentumswohnungen in anspruchsvollen Stadtvillen, individuell gestaltete Stadthäuser und einzelne Gewerbeeinheiten. Ein anspruchsvolles, städtebauliches Konzept schafft großzügige Sichtachsen, beschauliche Verbindungswege sowie kleinere Quartiersplätze und Aufenthaltsmöglichkeiten." Herzstück des Quartiers seien rund 84 individuell gestaltete Stadthäuser in Südwest-Ausrichtung mit eigenen Tiefgaragen und gepflegten Gartenlandschaften. Der großzügige Park im westlichen Bereich werde von eleganten Stadtvillen gesäumt.

Parkhaus und Tiefgaragen

Weitere Stadthäuser seien im östlichen Bereich geplant, im Süden weitere Villen mit Wohnungen sowie ein großer Quartiersplatz. Die Planungen wurden nun geändert, wie aus den Ausführungen von Erstem Stadtrat Sebastian Wysocki (CDU) hervorging. Ursprünglich seien 686 Wohneinheiten eingeplant gewesen, jetzt seien es 688. Zudem werde ein ebenerdiges öffentliches Parkhaus entstehen, von dem aus man den zentralen Platz vor der Unterführung zum Bahnhof erreichen könne. Für die Bewohner würden unter den Häusern Tiefgaragen errichtet, das ebenerdige Parkhaus sei Besuchern vorbehalten.

Dass der Bebauungsplan geändert werden musste, hat auch mit den im Henninger-Quartier vorgesehenen Riegelbauten zu tun. Dort müssten zwischen den Gebäuden sechs Meter Abstand eingehalten werden, hier wolle man jedoch abweichen auf lediglich fünf Meter. Ursache seien die vor den Bauten vorgesehen Carports, die allerdings Dachterrassen erhielten.

Wysocki kündigte zudem an, dass es in dem Gebiet extensive Dachbegrünung geben werde. Auf den Flachdächern werde ein Substrat von 80 Zentimetern Dicke aufgebracht, das auch für die Anpflanzung von Bäumen geeignet sei. Zudem werde das Dach des Parkhauses begrünt. Der Erste Stadtrat informierte zudem darüber, dass es in dem Gebiet drei Stadtbushaltestellen geben werde. Diagonal durchs gesamte Baugebiet werde ein Fahrradstraße verlaufen.

von HOLGER PEGELOW

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare