Noch stärker als im Vorjahr

In Bad Vilbel halten sie die Tennisbälle flach. Der Klassenverbleib ist das offizielle Saisonziel der Regionalliga-Damen. Diese haben vielleicht sogar noch mehr im Köcher.

Es ist wieder so weit: Am heutigen Samstag starten die Tennis-Punktspiele. An die 50 000 Hobby-, Club- und Profispieler werden vier Monate lang für ihre Vereine um Punkte kämpfen. Die Herren-Regionalliga startet erst im Juni, die Hessenliga der Damen und Herren gar erst im Juli. Im Mai beginnen alle anderen Runden auf Landes- und Bezirksebene.

Die sportlich interessanteste Klasse, die bereits jetzt beginnt, ist die Damen-Regionalliga. Drei Teams aus dem Rhein-Main-Gebiet sind im Südwesten dabei: der Vorjahresdritte TC Bad Vilbel, SaFo Frankfurt (2016 Fünfter) und Zweitliga-Absteiger TGS Bieber.

Die Favoritenrolle zuzuweisen ist schwierig. Die Meldelisten verraten so gut wie nichts. Viele Vereine melden an den vorderen Positionen bis zu zehn Ausländerinnen. Wie viele von ihnen dann zum Einsatz kommen, hängt von den Zielen der Vereine, auch von ihren finanziellen Möglichkeiten ab. Die meisten Vereine setzen ihre Verstärkungen nur gezielt ein. Wer den Klassenerhalt anstrebt, sucht sich Gegner aus, die schlagbar erscheinen, ansonsten wird Geld gespart. Eine Umfrage bei den Vereinen ergab: TSC Mainz und der Vorjahreszweiten TC Laufen sind favorisiert – dagegen wird der TC Leonberg am häufigsten als einer der beiden Absteiger genannt.

Jener TC Leonberg ist der erste Gegner auf den Bad Vilbeler Plätzen an der Huizenerstraße. Am 1. Mai gastiert der TC Bad Vilbel beim SC SaFo Frankfurt (Kennedyallee). Die Bad Vilbelerinnen sind einer der wenigen berechenbaren Regionalliga-Teams. In der Kurstadt wird weder gemauschelt, noch ein Geheimnis um die Aufstellung gemacht. Was aber etwas verwundert, ist das von Chefcoach Larry Cooper ausgegebene Saisonziel Klassenerhalt. Denn das Team wirkt nicht schwächer als im Vorjahr, eher einen Tick stärker.

Zwar verloren die Kurstädter die argentinische Spitzenspielerin Florencia Molinero, doch diese blieb mit 3:4 Siegen im Einzel und einer 2:5-Bilanz im Doppel ohnehin hinter den Erwartungen zurück.

Neu in der Mannschaft ist an Position drei Jule Niemeier (17). Die Spielerin von der Waske Tennis-University gilt als eins der hoffnungsvollsten Nachwuchstalente im deutschen Tennis. 2016 stieg sie mit dem Offenbacher TC in die Regionalliga auf. Nachdem nun der OTC auf den Aufstieg verzichtete und stattdessen in der Verbandsliga antritt, kam die in der vergangenen Saison „an zwei“ nur ein Mal besiegte Rechtshänderin nach Bad Vilbel. Jule ist eine enorm starke Doppelspielerin. 2016 gewann sie die Deutsche U 16-Meisterschaft und das ITF-Jugend-Weltranglistenturnier in Offenbach. Den größten Erfolg im Doppel feierte sie erst kürzlich mit dem Vordringen ins Viertelfinale des Juniorinnen-Wettbewerbs bei den Australian Open.

An Position vier schlägt die erst 15-jährige US-Amerikanerin Naomi Cheong auf. Das zierliche Mädchen war vor einem halben Jahr 199. der ITF-Weltrangliste, fiel nun, weil nicht so viel gespielt, allerdings zurück. Sie bleibt während der Runde in Bad Vilbel. „Mit ihrem schnellen Spiel fühlt sie sich eher auf Hardcourt daheim. Ihre Returns sind klasse“, ist Cooper von seiner Landsfrau angetan.

Der Rest der Mannschaft ist in der Huizenerstraße bestens bekannt. Die Bulgarin Julia Terziyska gewann 2016 an Position zwei alle sieben Matches. Nun wird sie es als Spitzenspielerin schwerer haben, doch eine positive Bilanz sollte allemal drin sein. Die erfahrene Chantal Skamlová war an Position drei schlichtweg unterfordert. Sie gewann alle Einzel- und Doppel-Begegnungen glatt. Dass sie erneut an der Huizenerstraße zu sehen sein wird, erfreut sicherlich auch das männliche Auge – gilt die Slowakin doch als eine der hübschesten Spielerinnen auf der WTA-Tour.

Für die Positionen fünf und sechs steht ein Quartett bereit, dass durch die Bank eine positive Bilanz aufweisen sollte. Inasse Hamouti ist nun 18, hat sich spielerisch seit der letzten Saison verbessert.

Erika Drozd Pereira hatte es an Position vier 2016 zu schwer, nun hat sie sich während ihres Tennis-Stipendiums an einem US-College gesteigert. Wann sie aus den USA zurückkehrt, ob – und wenn ja – für wie viele Begegnungen es reichen wird, steht in den Sternen. Ebenso wie die Zahl der Einsätze von Mara Guth (14), die Mitglied des DTVB-Porsche-Teams geworden ist. An diesem Wochenende muss sie für Hessen an den „Henner Henkel- und Cilly Aussem-Spielen“, den Mannschaftsmeisterschaften der Landesverbände, teilnehmen.

An Position sechs wird in Bad Vilbel Zoe Schmidt eingesetzt, die 2016 als „Vierer“ eine positive Bilanz erzielte. löf

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