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Sinnbildlich: Türk Gücüs Vuk Toskovic am Boden, Bad Vilbel mit Dominik Emmel obenauf

Fußball-Hessenliga

Nummer eins in der Wetterau

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Nach dem Wetterauer Derby klingeln bei Türk Gücü Friedberg schon etwas die Alarmglocken, während der FV Bad Vilbel absolut im Soll ist.

Schon zum zweiten Mal trafen der FV Bad Vilbel und Türk Gücü Friedberg in der noch jungen Saison der Fußball-Hessenliga aufeinander. Und wie beim 3:0 im Auftaktspiel vor vier Wochen setzte sich Bad Vilbel wieder gegen den Mitaufsteiger durch, diesmal mit 2:1 (1:0). „Friedberg ist stärker aufgetreten als im Hinspiel, aber insgesamt haben wir doch wieder verdient gewonnen“, befand Bad Vilbels Trainer Amir Mustafic. Sein Friedberger Kollege Mustafa Fil musste eingestehen: „Das war zu wenig.“

Gut 300 Zuschauer erlebten am Niddasportfeld das Duell der beiden „alten“ Rivalen mit, die in der vergangenen Saison zweimal in der Verbandsliga und einmal im Kreispokalfinale aufeinandergetroffen waren – jeweils mit dem besseren Ende für Friedberg. Doch diesmal gingen die Punkte wie schon im Hinspiel an Bad Vilbel. Und das war laut Mustafa Fil kein Zufall: „Wir sind eigentlich gut ins Spiel reingekommen gegen eine starke Bad Vilbeler Mannschaft und haben in der ersten Halbzeit ein paar Akzente gesetzt, aber insgesamt war das zu wenig.“

Alexander Bauscher hatte nach einem Zuspiel von Thorben Knauer die erste Gelegenheit für die Gastgeber, er zögerte aber mit dem Abschluss etwas, und so konnte Schlussmann Vladan Grbovic seinen Schuss aus letztlich zu spitzem Winkel parieren (4.). Auf der Gegenseite musst Keeper Sadra Sememy bei einem Freistoß von Vuk Toskovic einmal zupacken (19.), und einmal klärte Tim Tilger im Gewühl nach einer Ecke (31.). Kurz zuvor hatte Grbovic nach einem Freistoß erst gegen Benjamin Sabic und dann gegen Bauscher eine Bad Vilbeler Führung vereitelt (26.). Auch Dominik Emmel war im Strafraum der Gäste zu unentschlossen (41.). Und dann traf Kristijan Bejic doch noch zum 1:0 – Grbovic hatte nach dem Gewaltschuss aus 17 Metern noch die Hände am Ball, er konnte den Einschlag aber nicht verhindern (45.).

Direkt nach Wiederbeginn hätte Tilger das 2:0 erzielen können; von den vier Gästespielern, die nach einer Hereingabe auf der Linie standen, war es aber letztlich Innenverteidiger Alit Usic, der den Ball abwehren konnte (47.). Und dann fiel quasi im Gegenzug der Ausgleich: Kazuki Takahasi kam halbrechts viel zu frei an den Ball und fand mit seiner Hereingabe an den langen Pfosten den herbeisprintenden Torjäger Younes Bahssou, der in seinem vierten Spiel für Türk Gücü zum vierten Mal traf (48.).

Bad Vilbels Reaktion auf den Gegentreffer war grandios. Plötzlich gingen fast alle Zweikämpfe an die Gastgeber, die den Ball noch zielstrebiger laufen ließen. Bejic war nach feiner Kombination durch, fand aber im Zentrum keinen Mitspieler (50.). Kurz darauf spielte Bejic auf Bauscher, dessen Schuss vor die Füße von Lukas Knell abgewehrt wurde. Der ließ sich nicht lange bitten und trat den Ball aus zehn Metern wuchtig ins Tor (53.).

Außer bei einem Freistoß von Lukas Zarges, den Sememy parierte (55.), kam vor dem Tor der Gastgeber erst einmal keine Gefahr auf. Auf der Gegenseite hatten Fatih Uslu (69.) und Knell bei seinem Lattenschuss nach einem Zuspiel von Bauscher (70.) das 3:1 vor Augen. Und dann bot sich doch noch die Ausgleichschance: Dennis Geh grätschte und stoppte so unfreiwillig den Ball für Takahasi, der aus zehn Metern aber mit einem kraftvollen Schuss an Sememy scheiterte. Den Ball in die Ecke zu schieben, wäre hier wohl die bessere Idee gewesen (73.). Auch Bad Vilbels Knauer versuchte es noch einmal mit Gewalt, fand aber in Grbovic seinen Meister (83.). Trotzdem durfte man Bad Vilbels Kapitän, der an vielen Balleroberungen beteiligt und so gut wie immer anspielbar war, einen ganz starken Auftritt bescheinigen. „Wir haben viel liegengelassen, deshalb mussten wir bis zum Schluss zittern“, fasste der erleichterte Mustafic nach der Partie zusammen. Er hatte neben Knauer auch Tilger besonders gut gesehen: „Er kann so ein Spiel mit seiner Abgeklärtheit beruhigen, das hat uns gutgetan.“ So wie die nächsten drei Punkte, mit denen es sich gut in die kommenden Wochen gehen lässt.

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