Bad Vilbeler Seniorenbeirat

Ein offenes Ohr für die Älteren

Der Seniorenbeirat wurde im Sommer 2012 von den Bürgern der Altersgruppe über 60 gewählt. Seitdem kümmert sich das Gremium um alle Belange, die Ältere in der Quellenstadt betreffen. Nun zog der Beirat eine Halbzeitbilanz seines bisherigen Schaffens. Einiges ist wohl erreicht, es bleibt freilich noch viel zu tun.

Von Niklas Mag

Eine dreiseitige Liste, vollgeschrieben mit einzelnen Stichpunkten, wird den Teilnehmern des Treffens zu Beginn in die Hand gedrückt. Jeder einzelne dieser Punkte beschreibt ein Projekt, dessen sich der Seniorenbeirat angenommen hat. Kein Zweifel, hier war niemand untätig.

„Wir wollen einige Schwerpunkte herausgreifen und besprechen“, erklärt Veronika Ilten vom Seniorenbeirat zu Beginn. Da sei zum Beispiel die Sicherheit in der Frankfurter Straße. Dort seien immer wieder ältere Menschen gestürzt und hätten sich über die Qualität des Bodens beklagt. Johannes Dittmar berichtet über seine Recherchen zu dem Thema: „Es gibt nicht mehr als durchschnittlich vier Stürze pro Jahr“. Dennoch seien vor allem drei Stellen in der Frankfurter Straße besonders gefährlich.

„Die Stadt will diese Stellen ausbessern, das ist eine Sache. Die andere Sache ist, dass wir ältere Leute trainieren, Stürze zu vermeiden“, erklärt Veronika Ilten, die Vorsitzende. Dazu habe man bereits Kontakt mit hiesigen Sportvereinen aufgenommen. „Zum Beispiel war der Verein Fun-Ball Dortelweil sehr interessiert daran, Sturzprävention anzubieten“, sagt Ilten.

Notdienst nicht gewünscht

Doch auch andere Probleme plagen die Bad Vilbeler Senioren. So zum Beispiel der als unzumutbar empfundene Weg durch die Lohstraße zum Friedhof. Die Steigung ist für ältere Leute mit körperlichen Gebrechen kaum zu bewältigen, weshalb der Beirat die Fahrten zum Friedhof ins Leben gerufen hat. Seit zwei Wochen fährt wieder einmal wöchentlich ein Bus-Taxi die älteren Menschen den Berg hinauf. Flugblätter zu diesem Thema lägen in den Bad Vilbeler Apotheken aus, schildert Ilten den Anwesenden.

Ein großes Thema ist auch der Ärztliche Notdienst. Seit vergangenem Juli befindet der sich im Bürgerhospital in Frankfurt. Der Seniorenbeirat hat derweil eine Umfrage in Bad Vilbel gestartet, inwieweit ein Neuaufbau eines Notdienstes möglich sei. „Das Ergebnis war erschütternd“, berichtet Helga Ensslen dem Beirat. „Egal ob Familien mit Kindern, jung oder alt. Eine Neubelebung eines Notdienstes ist anscheinend nicht gewünscht.“ Allerdings nähmen die Menschen auch den Notdienst im Bürgerhospital nicht wahr. Krankheiten würden nun „immer auf Montag verschleppt“, so das Resultat ihrer Auswertung der Umfrage.

Fit bleiben in der Rente

Auch zahlreiche Informationsveranstaltungen gehören zum Programm des Seniorenbeirats. Darunter war zum Beispiel ein Vortrag über Schutz vor den Gefahren im Internet. „Alles Themen, die Senioren eben interessieren. Bisher sind auch alle sehr gut angenommen worden“, freut sich Ilten.

Horst Heck vom Seniorenbeirat des Kreises Bergstraße sprach in einem Vortrag über einige Projekte, die aus seiner Sicht eventuell auch in Vilbel Anklang finden könnten. Die Seniorenlotsen zum Beispiel. Eine Einrichtung, die im Kreis Bergstraße Menschen hilft, die aus ihrem Berufsleben in die Rente kommen. So können Kontakte geknüpft werden und Neurentner erfahren, wie sie auch ohne Beruf weiterhin fit bleiben können.

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