Radler werden kontrolliert

Ortsbeirat der Kernstadt geht gegen Falschfahrer auf dem Schöllberg vor

Rechtswidrig und dazu gefährlich: Die Stadt will nun gegen Radfahrer, die auf ihrem Weg auf der Frankfurter Straße den Schöllberg hinab die falsche Spur wählen, vorgehen. Eine entsprechende Handlungsabsicht handelte der Ortsbeirat der Kernstadt am Montag in einer Fortsetzungs-Sitzung aus.

Es war eine Premiere für den Ortsbeirat der Kernstadt, dass er sich binnen zwei Wochen zweimal zu einer Sitzung traf. Nötig geworden war dies, weil in der ersten Sitzung nur das Thema Smart City im Quellenpark abgehandelt werden konnte, andere Punkte blieben auf der Strecke.

Um eine höchst gefährliche Strecke ging es dafür am Montagabend. Denn schon seit Langem fordern die Mitglieder des Gremiums regelmäßige Kontrollen am Schöllberg. Noch immer nutzen dort Radfahrer, aber auch etwa  Skateboarder den Bergauf-Radstreifen, um mit Karacho runter in Richtung Biwer-Kreisel zu rasen – oft ohne Licht. Vor allem für sie selbst durchaus gefährlich, wenn sich plötzlich eine Autotür auf dem benachbarten Parkstreifen öffnet oder ein Auto aus den Seitenstraßen wie der Elisabethenstraße kommt und nicht mit Verkehr von oben rechnet.

Bei einem Ausweichvorgang auf die Fahrspur kann es zudem zu schlimmsten Folgen bei einem Zusammenstoß kommen. So hatte der Ortsbeirat bereits Anfang 2017 einen Antrag gestellt, der regelmäßige Kontrollen auf der Strecke vorsah. Die Polizei allerdings hatte andere Schwerpunkte. Kontrollen gab es deshalb nur in der Innenstadt, wenn dort Radfahrer entgegen der Einbahnstraße unterwegs waren. Über Kontrollen auf dem Schöllberg wurden keine Zahlen vorgelegt. Das reicht dem Gremium nicht.

Mit einem Antrag aller Fraktionen wollen sie nun für Ordnung sorgen. Erster Stadtrat Sebastian Wysocki (CDU) muss allerdings Einschränkungen machen. Denn die Ordnungspolizei als städtische Abteilung habe nicht die gleichen Befugnisse wie die Landespolizei. So sei es kaum verhältnismäßig, einen angehaltenen Radfahrer mit zur Polizei zu schleppen, wenn der sich nicht ausweisen könne. Trotz beschränkten Personals, nur sechs der acht städtischen Ordnungspolizisten dürfen überhaupt Eingriffe in den fließenden Verkehr vornehmen, wolle sich die Stadt aber der Sache annehmen.

Wysocki schlägt deshalb vor, binnen der nächsten zwölf Monate sechs Kontrollen an neuralgischen Punkten vorzunehmen. Darüber wolle man die Landespolizei informieren und sie hinzubitten. "Man muss aber Verständnis dafür haben, wenn diese andere Themen zu erledigen haben", schildert Wysocki. Dabei könne man auch gleich die Problematik der oft fehlenden Beleuchtung angehen.

Ein Vorschlag, mit dem sich der Ortsbeirat zunächst zufrieden gibt. Doch wollen sie auch Prävention betreiben. So sichert Wysocki auf Vorschlag von Hans-Joachim Prassel (SPD) zu, die Mitteilungs-Rubrik "Der Direkte Draht" im Bad Vilbeler Anzeiger zu nutzen, um auf die korrekte Ausstattung eines Fahrrads hinzuweisen.

"Wir wollen eine pragmatische Lösung und sind deswegen damit einverstanden", fasst Christian Mankel (CDU) die Meinung seiner Kollegen zusammen. Doch als erledigt betrachtet und deshalb zurückgezogen wird der Antrag erst, als Wysocki vorschlägt, im Oktober 2019 ausführlich Bericht zu den Kontrollen zu erstatten.

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