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Frankfurts Nummer eins, der Bolivier Hugo Dellien, bezwang im südamerikanischen Duell Bad Vilbels Brasilianer Daniel Dutra Da Silva in zwei Sätzen.

Ungeschlagen

FTC Palmengarten ist Hessenmeister

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Die Hessenliga hat einen würdigen Meister. Die als Titelfavoriten angetretenen Spieler des FTC Palmengarten beendeten die Runde ungeschlagen.

Die Spannung blieb bis Sonntagmittag erhalten. Die Tennisspieler des TC Bad Vilbel, die mit einem 7:2-Sieg die Frankfurter noch hätten vom Thron stoßen können, führten in dem von rund 300 begeisterten Zuschauern verfolgten Spitzenduell der Hessenliga mit 2:0. Dann gewann der FTC Palmengarten die restlichen Einzel, womit der Titelgewinn perfekt war. Die Frankfurter spielen nun am 4. August beim badischen Meister TC Villingen-Schwenningen um den Aufstieg in die Regionalliga.

Der 6:3-Sieg am Ende war für die Frankfurter das Sahnehäubchen. „Wir sind glücklich, nach vielen Jahren wieder einen Anlauf in Richtung Regionalliga zu nehmen. Wir gehen in Richtung Spitzensport“, unterstrich Club-Präsident Ingo Mantzke. FTC-Sportwart Stefan Zielen präzisierte die Aussage noch: „Richtung Bundesliga“. Damit drückte er aus, dass Palmengarten nicht nur aufsteigen, sondern wie Vorgänger Wiesbadener THC im kommenden Jahr auch den Durchmarsch in die Zweite Bundesliga schaffen möchte.

Beim TC Bad Vilbel trauerte man der knapp verpassten Meisterschaft nicht nach. „Das war eine überragende Saison, es lief besser als erwartet“, betonte der Zweite Vorsitzende Andreas Binder.

Die Gastgeber hatten sich ihr „Endspiel“ erst am Samstagabend mit dem hart erkämpften 5:4-Sieg beim SC SAFO Frankfurt gesichert.

Der sportliche Höhepunkt war gestern das Duell der Topspieler zwischen dem Brasilianer Daniel Dutra Da Silva (Weltranglistenplatz 384) und dem für Palmengarten spielenden Hugo Dellien (106). Die beiden Spitzenspieler boten Tennis der internationalen Klasse.

Die Auftaktpartien endeten beide mit einer Überraschung. Oliver Tobisch unterlag Jochen Bertsch sehr deutlich. „Ich habe aus dem Halbfeld viel verschlagen. Bertsch übte mit seiner Vorhand viel Druck auf meine Rückhand aus, er war diesmal der bessere Spieler“, gestand der Frankfurter. Dann „entzauberte“ André Stenger mit einem exzellenten Serve-and-Volley-Spiel den extra für das Spitzenspiel angereisten Tschechen Martin Fafl. „Er hat 80 Prozent seiner ersten Aufschläge ins Feld gebracht und ließ mich nie den Rhythmus finden“, sagte Fafl, während der Vilbeler Riese lachend meinte, er sei nach dem Samstagsspiel zu müde gewesen, um sich auf lange Ballwechsel einzulassen. „Daher musste ich so gut aufschlagen.“

Härter als gedacht um den Sieg kämpfen musste Benjamin Hassan. Der Hessenmeister fand erst im dritten Satz zu seiner Normalform, verspielte allerdings eine 4:1-Führung und musste in den Tiebreak, den er dann aber souverän gewann. Eine starke Leistung bot Franco Agamenone. Der in den vorherigen Wochen ohne Selbstbewusstsein wirkende Argentinier hatte bereits am Vortag gegen den Darmstädter Benedikt Henning stark gespielt, gestern bot er gegen den bis dahin ungeschlagenen Vilbeler Niklas Schell seine beste Saisonleistung. Der Matchball war symptomatisch: Agamenone schlug auf die Rückhand auf, Schell returnierte mit einem Slice, während der Argentinier sofort aufrückte und den Punkt mit einem perfekten Volley am Netz vollendete. Jannis Köke präsentierte sich gegen den Brasilianer Caio Claudino gewohnt souverän.

In den Doppeln ließ Palmengarten die restlichen anwesenden Akteure spielen. Köke/Hassan besorgten schnell den zum Sieg fehlenden Punkt.

Die Spiele: Daniel Dutra Da Silva/Brasilien – Hugo Dellien/Bolivien 3:6, 3:6, Jose Pereira/Brasilien – Benjamin Hassan 6:1, 3:6, 6:7, Niklas Schell – Franco Agamenone/Argentinien 4:6, 4:6, Jochen Bertsch – Oliver Tobisch 6:2, 6:1, Caio Claudino/Brasilien – Jannis Köke 2:6, 2:6, André Stenger – Martin Fafl/Tschechien 6:2, 3:6, 6:1, Dutra Da Silva/Pereira – Hassan/Köke 1:6, 1:6, Bertsch/Claudino – Agamenone/Zielen 3:6, 0:2 Aufgabe Bad Vilbel, Schell/Stenger – Magnus Müller/Philipp Müller 6:4, 6:1.

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