WT-Systems in Massenheim

Politiker schauen hinter die Kulissen

Ein zufriedenes Management des IT-Dienstleisters WT-Systems empfing jetzt eine Gruppe von Vilbeler SPD-Kommunalpolitikern, die das Massenheimer Unternehmen im Gewerbegebiet Am Stock besuchten. Michael Weber führt das Unternehmen mit seinem Bruder Oliver.

Warum gerade Massenheim? Die Anbindung an die Autobahn sei für das Unternehmen ideal, das mit 120 Fahrzeugen die hier reparierten, aufbereiteten, aber auch fabrikneuen Computer und IT-Komponenten aller Art bundesweit ausliefert. Im Hochregallager stapeln sich Drucker, Computer und Laptops. Repariert und Technik ausgetauscht wird in den daneben liegenden Werkstätten.

Faszinierend zu sehen, wie die Disponenten auf ihren Monitoren verfolgen können, wie die einzelnen Techniker Aufträge abarbeiten oder welches Fahrzeug Leerstände meldet. Beim nächsten Stopp in der Zentrale werden die fehlenden Teile oder Computer ersetzt.

Auch Sicherheitsaspekte spielten beim Umzug im Oktober 2013 eine wichtige Rolle: Sowohl das Gebäude selbst als auch die Fahrzeuge seien auf hohem Level speziell gesichert. Schließlich hüte und transportiere man mit den Computern auch wichtige Daten der Kunden, heißt es dazu.

Zuverlässigkeit, Erfahrung und Konstanz sind bei den sensiblen Kunden die Trümpfe des Familienunternehmens, das seit dem Umzug von Maintal nach Massenheim die Mitarbeiterzahl von 120 auf 200 erhöhen konnte. Allein seit dem Oktober 2013 wurden 90 Mitarbeiter eingestellt, darunter 25 aus dem Großraum Bad Vilbel. Derzeit arbeiten in Massenheim 109 Angestellte, die übrigen deutschlandweit als Außendiensttechniker.

Zweites Gebäude

Das im Bau befindliche zweite Gebäude neben der jetzigen Zentrale sei nötig, weil neben einem langfristigen Großauftrag einer Bundesbehörde ein ebensolcher aus dem Bankenbereich hinzukomme. Derzeit verfügt die Firma in Massenheim über 3900 Quadratmeter Lager- und 1140 Quadratmeter Bürofläche. Mit dem neuen Gebäude kommen noch einmal 3250 Quadratmeter Lager und 370 Quadratmeter für Büros hinzu. Apropos räumliche Expansion: Am bisherigen Standort in Maintal, 40 Jahre das Zuhause der Firma, waren die verschiedenen Bereiche in bis zu zehn Gebäuden untergebracht.

„Manche Mitarbeiter“, so Michael Weber scherzhaft, „haben wir nur auf der Weihnachtsfeier gesehen.“ Jetzt sind die Wege kurz, die Atmosphäre in Büros, Werkstätten und Lager entspannt, wie die SPD-Politiker feststellen konnten.

Die Geschichte des Familienunternehmens ist interessant. Angefangen hat es mit der Großmutter der beiden Brüder, die lange Jahre in Frankfurt das Lokal „Zur Tenne“ führte. Der Sohn fuhr dann öfter Gäste, die im Zustand erhöhter Lebensfreude das Lenkrad nicht mehr bedienen konnten, mitsamt ihren Fahrzeugen nach Hause. Daraus entwickelte sich ein Funk- und Botendienst, der später dann Speditionsqualitäten annahm – bis hin zum IT-Dienstleister, den jetzt die Enkel leiten.

Neue Stellen

Auch die Zehn-Jahres-Mietverträge drücken die Zufriedenheit des Unternehmens mit dem neuen Standort aus. Beständigkeit, die sich auch für Bad Vilbel auszahlt: Pro Jahr werden zwei bis drei Jugendliche entweder als IT-Techniker oder für den Lagerbereich ausgebildet. Die angestrebte Expansion verspricht zudem neue Stellenangebote. Da will auch die Politik etwas beitragen: Die SPD-Stadtverordnete Isil Yönter ermunterte die beiden Manager, Sorgen und Probleme an die Fraktion weiterzuleiten – man kümmere sich gerne.

Diese seien „noch sehr überschaubar“, sagte Weber. Beispielsweise störe das wilde Langzeitparken in dem Gewerbegebiet. Die Sozialdemokraten versprachen daraufhin, noch einmal bei der Stadt Bad Vilbel nachzuhaken. fnp

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