Jahreskonzert

Premiere mit dem neuen Dirigenten

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René Wilhelm ist seit September 2017 Dirigent der Stadtkapelle Bad Vilbel. Sein Vorgänger Christoph Bernius schied aus beruflichen Gründen aus. Zu ihrem Jahreskonzert im Kultur- und Sportforum Dortelweil spielten die 56 Musiker erstmals unter dem Dirigat von Wilhelm anspruchsvolle Werke aus dem angelsächsischen Raum. Am Samstag und Sonntag sind sie vom Schülerorchester und der Minigruppe der Stadtkapelle begleitet worden.

Helga Zimmermann wartet auf ihren Einsatz. Sie lauscht den ersten Takten der „Fantasy on an Irish Air – Danny Boy“ des Schülerorchesters. Simon Gößling dirigiert. Es ist der Auftakt des Jahreskonzertes.

Die Schüler spielen drei Stücke und verabschieden sich von der grünen Insel musikalisch mit der „Celtic Ballad“. Danach nimmt die Tenorhornistin ihren Platz im Hauptorchester ein. Tenorhorn spielt sie seit drei Jahren. „Ich habe ein bisschen Lampenfieber. Es ist ein neuer Dirigent, neues Glück. Er hat einen roten Faden, das ist gut“, sinniert sie und lächelt.

Wooseok Choi, einer von vier Posaunisten, wartet ebenfalls auf seinen Einsatz. Das Instrument Posaune hat er in Süd-Korea studiert und spielt es seit 19 Jahren. Es ist ein anspruchsvolles Programm. Choi hat während der Proben einigen Musikern der Stadtkapelle erklärt, wie man die verschiedenen Taktarten zählt. Nachdem sich die Schülerband verabschiedet hat, ist es soweit. Moderator Martin Hess kommt auf die Bühne, die Musiker nehmen ihre Plätze ein.

Im Lauf des Abends entführen sie ihr Publikum mit dafür typischen Werken in den angelsächsischen Sprachraum. „A Festive Tribute“ von Johann Sebastian Bach setzt den glanzvollen Auftakt des Hauptorchesters für das zweistündige Konzert. Die nachfolgende Komposition „Irish Tune from County Derry“ widmete Percy Grainger dem Komponisten Edvard Grieg. Grainger spielt mit Klangfarben und der Registrierung, setzt auf Emotion und Klang.

Die „English Folk Song Suite“ in vier Sätzen bietet für die Musiker stilistische Stolpersteine. Der Komponist Ralph Vaughan Williams hat die 15-minütige Suite 1923 komponiert. Sie ist eine der berühmtesten Werke des englischen Komponisten für Militärkapellen.

Posaunistin Melanie Weber bestätigt, dass der 1994 geborene Dirigent neue Taktarten mitgebracht hat. Sein Ziel ist es, dass die Musiker diese Taktarten lernen und gut umsetzen können. „Die Vorbereitung mit Probenwochenende zum Jahreskonzert war sehr anstrengend und ausgiebig“, sagt Weber.

Wilhelm ergänzt, dass er das Niveau zukünftig stabilisieren und ausbauen möchte, damit sich alle sicher fühlen. „Der rote Faden für ein Konzert ist sehr wichtig, damit sich ein geschlossenes Gesamtbild für die Zuhörer ergibt.“

Zuhörer Detlef Wolf aus Schöneck bestätigt, dass das Konzert gut und anspruchsvoll ist. „Am Zusammenspiel ist spürbar, dass der Dirigent Musik studiert.“ Die Töne kämen weich beim Publikum an.

Christian Weber aus Harheim lobt den schönen Klangkörper. Weber, der selbst als Klarinettist im Musikverein Harheim tätig ist, würdigt den großen Klarinettensatz und die Bassposaune. „Die Zusammenstellung ist stimmig, interessant und sehr getragen. Im zweiten Teil könnte es lebhafter werden.“

Siegfried Gutmann aus Karben empfindet die Atmosphäre als angenehm. Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU) sagt, dass er für das Programm die Überschrift „Bestens“ wählen würde. Er würdigt die musikalische Leistung der Stadtkapelle, schließt seinen Gruß britisch mit: „Thank you for the music!“

Das lebhafte, melodische Allegro von „A Tameside Ouverture“ von Sparke leitet den zweiten Konzertteil mit moderner und unterhaltsamer Musik ein. Die Zuhörer erleben Kompositionen mit vielseitiger Instrumentierung, rasant aufeinanderfolgende Taktwechsel und ungewöhnliche Taktarten. Den Höhepunkt bildet das Finalstück „Riverdance“. Das Stück mit vielen Achteltakten erfordert die volle Konzentration der Musiker. Sie bewältigen es mit Bravour.

Im Geist werden Bilder von Stepptänzern wach, sind die kurzen und starken Ausschläge ihres rhythmischen Tanzes, das „Klack, klack“ ihrer Schuhe auf einem harten Boden zu hören. In der Realität ist es nur „die bewegte Welt der Musik“, wie Moderator Hess es formuliert hat: Die charakteristische britische Musik, die von großer Vielfalt geprägt ist.

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