Hessen fördert Gesundheitszentrum

Psychiatrie soll in Woolworth-Gebäude ziehen

  • Thomas Kopp
    vonThomas Kopp
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Gekauft haben die Stadtwerke das Woolworth-Gebäude bereits im vergangenen Jahr. Doch jetzt kann es auch mit dem Umbau losgehen. Grund ist ein Förderbescheid des Landes.

Einen schönen Anblick bietet das Woolworth-Gebäude am Eingang der Frankfurter Straße vom Biwer-Kreisel aus wahrlich nicht. Zur Kasseler Straße hin wirkt die Fassade heruntergekommen, das knallige Rot der Gebäudefront ist designerisch auch schon lange überholt. Umso mehr freut sich Stadtwerke-Werksleiter Klaus Minkel über gute Nachrichten. Die kommen aus Friedberg: Das Gesundheitszentrum Wetterau (GZW) bekommt eine Förderung des Landes Hessen für die Einrichtung einer Tagespsychiatrie im ersten Obergeschoss des Woolworth-Gebäudes.

Das war auch von Anfang an Teil der Planungen, als die Stadtwerke die Gunst der Stunde nutzten, um einen der verbliebenen Schandflecke der Innenstadt aufzukaufen.

Der Anruf aus Friedberg löst eine Vielfalt von Aktivitäten aus: Abschluss eines Mietvertrages, Abschluss der Planung, Erarbeitung eines Bauantrages, Vergabe und vieles mehr. Denn mit dem Fördergeld kann es nun an Umbauten gehen, die sich das Gesundheitszentrum als Betreiber der tagespsychiatrischen Einrichtung gewünscht hat. So soll ein großer Lichthof im Zentrum des Gebäudekomplexes für mehr Helligkeit sorgen. Es wird Räume für Bewegungstherapie mit bis zu 30 Plätzen geben, Gruppen- und Ruheräume, Plätze zur Ergotherapie und etliche kleinere Behandlungsräume. „Dafür sind umfassende Umbauarbeiten nötig, wir greifen tief in die Statik ein“, schildert Minkel. Planungen gibt es bereits, jetzt könne es an die Ausschreibung gehen.

Im Februar konnten die Stadtwerke das Gebäude auf Basis der städtischen Sanierungssatzung für 1,95 Millionen Euro erwerben. Da nun die weitere Nutzung des lange leerstehenden Obergeschosses feststeht – Erdgeschoss und Lagerräume im Obergeschoss sind noch über einen längeren Zeitraum an Woolworth vermietet – können die Stadtwerke nun auch an die Rundumplanung gehen. „Das eine bedingt das andere“, erläutert Minkel.

Und so kann dann endlich die rote Fassade verschwinden. „Einstellen können sich die Bürger schon einmal auf eine schöne Naturstein-Fassade, so wie sie auch an der Europäischen Schule in Dortelweil zu sehen ist“, verrät Minkel bereits jetzt zu den weiteren Planungen. Zu den Kosten könne er zum jetzigen Zeitpunkt aber noch keine Aussage treffen.

Die Verhandlungen mit dem Wetteraukreis, Gesellschafter des GZW, seien immer sehr zielorientiert gewesen, „wir ziehen hier am selben Strang“. Jeder, der gehindert sei, am täglichen sozialen Leben teilzunehmen, sei ein Verlust. Mit der Tagespsychiatrie sollen leichtere Fälle aufgefangen und Wohlbefinden und Integration verbessert werden. Die Friedberger Einrichtung – die bislang einzige im Wetteraukreis – ist überlastet, Patienten aus der südlichen Wetterau zieht es verstärkt in Richtung Frankfurt. Sie können künftig in der Wetterau bleiben.

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