Feuerwehr ist im Dauereinsatz

Regen flutet Straßenzüge in Bad Vilbel

  • VonDeliah Eckhardt
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Schlammiges Wasser soweit das Auge reicht: Der Starkregen gestern Vormittag flutet in Bad Vilbel ganze Straßenzüge samt Keller und Autos. Die Feuerwehr ist im Dauereinsatz.

Fassungslosigkeit herrscht bei Anwohnern, Passanten, Spaziergängern und Joggern: Nach dem Starkregen am Sonntagvormittag steht die Kreuzung Friedrich-Ebert-Straße/Ritterstraße wadentief unter Wasser. Keller und Autos rund um den Ritterweiher laufen voll, auch der Waldspielplatz am Ritterweiher ist überflutet.

„Sowas habe ich noch nicht gesehen“, sagt die Bad Vilbelerin Inga Kassner schockiert. Sie wohnt in der nahe gelegenen Straße Am Hahnen und ist von den Wassermassen glücklicherweise verschont geblieben. „Der Regen lief wie ein Bach die Straßen hinunter, den ganzen Vormittag lang“, berichtet sie. Wie in einem Becken sammelte sich das herablaufende Wasser dann an der Kreuzung Friedrich-Erbert-Straße/Ritterstraße. Doch nicht nur Autos und die Straße sind geflutet – auch die Kleingärtner in der direkt am Wald gelegenen Schrebergartenanlage am Hainwinkel hat es hart getroffen. „Mein Garten steht 60 Zentimeter tief unter Wasser“, klagt eine Hobbygärtnerin der Feuerwehr ihr Leid. Über 20 Einsatzkräfte sind ausgerückt. Bis zum Nachmittag sind sie damit beschäftigt, das Wasser abzupumpen.

Abfließen erleichtern

„Das Regenwasser kam vom Wald herunter“, berichtet Einsatzleiter Mario Migdalski, der neben Stadtbrandinspektor Karlheinz Moll vor Ort ist. Die Erde sei vom Regen der letzten Tage bereits so gesättigt, dass sie nichts mehr hätte aufnehmen können.

Um das Abfließen zu erleichtern, haben die Brandbekämpfer auch die Schutzgitter am Wasserzulauf vom Wald zum Ritterweiher entfernt – damit Dreck und Geäst das Rohr nicht mehr verstopfen. Auch der Angelverein Bad Vilbel ist vor Ort – er sorgt sich um die Wasserqualität des Ritterweihers: „Der Dreck marschiert jetzt hier durch“, fürchtet Joachim Endisch.

Gullys häufiger reinigen

Dass für den starken Regen niemand etwas kann, das wissen die Anwohner – trotzdem gibt es auch kritische Stimmen. Sie monieren, dass die Stadt Bad Vilbel nicht genug Präventionsarbeit leiste.

„Das passiert jedes Jahr, wenn auch nicht so schlimm wie heute“, sagt eine Frau, die ihren Namen nicht nennen möchte. Sie habe sich eigens deswegen ein Rückstauventil in den Keller eingebaut – nur deshalb sei ihr Haus an diesem Tag trocken geblieben. Sie erklärt: „Wir haben schon oft bei der Stadt angerufen und darum gebeten, die Gullys häufiger sauber machen zu lassen. Dass das dann auch wirklich passiert ist, bezweifle ich.“

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