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Die Auszubildende Katharina Piendl gießt Pflanzen. Das kam in diesem Rekord-Sommer aber nicht viel öfter vor als in ?normalen? Jahren.

Grünanlagen

Der Rekord-Sommer hat das städtische Grün nicht allzu sehr beschädigt

Der heiße Sommer hatte auch Bad Vilbel fest im Griff – das ist den Grünanlagen in der Stadt anzusehen: braun ist der Rasen im Kurpark im Vergleich zum sonstigen Grün. Die Stadtwerke allerdings waren trotz der Hitze nicht sehr viel stärker gefordert als sonst – so hat der Fachdienst Grün- und Gartenanlagen nicht viel mehr Wasser vergossen als in gewöhnlich warmen Sommern.

Selbst am doch recht kühlen Montag ist es warm in den Gewächshäusern auf dem Gelände der Bad Vilbeler Stadtwerke. Mareike Hubeler hat dort das Sagen – sie hegt und pflegt die zahlreichen Pflanzen, die in und um die Gewächshäuser herum gedeihen. „Wir haben jeden Tag hier im Gewächshaus zwei Stunden täglich allein mit Gießen verbracht“, blickt sie auf den Hitzesommer zurück. „Alle Pflanzen haben überlebt.“ Dekorationspflanzen für Veranstaltungen oder etwa Pflanzen für die öffentlichen Beete in der Stadt Bad Vilbel werden hier herangezogen.

„Insgesamt hat uns der Sommer aber nicht viel mehr abverlangt als die Sommer in den Jahren zuvor“, sagte Hubeler. Ihr und ihren Mitarbeitern sei es allerdings in den Gewächshäusern bei voller Sonneneinstrahlung manchmal dann doch etwas zu heiß geworden. „Da mussten wir dann draußen irgendwo im Schatten arbeiten“, sagt sie.

Auch die Pflanzen im Bad Vilbeler Stadtgebiet scheinen den Rekord-Sommer gut überstanden zu haben. Viel kann Ronald Agel, Leiter des Fachdienstes für Park- und Gartenanlagen, deshalb nicht über den jüngsten Sommer berichten. Rekordverdächtig heiß war es hier gewesen wie überall – und natürlich fehlte vor allem der Niederschlag. Knapp die Hälfte des Sollwertes hat es nur geregnet, schreibt der Deutsche Wetterdienst (DWD). „Wir mussten natürlich etwas länger wässern, da der Sommer einfach länger war, als sonst“, berichtet Agel. „Wenn es länger warm ist, braucht man auch mehr Wasser.“

Das Gießen habe während der heißen Monate zum großen Teil eine externe Firma übernommen. „Diese hilft dann aus, wenn der Bedarf steigt. Das gilt aber nicht nur für das Gießen, sondern auch für die Grünpflege. Denn die Personaldecke, um die ganze Stadt abzudecken, haben wir einfach nicht“, so Agel. Die externe Firma zu beauftragen sei bewährte Praxis und auch in diesem Hitzesommer sehr hilfreich gewesen: „Wir haben nur an einigen Stellen mehr gegossen. Dabei ging es aber eher um die Jungpflanzen“, sagt Agel. „Es ist gut möglich, dass nicht alle älteren Bäume einen solch langen Sommer überleben.“

In manchen Fällen habe auch vermehrtes Gießen nicht viel geholfen. „Ein Baum, der viele Jahre an einer Stelle steht, muss genug Wurzelwerk haben, um sich auch in extrem trockenen Zeiten mit Wasser versorgen zu können“, so Agel. Bäume, die nun durch die Hitze möglicherweise stark gelitten hätten, wären vermutlich auch ohne die Hitze an anderen Umständen eingegangen.

„Ausfälle gibt es immer“

, sagt Agel. „Aber auch in diesem heißen Sommer kam das nicht in dramatischen Mengen vor.“ Es sei nun einmal der Lauf der Natur, wenn manch eine Pflanze ungünstige äußere Umstände nicht überstehe.

Kurz gesagt: Es wurde länger gegossen, aber die Wassermengen nicht drastisch erhöht. Diesen Sommer sei man mit dem wertvollen Nass genauso verfahren wie immer: „Wir beschränken die Bewässerung auf ein Minimum und bemühen uns immer, mit Wasser gut hauszuhalten“, so der Fachdienstleiter.

Auf experimentelle Bewässerungs-Methoden des Grüns verzichteten die städtischen Gärtner in Bad Vilbel ebenfalls. Damit spielt Agel auf die Wassersäcke an, die etliche Kommunen wie etwa Kassel um Baumstämme legen ließ, um diese während der extremen Dürreperiode zu schützen. Diese „Taschen“ sind mit Wasser befüllt, durch winzige Löcher gelangt die Flüssigkeit über längere Zeit hinweg und in kleinen Mengen ins Erdreich. Je 75 Liter fasst ein solcher Sack; die Stadt Kassel bescheinigte dem Test gute Effizienz. Doch Agel findet: „In der Zeit und mit dem Aufwand, den man dafür benötigt, kann man die Bäume auch einfach gießen.“ Das Bad Vilbeler Grün habe den Sommer jedenfalls gut überstanden, lautet sein Fazit. Und auch die braunen Rasenflächen würden sich schon bald von selbst wieder erholen.

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