Glücksritter neben dem Obstregal

Rewe-Markt verwandelt sich in Casino

Ein Supermarkt erstrahlt in ganz anderem Licht. Denn wo sich normalerweise Gemüse und Obst stapeln; wurde im Bad Vilbeler Rewe-Markt Kaffenberger Platz gemacht für eine Bühne, Roulette- und Blackjacktische. Der Abend, ganz im Stil der 1920er- Jahre; sollte nicht nur den Gästen Spaß machen, sondern auch Geld für einen guten Zweck sammeln.

Die große Show- und Casinonacht steht unter dem Motto „Rewe Royal – Spielen statt shoppen!“ Schon am Eingang ist der Markt kaum zu erkennen: In Anzüge und Smokings gekleidete Herren sowie Damen in entsprechenden Kleidern stehen mit bunt gemischten Drinks vor dem beleuchteten Eingang, innen schirmt ein langer Sichtschutz den Teil des Marktes ab, der eben doch noch das enthält, wofür die Bad Vilbeler den Markt sonst besuchen.

So entsteht ein schlauchförmiges Areal, in dem sich vorne, am Eingang, die Bar, weiter hinten ein Lounge-Bereich mit der Bühne und dahinter die Spieltische und das Buffet befinden. „Wir sind wirklich super zufrieden, dass so viele Leute gekommen sind“, sagt der Organisator und Inhaber des Marktes, Bernd Kaffenberger. „Die Stimmung ist total ausgelassen und die Gäste haben richtig viel Spaß“.

Zehn Stunden Aufbau

Das freue ihn und seine Mitarbeiter natürlich umso mehr, vor dem Hintergrund, dass allein der Aufbau des Ganzen knappe zehn Stunden gedauert habe. „Wir haben den Teppich gelegt, der vom Eingang bis nach hinten zum Buffet reicht, die Sichtsperren aufgehängt und die Scheinwerfer installiert. Das war wirklich viel Aufwand“, beschreibt Kaffenberger. Insgesamt seien 15 seiner Mitarbeiter bei Aufbau, späterem Abbau, dem Buffet und der Garderobe im Einsatz. „Ich hatte schon länger die Idee, mal eine solche Veranstaltung zu machen, bei der der Markt kaum wiederzuerkennen ist“, erläutert der Inhaber. „Da wir auch etwas für den guten Zweck tun wollten, haben wir uns etwas an amerikanischen Charity-Events orientiert. Da lag die Casino-Thematik natürlich nahe“.

Ankommende Gäste erhalten direkt am Eingang gegen den stolzen Eintrittspreis von 100 Euro eben so viele Chips und können sich außerdem sicher sein, dass die Hälfte des Eintrittsgeldes gleich in den Topf wandert, der Mitte Oktober an „Aktion Mensch“ übergeben werden soll. „Wir sind bei der gleichen Werbeagentur als Kunde wie auch die Bad Homburger Spielbank“, erklärt Kaffenberger. Von dort wurden auch zwei Croupiers geschickt.

Lokale Prominenz

So stehen rund um den Blackjack- und auch den Roulettetisch zahlreiche Personen und versuchen ihr Glück. Natürlich steht der Aspekt des Charityevents im Vordergrund. Deshalb ist es nicht möglich, an diesem Abend die Bank zu sprengen. „Wir haben allerdings gemerkt, dass es den Gästen nicht unbedingt darauf ankommt, hier den Hauptpreis abzuräumen“, sagt Kaffenberger zu späterer Stunde.

Ein Citybike sowie ein Einkaufsgutschein über 150 Euro sollen gegen Mitternacht an den Spieler mit den meisten Chips vergeben werden. „Einige Leute mussten aber früher nach Hause. Eben hat mir ein Gast knapp 800 Chips in die Hand gedrückt, sich bedankt und seine Begeisterung über den Abend ausgedrückt, er habe aber leider schon gehen müssen“, berichtet der Inhaber. „Wir gehen deshalb mit den Chips sehr locker um. Wir wollen ja auch nicht, dass hier jemand leer ist und nicht mehr spielen kann.“

Für das leibliche Wohl gibt es besondere Biere aus der Craft-Brau-Schmiede in Bad Vilbel und Cocktails von zwei ausgebildeten Barkeepern. Auch das Buffet lässt keine Wünsche offen. Und was wäre ein Casino ohne lokale Prominenz? „Das, was Herr Kaffenberger hier heute Abend macht, ist großartig“, findet Stadtrat Udo Landgrebe (SPD). „Das könnte in Zukunft ein weiteres großes Event werden, das sich in Bad Vilbels Kulturlandschaft eingliedert.“

Die Gäste vergnügen sich an Spieltischen und der Bar, genießen die Musik im Stile früherer Jahrzehnte und natürlich die Liveshows auf der Bühne: Die „Pearlettes“, ein Sängerinnentrio, sorgen für Feierstimmung und wechseln sich mit den „Petits Fours“ ab – einer Burlesqueshow, bei der die Hüllen fallen, jedoch auf stilvolle Weise.

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