Schreibseminar

Wie man richtig Fragen stellt

Am Wochenende haben sich die Tore der Stadtbibliothek Bad Vilbel für ein Schreibseminar geöffnet. Ein ganzes Wochenende setzen sich die Teilnehmer ausführlich mit der richtigen Recherche und ihren verschiedenen Möglichkeiten auseinander. Am Ende durften sie sogar einen echten Kult-Autor interviewen.

Die Idee, einen Workshop zum Thema Recherche zu organisieren, lag für Seminarleiterin Annette Zindel-Strauss auf der Hand: „In den vorangegangen Veranstaltungen dieser Art, die ich geleitet habe, ist dieser Aspekt immer wieder aufgetaucht“, erzählt sie. „Da ich beruflich sehr eingespannt bin, habe ich mich entschieden, eine Kooperation mit Krimi-Autorin Uli Aechtner einzugehen. Das ist eine große Erleichterung für mich.“

In dem Seminar erlernen die Teilnehmer, wie man richtig recherchiert. Wichtig ist dabei, die richtigen Fragen zu stellen, Quellen zu nutzen und zum Telefonhörer zu greifen. Das wird am ersten Tag ausführlich anhand von verschiedenen Beispielen geübt.

„Am wichtigsten ist es, dass die Teilnehmer Spaß haben und sich selbstständig die Themen erarbeiten. Man muss eine Balance zwischen Arbeit und Wohlfühlen finden und sich vor allem der Gruppe und ihren Bedürfnissen anpassen. Die Teilnehmer sind freiwillig hier, deswegen wollen wir sie nicht quälen“, stellt Seminarleiterin Uli Aechtner fest.

Scarlet Meisegeier (15) hat Spaß beim Seminar: „Ich habe sehr viel Neues gelernt und finde es toll, so viele Gleichgesinnte zu treffen. Das ist beim Schreiben normalerweise nicht so, und die Ideen der anderen finde ich sehr interessant.“

Der zweite Teil besteht aus verschiedenen Einheiten und Modulen, bei denen die Teilnehmer erlernen, wie man richtig interviewt. So dürfen sie Meddi Müller, Frankfurter Kult-Autor, Verleger, Radio-Moderator und Feuerwehrmann, mit Fragen löchern.

Das kommt bei den Teilnehmern gut an: „Ich habe mich hier sehr wohl gefühlt. Mein Lebenstraum war schon immer, ein eigenes Buch zu veröffentlichen. Das schien mir aber immer sehr aus der Luft gegriffen – jetzt aber nicht mehr“, erklärt Ursula Tschorn (58).

„Dass verschiedene Generationen im Seminar vertreten sind, stellt überhaupt kein Problem dar. Es ist eher eine Bereicherung. Die Älteren profitieren etwa von der Mediensicherheit der Jüngeren“, führt Aechtner aus. Annette Zindel-Strauss fügt hinzu, dass sie in der Vergangenheit einen Kurs zum Thema „Hörspiel“ geleitet hat: „Das war super, weil wir durch die vielen unterschiedlichen und älter und jünger klingenden Stimmen eine größere Vielfalt hatten.“

Für Jeanine Hense (40) war es das erste Schreibseminar. „Ich finde es sehr interessant und hatte auch in der Vergangenheit schon sehr viele Ideen im Kopf, hatte allerdings immer Probleme mit dem Anfangen. Durch das Seminar habe ich jetzt viele Anregungen bekommen, wie ich das besser angehen könnte.“ Ulrich Aolkerman (70) fand besonders den Kontakt zu Gleichgesinnten gut: „Es ist schön zu wissen, dass man nicht der Einzige ist“, sagt er lachend.

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