Frankfurter Autorin Corinna Harder

Saalburgschüler erleben spannende Krimi-Reise

  • VonDieter Deul
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Die Frankfurter Autorin Corinna Harder präsentierte den Bad Vilbeler Saalburgschülern nicht nur eine spannende Rätselgeschichte. Sie erinnerte sich an ihre eigene Kindheit im Odenwald und weckte

Die Frankfurter Autorin Corinna Harder präsentierte den Bad Vilbeler Saalburgschülern nicht nur eine spannende Rätselgeschichte. Sie erinnerte sich an ihre eigene Kindheit im Odenwald und weckte bei ihren Zuhörern die Neugier auf das Detektiv spielen.

Eine Kindheit im Odenwald, ein kleines Dorf. Dort, so erinnert sich Corinna Harder (44) vor den Dritt- und Viertklässlern der Saalburgschule, an ihre eigene Vergangenheit auf „einem riesigen Abenteuerspielplatz“. Statt gleich mit dem Buch zu starten, kommt sie erst einmal ins Erzählen.

Dass sie früher Chefin eines Detektivclubs war – und weil es keine Mädchen gab, bestand der nur aus Jungs. Die Zentrale war ein mit Laub verdecktes Erdloch im Wald. Mal ging es auf die Suche nach Tierspuren. Und im Sommer, da habe sie stundenlang vor der örtlichen Bankfiliale gestanden und habe auf einen Bankräuber gewartet – der nie kam. Die Schüler hörten gespannt zu, erfuhren von Zeiten, als die Nachmittage noch nicht durch Schule oder Aktivitäten verplant waren.

Auch die Literatur entdeckte Harder wie ein Kinderspiel. „Ich habe immer viel gelesen.“ Mit zehn, erzählte sie, fing es mit dem Schreiben kleiner Geschichten auf der Schreibmaschine ihrer Großmutter an. Dazu klebte sie selbst gemalte und ausgeschnittene Bilder, fotokopierte das Ganze zu kleinen Heften. Die bewarb sie durch Anzeigen in Comic-Magazinen – und hatte schon ihre erste internationale Leserschaft.

Bis heute sind Harders Geschichten in 16 Sprachen veröffentlicht. Sie war Co-Autorin der Buchreihe „TKKG“, aber die ruhe derzeit, sagt sie. Auch das Schreiben, denn ein Umzug steht an, von Bornheim nach Offenbach. Was ihn kompliziert macht? „Ich habe Tausende Bücher“, verriet sie. Das Schreiben sei ihr Traumberuf: „Ich bin ganz viel unterwegs, um mich mit Kindern zu treffen.“

Auch die Lesung in der Schule selbst ist nicht nur ein bloßes Vorlesen, sondern auch ein Mitmach-Rätsel. Es geht um die Reihe „Top Secret ermittelt“. Dahinter verbergen sich Lara und Tim sowie ihr Maskottchen, das Schweinchen Erdmann.

Die beiden neugierigen Detektive besuchen einen pensionierten Polizisten, der ein richtig teures Andenken aus dem Himalaya-Staat Bhutan mitgebracht hat. Harder zeigt exotische Bilder des fernen Königreichs, erklärt, dort gebe es Glück sogar als Unterrichtsfach – und zeigt dann ein Bild des teuren Wandteppichs „Die zehn Drachen von Thimphu“.

Doch irgendetwas stimmt da nicht. Nicht nur Lara und Tim, sondern auch den Saalburgschülern fällt rasch auf: Es sind ja elf Drachen – eine Fälschung also!

Wie viele Schulen sie schon auf ihren Lesereisen besucht habe, wollten die Schüler wissen. Harder wusste es nicht – es seien schon rund tausend Lesungen seit 2003.

Bei dieser Zahl ging ein Raunen durch die Reihen der Kinder. Das ist ein Jahr länger, als die Viertklässler zusammen überhaupt an Jahren aufzuweisen haben.

„Gibt es auch Bücher für Erwachsene?“, fragte eine Schülerin Nein, entgegnete Harder. Sie entwickele mit ihrem Kollegen Jens Schumacher gerade eine neue Folge des Kartenspiels „Black Stories“.

Ausführliche Informationen zur Autorin gibt es im Internet auf deren Webseite .

(dd)

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