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Schämen soll sich der Müllfrevler!

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Von: Dieter Deul

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Auf die Schnelle entsorgt haben Unbekannte einen Bauschutt-Haufen auf dem Heilsberg. Sie kippten ihn einfach auf die Zigeunerwiese. Doch auch der alltägliche Müllfrevel bereitet der Stadt viel unnötige Arbeit. Zwei Tage pro Woche sammelt die Putztruppe Wagenladungen voll Unrat im Stadtgebiet ein.

Die Gelegenheit schien offenbar günstig. Verborgen hinter dem Gebüsch der Zigeunerwiese, kippten Unbekannte in der vergangenen Woche einen großen Haufen Erde mit Bauschutt auf die Grünfläche. Dem Liegenschaftsamt wurde das bereits Anfang vergangener Woche gemeldet.

Abgeladen worden sei wahrscheinlich bereits am Wochenende vom 14. bis 17. August, schildert Albrecht Kliem, der Leiter des Liegenschaftsamtes, in einem Brief an die Anwohner der umliegenden Straßen Am Hang und Alte Frankfurter Straße. Darin bittet er auch um Hinweise. Doch bislang hat sich noch niemand zu der Sache gemeldet.

Er wolle zunächst einmal abwarten, sagt der Amtsleiter, ob es doch noch Zeugen gebe. Anzeige wurde noch nicht erstattet. Doch demnächst muss die Stadt die Hinterlassenschaft untersuchen lassen,. Denn vor dem Abtransport ist zu klären, ob in dem Schutt auch Bestandteile sind, die eine aufwendigere Sondermüll-Entsorgung erforderlich machen.

Der Bürger zahlt

Schon einmal habe sich die Stadt mit einer großen Menge Erdaushub beschäftigen müssen, die im April 2013 auf die damals entstehende Dirt-Bike-Bahn am Christeneck gekippt wurde, erinnert sich Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU). Damals haben aufmerksame Zeugen aber rasch auf eine Baufirma aus Unterfranken als Verursacher hingewiesen (die FNP berichtete). Im März 2014 wurden mehrere Erdhügel neben der Baustelle des Dortelweiler Pflegeheims abgekippt.

Doch nicht solche Einzelfälle sind es, sondern die alltägliche Vermüllung der Landschaft verursacht bei der Stadt und somit auch bei den Steuerzahlern Kosten.

Bereits seit zehn Jahren sind deshalb drei als 450-Euro-Kräfte geringfügig beschäftigte Mitarbeiter in der Stadt unterwegs – die sogenannte Putztruppe. Jeder, der im Stadtgebiet Müll entdeckt, kann im Bauhof unter der Nummer (0 61 01) 52 82 61 anrufen. Dort werden die Aufträge gesammelt.

Jeweils montags und dienstags arbeitet die Truppe die Aufträge ab, ist 51 Stunden pro Monat unterwegs. Dabei kehre ihr Kleintransporter jedes Mal mit drei Kubikmeter Müll voll beladen zum Bauhof zurück, berichtet Stöhr weiter.

Permanent im Einsatz

Die Haupteinsatzgebiete liegen überall dort, wo Müllfrevler bequem und unbemerkt mit ihren Hinterlassenschaften anreisen können: auf dem Marktgelände des Festplatzes, dem Stadtwald und der Feldgemarkung. Feldschütz Marc Dudda weist immer wieder auf Müllfunde hin. Doch die Putztruppe nimmt sich auch der illegalen Graffiti an, die gleich mit Farbe überstrichen werden.

Die Putztruppe sei „permanent im Einsatz, das trägt beachtlich zur Sauberkeit der Stadt bei“, lobt Stöhr. Jetzt habe auch die Stadt Karben nachgezogen und nach Bad Vilbeler Vorbild eine solche Putztruppe gegründet. Doch das Ganze ist für Stöhr auch „ärgerlich, die Kosten gehen zulasten der Allgemeinheit“, also letztlich der Steuerzahler.

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