Zwischen Bad Nauheim und Butzbach wird direkt neben der Straße geradelt.
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Zwischen Bad Nauheim und Butzbach wird direkt neben der Straße geradelt.

Schnelle Wege für Radler

Es gibt weder in Deutschland noch in Hessen gesetzlich geregelte Qualitätsanforderungen für Radschnellwege. Auf Landesebene sind sie nur in Nordrhein-Westfalen geregelt.

Es gibt weder in Deutschland noch in Hessen gesetzlich geregelte Qualitätsanforderungen für Radschnellwege. Auf Landesebene sind sie nur in Nordrhein-Westfalen geregelt. Die Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV) hat in einem Arbeitspapier definiert, dass Radschnellverbindungen mindestens fünf Kilometer lang sein und Reisegeschwindigkeiten von mindestens 20 Stundenkilometern erlauben sollen.

Radwege, die in zwei Richtungen genutzt werden, sollen so breit sein, dass zwei Fahrräder nebeneinander fahren können und das Überholen oder Gegenverkehr möglich ist. Ampeln sollen den Radlern Vorfahrt gewähren, Kreuzungen eben (ohne Bordsteine) sein und Fußgängerwege getrennt verlaufen.

Die Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in Nordrhein-Westfalen (AGFS) hat allgemeine Anforderungen und Qualitätskriterien für Radschnellwege oder Radschnellverbindungen definiert. Dazu gehören die weitgehende Bevorrechtigung der Radler an Knotenpunkten, Vorrang an Ampeln („Grüne Welle“) und die Trennung zwischen Rad- und Fußverkehr. Die Querung von Bundesstraßen und stark belasteten Landesstraßen soll vermieden werden. Ist das nicht möglich, soll außerorts möglichst ein Tunnel oder eine Brücke gebaut werden oder eine signalgeregelte Lösung gesucht werden.

Für Fußgänger soll es per Ampel geregelte Furten, Fußgängerüberwege und Querungshilfen geben. Zudem sollen sie steigungsarm sein. Innerorts sollen die Radschnellwege beleuchtet sein, außerorts ist Beleuchtung erwünscht. Weiterhin soll es eine regelmäßige Reinigung und einen Winterdienst geben. In Hessen soll die erste schnelle Radverbindungen zwischen Darmstadt und Frankfurt entstehen. Der Regionalverband Frankfurt-Rhein-Main plant sie seit gut fünf Jahren. Sie wird aber nur als „Raddirektverbindung“ bezeichnet, weil die Anforderungen an Radschnellwege unter anderem bei der Fahrbahnbreite nicht erfüllt werden.

In der Wetterau gibt es schätzungsweise 1300 bis 2600 Pendler, die regelmäßig das Fahrrad für den Weg zur Arbeit benutzen. Gut 1000 Kilometer ausgewiesene Radwege gibt es im Kreisgebiet. Zumeist verlaufen diese aber auf landwirtschaftlichen Wegen und sind von den Anforderungen an Radschnellwege so weit entfernt wie eine Kreisstraße von einer Autobahn. Das Radwegenetz wurde für touristische Anforderungen konzipiert, also für gemütliches Radeln durch die Landschaft zu Sehenswürdigkeiten und nicht um zum Arbeitsplatz zu flitzen. ieb

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