Um den Seniorenbeirat über die zahlreichen Veranstaltungen, die jedes Jahr das Bad Vilbeler Seniorenbüro organisiert, zu informieren, hält Marianne Sahner-Völke einen kurzen Vortrag über ihre Arbeit.
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Um den Seniorenbeirat über die zahlreichen Veranstaltungen, die jedes Jahr das Bad Vilbeler Seniorenbüro organisiert, zu informieren, hält Marianne Sahner-Völke einen kurzen Vortrag über ihre Arbeit.

Beirat befürchtet weniger Programm

Seniorenveranstaltungen in Gefahr?

Um den Seniorenbeirat der Stadt Bad-Vilbel über die zahlreichen Veranstaltungen, die jedes Jahr das Bad Vilbeler Seniorenbüro organisiert, zu informieren, hielt Marianne Sahner-Völke am Montag einen kurzen Vortrag über ihre Arbeit. Da sie in Kürze in Altersteilzeit gehen wird, interessierte sich der Beirat besonders für Kostenfragen, um im Zukunft Prioritäten setzen zu können.

Von DOMINIK RINKART UND THOMAS KOPP

Das Seniorenbüro in Bad Vilbel ist eine etablierte Größe in Sachen Beratung, Hilfe und Freizeitgestaltung für Senioren. Im August wird dessen Leiterin Marianne Sahner-Völke in Altersteilzeit gehen. Damit wird nicht nur eine fleißige Organisatorin, die seit Jahren für zahlreiche regelmäßige Veranstaltungen sorgt, fehlen, denn zudem drohe eine halbjährliche Besetzungssperre und auch der Kostendruck des Haushalts nehme zu.

Viele Fragen und große Ungewissheiten stünden nun bevor, auch mit erheblichen Einschnitten in der Angebotspalette des Seniorenbüros müsse gerechnet werden, betont Sahner-Völke. Der Beirat sah sich nun gefordert, sich genauestens über die abwechslungsreiche Arbeit des Büros zu informieren, um selbst planen zu können und Bescheid zu wissen, in welche Bereiche und Veranstaltungen in Zukunft Geld investiert werden soll.

So würden viele Veranstaltungen zwar gut angenommen und stießen auf Begeisterung, stünden jedoch manch einem Bedarf in der Einzelbetreuung in Sachen Notwendigkeit entgegen. Dennoch kann sich Sahner-Völke bei bestem Willen nicht vorstellen, auf welche ihrer Veranstaltungen die Stadt in Zukunft verzichten könne und stellt die wichtigsten, regelmäßigen Veranstaltungen, Anklang und Kosten vor.

Seit 1951 gehöre die Seniorenfahrt zu einer festen Größe. Bis zu 900 Mitreisende konnten zwischenzeitlich erreicht werden. Seit Einführung eines Teilnehmerbetrags sei die Teilnehmerzahl zwar um die Hälfte zurückgegangen, dennoch sei es schwer vorstellbar, an der Seniorenfahrt zu rütteln, betont Sahner-Völke. Die Kosten dafür betrugen im letzten Jahr 17 000 Euro.

Ebensowenig sei der Seniorenfasching am Faschingssonntag wegzurationalisieren. Das zu organisieren, läge seit jeher in der Zuständigkeit des Seniorenbüros, seit 2011 genießt er jedoch die Unterstützung von Wilhelm Spriestersbach und seinem Team. 300 Zuschauer kämen hierbei jedes Jahr zusammen, es entstünden Kosten von 2300 Euro. Eine Kernaufgabe des Seniorenbüros seien Fahrten für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen. Zehn Fahrten pro Jahr mit maximal sieben Teilnehmern sowie eine Abschlussfahrt mit 20 Mitreisenden werden geboten. Der Zuschuss liege bei 4000 Euro.

Populär sei auch der monatliche Tanztee. 30 bis 50 Besucher tanzen zu Live-Musik und genießen das Beisammensein. Dieser werde jährlich mit 2000 Euro bezuschusst. Knapp darunter, mit 1500 Euro Zuschuss, liege die Veranstaltung „Musik und Sahnetorte“, die in Kooperation mit dem Haus der Begegnung ebenso zur kulturellen Landschaft in Bad Vilbel gehöre wie das Open-Air-Konzert zum Quellenfest, das jährlich 3000 Euro fordere.

Mit großem Interesse lauschen die Mitglieder des Beirates den Ausführungen Sahner-Völkes. „Wir brauchen die Erfahrung der Vergangenheit, um für die Zukunft zu planen“, erklärt die Vorsitzende Veronika Ilten. Nun werde eine Diskussion in Gang kommen, welche Veranstaltungen notwendig sind oder auf welche man in Zukunft aus Kostengründen verzichten muss. „Der Seniorenbeirat ist besorgt, ob das bestehende Angebot erhalten bleiben kann“, berichtet Ilten. Sie selbst hat dabei eine klare Priorität: „Veranstaltungen die der Sturzprophylaxe dienen, müssen bestehen bleiben.“ Dazu zählen vor allem Bewegungsveranstaltungen, auch Tanzveranstaltungen müssten gewährleistet sein,.

Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU) ist angesichts der Äußerungen Sahner-Völkes irritiert, beide haben inzwischen das Gespräch miteinander gesucht. Bei der Besetzungssperre handele es sich um ein vor Jahren beschlossenes Vorgehen des Stadtparlaments. Sie gelte für jeden Bereich der Verwaltung, und dann für ein halbes Jahr. Dennoch laufe die Arbeit des Seniorenbüros weiter, bei größeren Projekten könnten andere Fachbereiche helfen, auch Hilfe von außen könne in Anspruch genommen werden. „Eine Änderung im Stellenbesetzungsplan gibt es definitiv nicht“, schildert Stöhr.

Auch bei der finanziellen Ausstattung ändere sich nichts, so dass weiterhin alle Veranstaltungen stattfinden könnten. „Im Gegenteil hat das Seniorenbüro nicht alle Mittel in Anspruch genommen, die in den vergangenen Haushalten zur Verfügung gestellt wurden“, sagt der Bürgermeister.

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