Polizei-Verkehrsdienst unterrichtet Schüler

Sicher auf dem Velo unterwegs

  • VonDieter Deul
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Sich auf der Straße sicher zu bewegen, will gelernt sein. Deswegen erhalten die Viertklässler der Saalburgschule, wie alle anderen Grundschüler im Kreis, Unterricht auf dem Velo. Fünf Mal müssen sie mit zwei Polizistinnen im Dortelweiler Forum einen Parcours absolvieren, dann erst gibt es den begehrten Fahrradpass.

„Denkt an den Schulterblick – zwei Mal mindestens – und auch ans Handzeichen!“ Polizeioberkommissarin Annette Horhäuser vom Regionalen Verkehrsdienst des Wetteraukreises schaut zu, wie die Schüler der Klasse 4b von Claudia Thämlitz lautlos über den Hallenboden des Kultur- und Sportforums rollen. Straßen sind mit gelben Gummilinien markiert, überall stehen Verkehrszeichen herum. Für die Grundschüler ist das kein neuer Anblick, sie sind an diesem Vormittag schon zum vierten Mal zum Verkehrsunterricht angereist. Heute dürfen sie zum ersten Mal auch frei über den Parcours fahren. In einer weiteren Doppelstunde steht noch die Prüfung für den Fahrradpass an.

Schließlich müssen die Grundschüler sich bald ins reale Straßengeschehen wagen. Ab zehn Jahren dürfen sie mit ihren Rädern nicht mehr den Gehsteig benutzen. Deswegen gibt es im Wetteraukreis flächendeckend und das ganze Jahr über solche Verkehrstrainings. Horhäuser und ihre Kollegin Daniela Weickert sind im Westkreis unterwegs, haben vergangenes Jahr 75 Klassen unterwiesen.

Wichtiger Schulterblick

Im Ostkreis sind zwei weitere Kollegen an rund 70 Schulen aktiv gewesen. Im Winter wird in Hallen trainiert, im Sommer draußen, auch auf richtigen Straßen. Wichtig ist Horhäuser, dass die Kinder nicht nur die Verkehrszeichen kennen, sondern auch instinktiv bestimmte Vorsichtsmaßnahmen beachten. Der Schulterblick etwa sei ganz wichtig, um sicher Rad fahren zu können. Allerdings beobachte sie, dass immer mehr Kinder nicht richtig Rad fahren könnten, ihnen fehle das motorische Gleichgewicht, berichtet die Beamtin.

In solchen Fällen dürfen sie ausnahmsweise mit dem Roller am Parcours teilnehmen. Viele Kinder seien heute nicht mehr so mobil, weil sie auch nicht mehr so oft draußen alleine unterwegs seien.

Solche Sorgen muss sie sich bei den Saalburgschülern nicht machen. Weil sehr viele von ihnen aus Massenheim kommen und auf Feldwegen zur Schule gelangen, sind sie schon ab der ersten Klasse das Radeln auf dem Schulweg gewohnt. Nur einmal schafft einer der Jungen eine enge Kurve nicht und fällt um, ohne sich wehzutun. Ansonsten herrscht im Forum eine schon ungewöhnliche Ruhe, keine Aufregung, kein Klingeln. Sehr konzentriert machen sich die Schüler auf den Weg. Es gibt zwei Gruppen. Die eine radelt, die andere macht bei Fahrfehlern Striche.

Eltern sind gefordert

Horhäuser und Weickert müssen nicht eingreifen, sie geben nur knappe Hinweise: „Erst umschauen, Handzeichen, einordnen.“ Aber es gibt auch Situationen, die schwieriger sind. Wenn zwei Radler gleichzeitig links abbiegen wollen. Die beiden Schüler stehen dabei etwas unschlüssig an der Kreuzung, bis Horhäuser sagt: „Ihr könnt gleichzeitig aneinander vorbei abbiegen.“ Doch mit dem bestandenen Fahrradpass ist noch nicht alles erledigt. Horhäuser appelliert an die Eltern, mit ihren Kindern das Erlernte in der Praxis einzuüben, mit ihnen gemeinsam loszufahren.

Tipps rund um das Thema Verkehrserziehung und sicheres Radfahren gibt die Verkehrswacht auf der Internetseite .

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