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Kernstadt-Ortsbeiratsmitglied der SPD Katja Meiner erläutert die Geschichte des Kurhauses

Stadtgeschichte

Sozialdemokraten feiern Abschied vom alten Kurhaus

Christian Kühl Stadtverordneter der Bad Vilbeler SPD begrüßt die zahlreichen Gäste und blickt über den sich füllenden Kurhaus-Saal. „Das Gebäude ist Ende der 1920er-Jahre aus einer Bewegung der Arbeiterschaft entstanden“, rekapituliert er. „Damals hieß es noch Volkshaus und sollte ein Anlaufpunkt für alle Vilbeler werden.“ Seiner Partei sei im Zuge der Planungen in den vergangenen Monaten immer wichtig gewesen, dass der Kern des Hauses erhalten bleiben müsse. „Laut der Pläne bleibt das Kurhaus auch von außen zu erkennen und deshalb empfinde ich vor allem Vorfreude auf das, was kommt“, verrät Christian Kühl.

Christian Kühl Stadtverordneter der Bad Vilbeler SPD begrüßt die zahlreichen Gäste und blickt über den sich füllenden Kurhaus-Saal. „Das Gebäude ist Ende der 1920er-Jahre aus einer Bewegung der Arbeiterschaft entstanden“, rekapituliert er. „Damals hieß es noch Volkshaus und sollte ein Anlaufpunkt für alle Vilbeler werden.“ Seiner Partei sei im Zuge der Planungen in den vergangenen Monaten immer wichtig gewesen, dass der Kern des Hauses erhalten bleiben müsse. „Laut der Pläne bleibt das Kurhaus auch von außen zu erkennen und deshalb empfinde ich vor allem Vorfreude auf das, was kommt“, verrät Christian Kühl.

Auch zukünftig sollen die Vilbeler Vereine die Räumlichkeiten nutzen dürfen. „Viele Erinnerungen hängen hier an dem Gebäude. Ich bin hier eingeschult worden, wir hatten viele SPD-Feiern hier. Aber das Gebäude kommt ja nicht weg.“ Auch den Stadtverordneten und Bad Vilbeler Behindertenbeauftragten Hajo Prassel macht die Abschiedsfeier nachdenklich: „Für mich war das Kurhaus immer der Mittelpunkt der Historie der SPD in Bad Vilbel“, so Prassel. „Aber der Saal bleibt ja erhalten“, blickt auch er nach vorne. „Ich hoffe, dass diese Verbindung zwischen dem alten Kurhaus und dem Neubau gut gemacht wird. Der Charme der 1930er Jahre darf nicht ganz verloren gehen, das ist für mich das Wichtigste.“

An Schautafeln überall an den Wänden des großen Saals haben die Bad Vilbeler Sozialdemokraten Plakate, Zeitungsausschnitte und andere Texte aus der Vergangenheit des Kurhauses aufgehängt. Eine Werbeschrift aus dem Jahre 1933 verspricht Besserung von Herzleiden, Nerven- und Nierenleiden, Gicht und Lähmungen bei einem Besuch der Kurstadt Bad Vilbel.

Hübsch illustriert ist das Kurhaus auf der alten Werbeschrift, mit Cafés im Grünen rund um das Gebäude. Neben den historischen Bildern haben Bad Vilbeler Bürger ihre Erinnerungen an das Kurhaus aufgeschrieben und an die Wände geheftet. „Abi-Party mit viel Alkohol. Am nächsten Morgen Scherben einsammeln auf dem Vorplatz“, heißt es auf einer dieser. „Die Grundsteinlegung erfolgte am 29. Mai 1927“, weiß Klaus Jaschke, der vor der Veranstaltung historische Texte und Bilder gesichtet und zur Präsentation aufbereitet hat.

Der Zusammenhalt der Arbeiter sei groß gewesen zu dieser Zeit, aus dem wenigen, was sie damals hatten, hätten diese viel eigenes Kapital investiert. In einer stark besuchten Gemeindeversammlung am 23. April 1931 legten die Vertreter der Volkshaus-Gesellschaft ausführlich ihre Vorstellungen von der weiteren Entwicklung des Hauses dar. 900 Menschen verfolgten die Versammlung. Nur wenige Monate später wurde das Volkshaus für etwa 179 800 Reichsmark an die Stadt Bad Vilbel verkauft. Eine eigens dafür gegründete GmbH hatte den Bau damals begleitet. Der Saal hat sich mittlerweile gefüllt, fast voll ist es im Kurhaus.

Vor der Bühne stehen Lucia André (SPD) und Mirjam Fuhrmann (SPD) begrüßen die Gäste und kündigen Katja Meiner an. Sie ist Ortsbeiratsmitglied der SPD in der Kernstadt und erweckt die Geschichte zum Leben. Verkleidet als Arbeiter aus den 1920er-Jahren betritt sie die Bühne. „Täglich nach der Arbeit und am Wochenende haben wir hier gearbeitet“, berichtet sie in ihrer Rolle. Verschiedene Kostüme wird sie an dem Abend tragen immer untermalt von kurzen, historisch passenden Musikstücken der Band J&J Music.

Im weiteren Verlauf des Abends hält außerdem Landratskandidatin Stephanie Becker-Bösch ein kurzes Grußwort. „Ich finde, der Neubau ist eine gute Geschichte“, überlegt derweil Stadtrat Udo Landgrebe. Ich bin heute nicht wehmütig, der Blick geht nur nach vorne“, sagt er.

Vereine sollten die Räume weiter nutzen dürfen. Klaus Arabin ist Stadtverordneter der SPD und geht ebenfalls recht unemotional an die Verabschiedung des alten Kurhauses heran: „Ich bin froh, dass es mit dem Bau endlich los geht, die Pläne des Architekturbüros Vielmo gefallen wir wirklich gut“, sagt er. „Ich bin ja kein alter Vilbeler, der hier besonders viele persönliche Erinnerungen an das Gebäude hat“, fährt er fort. „Aber ich habe schnell gemerkt, wie wichtig das Kurhaus für die Tradition in der Stadt ist und für die Geschichte der SPD.“

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