+
Aua: Ginsheims Kota Ugara ?verbiegt? sich gegen Bad Vilbels Ugur Arslan (rechts).

Fußball

Vor dem Spiel Bad Vilbel gegen Fulda-Lehnerz macht man sich auf beiden Seiten Gedanken

Am Ende der zurückliegenden englischen Woche ließen auch die Spitzenteams Federn: Tabellenführer FC Gießen etwa ging im zehnten Spiel binnen sechs Woche erstmals nicht als Sieger vom Platz.

Der FV Bad Vilbel gehörte eindeutig zu den Verlierern der zweiten englischen Woche in der Fußball-Hessenliga. Zu Hause gegen Viktoria Griesheim, in Lohfelden und in Hadamar hat die Mannschaft von Trainer Amir Mustafic verloren und damit eine komfortable Ausgangsposition binnen neun Tagen verspielt.

Wesentlich besser schlug sich mit den beiden jüngsten Siegen die Spvgg. Neu-Isenburg, die ihr Punktekonto auf zehn Zähler ausbaute und heute nun entspannt beim Spitzenreiter FC Gießen antreten kann. Türk Gücü Friedberg nutzte die englische Woche mit ebenfalls sechs Punkten, um so richtig in der Liga anzukommen. Nun soll am Sonntag gegen den Aufsteiger FC Eddersheim nachgelegt werden (Anpfiff jeweils 15 Uhr).

Jetzt heißt es also erst einmal Abstiegskampf am Niddasportfeld, denn der FV Bad Vilbel hat bereits bis zu drei Partien mehr ausgetragen als die schlechter dastehende Konkurrenz – und dabei wahrlich keinen großen Vorsprung herausgeholt. Am Samstag kommt mit der SG Barockstadt Fulda-Lehnerz nun gleich eines jener Teams aus dem Tabellenkeller, die man besser in Schach halten sollte.

„Fulda ist eine spielstarke Mannschaft und sehr robust. Eigentlich. Aber irgendwie läuft es bei denen auch nicht und die machen sich sicher genauso Gedanken wie wir – wenn nicht noch viel mehr“, sagt Bad Vilbels Trainer Amir Mustafic. Die SG Barockstadt steht mit sieben Punkten aus sieben Spielen deutlich schlechter da, als man sich das im Osten Hessen erhofft hatte.

Und auch in Bad Vilbel ist nach drei Niederlagen in Folge Ernüchterung eingekehrt. „Die Jungs müssen Gas geben und über 90 Minuten konzentriert bleiben, nicht nur über 75 oder 80. Wir müssen in den Zweikämpfen wieder konsequenter sein und vorne auch“, stellt Mustafic klar. Das habe er natürlich auch im Mannschaftskreis angesprochen und ins Training einfließen lassen: „Es war ja zuletzt immer wieder die gleiche Art und Weise, wie wir verloren haben. Es liegt also nicht nur am Personal, denn das haben wir ja teilweise verändert, sondern ist anscheinend eine allgemeine Schwäche der ganzen Mannschaft.“

Die eigene Art, Fußball zu spielen, werde man allerdings nicht aufgeben. „Es muss nur einfach mehr Zug drin sein, wenn es darauf ankommt. Da nützt Jammern nichts, wir müssen uns verbessern. In den Füßen haben es die Jungs und körperlich sind sie auch da, das ist also wohl alles eine Kopfsache“, so Mustafic. Er wird personell weiterhin Experimente wagen: „Wir müssen ja jetzt die richtige Mischung finden.“ Abwehrchef Joans Grüter steht heute nicht zur Verfügung und bei Aydin Maksumic wird es zumindest knapp.

„Hoch gewinnen wir da nicht“, blickt Trainer Peter Hoffmann schmunzelnd auf das heutige Gastspiel der Spvgg. Neu-Isenburg beim Tabellenführer FC Gießen voraus.

Bei allen drei bisherigen Saisonsiegen in Ederbergland (4:1) und Hünfeld (2:0) sowie gegen Lohfelden (4:1) schickte Hoffmann die gleiche Startformation auf das Feld. „Jetzt werden wir aber wechseln müssen“, erklärt er. Zum einen droht Innenverteidiger Mario Rhein (leichte Oberschenkelzerrung) auszufallen, zum anderen stehen in den kommenden drei Wochen sieben Partien an: Fünf in der Hessenliga, dazu jeweils eine im Hessen- und Kreispokal. „Da können wir nicht jedes Mal mit der gleichen Mannschaft auflaufen. Wir haben einen 19er-Kader und damit die Qual der Wahl“, so Hoffmann, der auch dafür sorgen muss, die gute Stimmung im Team weiter hochzuhalten.

„Wir wollen im Pokal weiterkommen“, sagt Hoffmann mit Blick auf das Hessenpokal-Achtelfinale gegen Ligarivale Hessen Kassel am Mittwoch. Dagegen dürfte beim FC Gießen am Samstag nicht viel zu holen sein – auch wenn der Spitzenreiter gerade erstmals in dieser Spielzeit Federn ließ. Hohes Tempo, hervorragende Technik, stark besetzte Bank, das sind laut Hoffmann die Stärken der Mittelhessen: „Und die sind alle mit sehr hohem Tempo am Laufen, auch in der Rückwärtsbewegung. Wir wollen uns in Gießen so teuer wie möglich verkaufen, dürfen uns nicht abschießen lassen.“

Mit der Tatsache, in Ober-Rosbach erneut auf Naturrasen spielen zu müssen, sollten sie in den Reihen von Türk Gücü Friedberg eigentlich keine Probleme haben. Jedenfalls gingen die Wetterauer dort in bislang zwei siegreichen Partien gegen Ederbergland (4:0) und Flieden (3:0) sehr konzentriert zur Sache. Allerdings bringen zwei andere Fragen, die nach der 1:3-Niederlage bei Viktoria Griesheim im Raum stehen, Coach Mustafa Fil vor dem Aufsteiger-Duell gegen den stark gestarteten FC Eddersheim ein wenig ins Grübeln: Wer soll den gesperrten Kapitän Alit Usic auf der Außenbahn ersetzen? Und wer übernimmt Jonatan Tesfaldets Aufgaben auf der Sechserposition nach dessen Gelb-Roter Karte? Dass Abdussamed Gürsoy (außen) und Filip Osman (zentral) mögliche Alternativen sind, bestätigt Fil, doch festlegen möchte er sich nicht: „Es sind auch andere Lösungen denkbar, zumal wir in der Breite gut aufgestellt sind.“

Im Übrigen bietet das Aufsteiger-Duell den Fans einen Leckerbissen der besonderen Art: Beide Mannschaften verfügen über treffsichere Stürmer. Derzeit führt Friedbergs Younes Bahssou die Hessenliga-Torjägerliste mit elf Treffern vor Eddersheims Turgay Akbulut an, der schon zehn Mal erfolgreich war. Übrigens: Abwehrspieler Luca Grölz (kam von den Sportfreunden Siegen) hat die Friedberger inzwischen wieder verlassen und sich dem Verbandsligisten Rot-Weiß Walldorf angeschlossen.

(rst,leo,ub)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare