Interne Querelen

Sportzentrum: „Turnverein will weiter mitmischen“

Die Handballabteilung des Turnvereins (TV) Bad Vilbel kommt nicht zur Ruhe. Nun kommen neue Vorwürfe ans Licht – Geld spielt dabei eine Rolle.

Bereits vor einigen Wochen berichtete diese Zeitung über Streitereien beim TV Bad Vilbel. Konkret ging es dabei um eine interne E-Mail, in der der ehemalige Schatzmeister der Abteilung den Vorwurf äußerte, er sei von seiner Position weggemobbt worden. „Intrigen gegen meine Person sowie der Habitus eines Teils des Vorstandes“ nannte Schatzmeister Ingo Hohn als Gründe für seinen anscheinend nicht ganz freiwilligen Rücktritt kurz vor der diesjährigen Jahreshauptversammlung.

Die E-Mail, die an die Öffentlichkeit gelangte, belastet Teile des Vorstands des Hauptvereins TV Bad Vilbel schwer: Diese hätten Hohn loswerden wollen, um einen ihnen loyalen Schatzmeister in der Handballabteilung zu installieren.

Die Handballabteilung ist ein wichtiger Faktor innerhalb des TV Bad Vilbels. Die Abteilung läuft gut, mit Aktionen wie etwa der Musicalnacht nimmt sie ordentlich Geld ein. Geld, das der Verein mutmaßlich dringend braucht, denn derzeit befindet er sich mit dem Dortelweiler Sportverein Fun-Ball im Wettstreit um das Neubaugebiet im Quellenpark.

Während Fun-Ball mit dem Vorschlag vorgeprescht war, dort ein neues Multifunktions-Sportzentrum zu errichten, drohte der TV Bad Vilbel ins Hintertreffen zu geraten. Aber um selber dort etwas zu bauen, fehlte es an Geld. Und das gibt es im Traditionsverein nur in der Handballabteilung.

Genau über dieses Thema soll Hohn laut neuen Informationen der anonymen Quelle in Streit mit dem Vorstand geraten sein. „Die Spur war richtig! Es geht um das Thema Quellenpark“, schreibt der Informant in einem dieser Zeitung per Post zugesandten Schreiben. „Der TV will weiter mitmischen, dazu bedarf es des Geldes.“

Die Handballer indes seien wenig erfreut darüber gewesen, Geld für ein Projekt abzugeben, von dem sie kaum profitieren würden. „Hohn hat sich dagegen gestemmt. Deshalb musste noch kurz vor den Neuwahlen hinter seinem Rücken ein dem Vorstand ergebener Kassenwart in der Handballabteilung installiert werden, der dem Übergang zustimmt“, sagt die anonyme Quelle zum Abgang Hohns. Und bestätigt damit die Vermutung, dass es sich um mehr als eine personelle Auseinandersetzung gehandelt hat. Sein Nachfolger Rainer Ackermann soll Vereinschef Wolfgang Schmidt nahe stehen, schreibt der Informant.

Wie viel Geld von den Handballern zum Hauptverein verschoben werden sollte, ist unklar, es könnte sich dabei jedoch durchaus um eine stattliche Summe handeln. Auch ob die Verschiebung letztlich stattgefunden hat, ist nicht bekannt.

TV-Vorsitzender Schmidt selbst gab gegenüber dieser Zeitung zu Protokoll, dass er nichts von der Angelegenheit wisse. „Die E-Mail und die darin genannten Vorwürfe sind mir unbekannt.“ Mittlerweile will er sich zu der Sache gar nicht mehr äußern. „Zu dieser Sache sage ich nichts“, erklärte er kurz angebunden. Vor allem beweisen die vereinsinternen Streitereien jedoch eines: Der Verein hat das Rennen um den Quellenpark wohl noch nicht aufgegeben.

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