Bahnverkehr in der Wetterau

Stellwerkschaden: Ab Donnerstag fahren mehr Züge

Seit fünf Tagen werkeln Techniker der Bahn und der Herstellerfirma am defekten elektronischen Stellwerk des Friedberger Bahnhofs. Die Bahn wagte am Mittwoch noch keine Prognose, wann es wieder funktioniert. Doch es gibt ab heute immerhin Verbesserungen für einige Wetterauer Bahn-Pendler.

Einige Weichen können offenbar wieder elektronisch verstellt werden – Spezialisten gelang es laut Bahn-Sprecher Thomas Bischoff, die technischen Störungen am Friedberger Bahnhof teilweise zu beheben. Ab dem heutigen Donnerstag soll mehr Zugverkehr auf der Main-Weser-Bahn stattfinden.

Konkret: Die seit Sonntag über Fulda umgeleiteten Züge der InterCity-Linie 26 zwischen Frankfurt und Kassel fahren wieder über Friedberg. Die Bahnhöfe Frankfurt, Gießen, Marburg, Stadtallendorf und Treysa sollen planmäßig angefahren werden. Die Regionalexpresszüge Frankfurt– Kassel verkehren laut Bischoff mit Betriebsbeginn am 9. Februar nach Fahrplan. Auch die Züge des Mittelhessen-Express von und nach Frankfurt fahren ohne Einschränkungen. Schon am Mittwoch gab es mehr oder weniger pünktlich halbstündliche Verbindungen zwischen Friedberg und Frankfurt.

Der Mittelhessen-Express zwischen Gießen und Hanau über Friedberg bleibt aber unterbrochen. Planmäßig fahren Züge von Gießen bis Bad Nauheim und von Nidderau nach Hanau. Die Lücke zwischen Bad Nauheim und Nidderau schließen Ersatzbusse. Das gilt auch für die S-Bahn-Linie S6 zwischen Friedberg und Nieder-Wöllstadt. Hier fahren ebenso Ersatzbusse.

S6 wieder ganz nach Plan

Immerhin: Auf dem südlichen Ast fährt die S6 wieder komplett nach Fahrplan im 15-Minuten-Takt. Laut Bahn werden auch die „Zwischentakte“, die nur zwischen Groß-Karben und Frankfurt unterwegs sind, nicht länger aus. Die Bahn hatte sie in den vergangenen Tagen streichen müssen, weil Triebwagen in Friedberg gefangen waren auf Gleisen, deren Weichen sich nicht umstellen ließen. Ein Kurzschluss hatte am Sonntagnachmittag das Stellwerk Friedberg lahmgelegt.

Nach wie vor können sich Fahrgäste jedoch nicht komplett auf die Fahrpläne verlassen: Die Deutsche Bahn empfiehlt allen Fahrgästen, sich vor Fahrtantritt über ihre Verbindung zu informieren. Zum Beispiel auf m.bahn.de, in der DB Navigator-App und auf der Webseite . oder bahn.de/aktuell. Für alle Ärgernisse bitte die Bahn ihre Kunden um Entschuldigung, so Thomas Bischoff.

Bei Marion Götz hält sich das Verständnis in Grenzen. Die Friedbergerin arbeitet in Raunheim. Am Montagmorgen wusste sie noch nichts von der Panne und musste in aller Frühe eine Freundin bitten, sie mit dem Auto schnell nach Südhessen zu fahren.

Viel los auf den Straßen

Am Dienstag und Mittwoch suchte sie sich andere Mitfahrgelegenheiten. Schlimmer noch findet sie, dass die Bahn offenbar ohne Vorsorge in diese Megapanne geschlittert sei: „Jedes kleine Unternehmen mit fünf Mitarbeitern muss in Deutschland auf Risiken gefasst sein. Wieso nicht die Bahn?“

Merklich voller waren in den vergangenen Tagen die Straßen rund um Karben. Lange Staus auf der B 3 bis Bad Vilbel zehrten an den Nerven der Pendler. Selbst auf der Friedberger Straße zwischen Dortelweil und Bad Vilbel kam der Verkehr am Mittwoch zum Stillstand, berichten Betroffene.

Am Mittwoch hatte sich zwar die Aufregung im Friedberger Bahnknotenpunkt gelegt. Doch am Infoschalter räumte der freundliche Mitarbeiter ein: „Die letzten Tage waren hart.“

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