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Hessentagsbewerbung von Bad Vilbel

Stimmen zu Hessentag: Gute Erfahrungen gemacht

  • Thomas Kopp
    VonThomas Kopp
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Eine Stadt wie Bad Vilbel benötigt Erfahrungen anderer, wenn sie den Hessentag 2020 zum Erfolg machen will. Wie das gelingen kann und wie Vereine mitwirken können, das weiß einer, der es im vergangenen Jahr hautnah miterlebt hat.

Einen gewissen Glanz erhalten die Augen von Jörg-Michael Simmer, wenn der Mann von der Geschäftsführung des Stadtmarketings in Herborn vom Hessentag im vergangenen Jahr in seiner Stadt erzählt. Herborn hat immerhin nur 20 000 Einwohner, davon 10 000 in der Kernstadt.

„Eine gewaltige Aufgabe, doch Bad Vilbel kann sich das zutrauen“, sagt Simmer. Vor allem, wenn man mit dem Auftritt der „Hollywood Vampires“ das einzige Deutschland-Konzert von Alice Cooper, Johnny Depp und Joe Perry im Veranstaltungsprogramm hat. „Wie das zu uns gekommen ist, weiß ich bis heute nicht, aber man kennt uns nun weit über Hessen hinaus“, sagt Simmer und muss lachen. Und das war nur einer von rund 1000 Programmpunkten, die in jenen zehn Tagen des Hessentag-Festes anstehen.

Dabei war Herborn schon einmal Ausrichter des größten Wander-Festes Europas. „Doch 1986, das war ganz anders als 2016“, sagt Simmer von der Stadtmarketing-Gesellschaft, die als Schnittstelle zwischen den Vereinen und den Organisatoren diente.

Von Anfang an habe in seiner Stadt viel Begeisterung geherrscht. Trotzdem musste auch Herborn spicken. Das taten die Verantwortlichen nicht nur beim Vor-Gastgeber in Hofgeismar, sondern auch im nahen Wetzlar, das 2012 als Gastgeber fungierte.

Denn als Stadt müsse man auch eigene Vorstellungen durchsetzen gegen die üblichen großen Spieler. „Der Hessische Rundfunk ist da ein Super-Tanker“, sagt Simmer. Nicht alles, was dort geplant werde, sei nachzuvollziehen. Das Land habe nach einer Neuausrichtung nicht mehr so den Daumen drauf, der Ausrichter könne in der ansonsten „geölten Maschinerie“ mitreden. Doch ein „Hessentags-Handbuch“ gebe es nicht.

Und die Vereine seien dabei überaus wichtig, auch wenn sich nicht viel Geld verdienen lasse. Dafür würden unzählige Helfer benötigt, für alle möglichen Einsätze. Bis hin zum Chauffieren eines Superstars. Doch Sarah Connor würde Simmer nicht mehr fahren wollen, sagt Simmer und bekommt einen schelmischen Blick.

Vereine seien Multiplikatoren, könnten auch viele eigene Aktionen starten, so Zulauf bekommen. Und am Tag nach dem Finale stehe noch ein Reisen-Helferfest an, „eine geile Party!“

Wichtig für die Bewerbung sei Geschlossenheit, nicht nur im politischen Bereich. „Dann entsteht ein großartiges Wir-Gefühl, ein Bekenntnis zu seiner Stadt.“

Und was ist geblieben? „Viele sanierte Fachwerkhäuser“, sagt Simmer. Und ein Aussichtsturm. „Den wollte zunächst keiner haben, jetzt ist er die Besucher-Attraktion.“ Jede Stadt, die sich nicht bewerbe, obwohl sie in der Lage dazu sei, „macht einen Fehler.“ Simmer selbst würde immer wieder beim Hessentag mitmachen wollen.

(kop)

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