Bis zu 1600 Gäste feiern am Sonntag in der Bad Vilbeler Alten Mühle

Den Mai tanzend begrüßen

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In den Mai wird in der Alten Mühle nicht einfach nur hineingetanzt, sondern mit einer Riesen-Party gefeiert. Bei der inzwischen 26. „Maionnaise“ hat sich aber gar nicht so viel geändert, denn der Spaß steht weiter im Mittelpunkt. Aber es können bei einem Schnellkurs auch noch fehlende Kenntnisse auf dem Tanzparkett aufgefrischt werden.

1999 fing alles an, mit 1338 Premierebesuchern, erinnert sich Annette Zindel-Strauß vom städtischen Kulturamt. Damals sollte eine Party zum 1. Mai gestartet werden. „Was fängt mit Mai an?“, lautete die Frage, und es war die hohe Zeit der Wortkalauer, etwa bei der Gründung des Chors „VilBel Canto“. Jemand kam dann auf die „Maionnaise“, freute sich über die Pointe „voll fettes Programm“, erinnert sich Zindel-Strauß. Jetzt, im Rückblick des 26. Jahres, findet sie: „Im Grunde hat sich nicht viel verändert, die Leute wollen einfach nur tanzen und Spaß haben.“

Unterschiede gibt es aber bei der Musikauswahl. Am Anfang war noch eine Disco mit 70er-Jahre-Musik, es sollte eine Motto-Party sein, zu der die Leute sich entsprechend der Zeit anziehen sollten, etwa mit Minikleid und Plateau-Schuhen. Doch die Sache mit den Motti hat sich nicht durchgesetzt. Auch Karaoke, einige Jahre im Programm, sei von der Atmosphäre her nicht gut gelaufen, sagt die Macherin. Aber auch DJ-Wettbewerbe und Konzerte, wie das der „U-Bahn-Kontrollöre in tiefgefrorenen Frauenkleidern“ sind Geschichte - übrig bleibt das reine Tanzvergnügen.

Denn in der Nacht zum 1. Mai füllt sich die Alte Mühle vom Café bis zum Theatersaal. Es gibt ein ständiges Kommen und Gehen zwischen den drei Bereichen, dem Theater- und Kinosaal, wo ab 20.30 Uhr Lisa und Jens Schneider einen Crashkurs für Standardtänze geben – und die Schritte danach bis 22.30 Uhr bei entsprechender Tanzmusik getestet werden können Danach legen dort die DJs Rose Nyli und (Clubkeller Frankfurt) und Thomas B (KUZ Mainz) auf. Die Theaterwerkstatt wird zum „Darkfloor“ mit Techno und Techhouse Styles, aufgelegt von dem DJ-Duo Reverbe & Monsieur Kasbergé. In eine klassische Pianobar verwandelt René DiRienzo das Café, singt dort ab 22 Uhr Lieder von Udo Jürgens. Wünsche werden noch entgegengenommen unter der E-Mail rene@dirienzo.de

In die Alte Mühle passen knapp 1600 Gäste, 2007 waren es sogar 1625, im Vorjahr nur 1081. Dennoch wirft die „Maionnaise“ keine dicken Gewinne ab, sagen Zindel-Strauß und Gesine Otto, die Programmverantwortlichen der Alten Mühle. Denn für die große Party ist ein ebenso großer Aufwand erforderlich.

Drei Tage Umbau

, alles wird komplett leer geräumt, Podeste an den Fenstern befestigt. Nur die Galerie bleibt verschont, sie wird nicht mehr mitgenutzt.

Der Rückbau dauert noch mal zwei Tage. Und nicht zuletzt: Die Nacht ist lang, open end. Niemand solle „rausgekehrt“ werden. So kann eine „Maionnaise“ bis 3 Uhr dauern – oder auch bis um 5 Uhr. Das schweiße auch das Team zusammen, erzählt Zindel-Strauß – und wo könne sie sonst mit Kinomacher Dennis DiRienzo einfach so Foxtrott tanzen?

Längst hat sich die Maifeier auch als Treffpunkt etabliert, zu dem sich bunte Gruppen aus den Altersstufen von 16 bis 70 verabreden. Ärger gebe es weder mit den Nachbarn in der Lohgasse („Die feiern einfach mit“), noch beim Parken, denn viele kommen mit der S-Bahn oder parken auf dem nahe gelegenen Festplatz, sagt Zindel-Strauß. Aber eine Veränderung gebe es doch, räumt sie ein. Früher habe sie selbst mehr im Publikum mit getanzt, jetzt gehe es ihr mehr darum „den Überblick zu behalten“.

Karten gibt es nur an der Abendkasse. Ab 20.30 Uhr kosten sie acht Euro, ab 22.30 Uhr zehn Euro.

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