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Treten dient dem Wohlbefinden

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Von: Petra Ihm-Fahle

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Das Wassertreten, wie es der Mediziner Lutz Ehnert (vorne) praktiziert, stellt eine wichtige Säule der Lehre Sebastian Kneipps dar.
Das Wassertreten, wie es der Mediziner Lutz Ehnert (vorne) praktiziert, stellt eine wichtige Säule der Lehre Sebastian Kneipps dar. © Petra Ihm-Fahle

Zum Kneipp-Gesundheitstag wird für den morgigen Samstag, 21. Mai, in Bad Nauheim eingeladen. Kneipp-Vereinsvorsitzender Lutz Ehnert, ein Mediziner, schildert sein Ziel, die Stadt zu einem Kneipp-Heilbad zu machen. Mit dem Tretbeckenfest gibt es am Wochenende auch an anderer Stelle ein Angebot, und zwar am Sonntag, 22. Mai, in Bad Vilbel.

Schon als Kind kurte Lutz Ehnert mit seinen Eltern in Bad Wörishofen. „Es sind die Wurzeln, dass ich mich für Medizin interessiert habe und Arzt geworden bin.“ Obwohl Ehnert in Bad Nauheim promovierte, war es schließlich dem Zufall geschuldet, sich in der Gesundheitsstadt niederzulassen, da er eine Vertretungsstelle antrat – und blieb.

„Ich war nun in der Stadt, wo ich meine Doktorarbeit gemacht hatte und in einer Stadt, wo ich Badearzt sein konnte. Die Wurzeln der Kindheit waren aufgefrischt“, blickt er zurück. Im Jahr 1999 übernahm er den Kneipp-Verein Bad Nauheim/Friedberg mit 198 Mitgliedern. „Ich bin nun im 17. Jahr Vorsitzender. Und wir haben die Mitgliederzahl auf 1016 erhöhen können“, ist er zufrieden.

Die fünf Säulen der Kneipp-Therapie spiegeln sich in Bad Nauheim wieder, unter anderem im Gesundheitsgarten, für den der Verein zwischen 50 000 und 60 000 Euro gespendet hat. Der Mediziner hat sich am Tretbecken niedergelassen, beobachtet erfreut, was alles los ist: Kneipp-Mitglied Anna-Maria Harth kommt mit einer Gießkanne, um die Kräuterbeete zu benetzen, Besucher nahen zum Wassertreten, eine Joggerin dreht Runden.

Dickes Brett Therme

Seit 2011 ist Bad Nauheim Kneipp-Kurort, seit vorigem Jahr Kneipp-Premium-Class-Kurort – als einer von zehn Standorten in Deutschland. Er habe dazu dicke Bretter bohren müssen, stellt Ehnert fest, denn die Bedeutung des Kneipp-Gedankens für die Stadt sei oft nicht richtig Ernst genommen worden. „Das dickste Brett liegt immer noch vor uns, das ist die Therme.“ Er sei froh, dass mit 2020 ein Termin zur Wiedereröffnung des Bades genannt ist, das Ende 2015 geschlossen wurde. „Wenn das Thermalbad steht und wir unser Konzept Kneipp und Sole zusammengeführt haben, können wir 2021 Kneipp-Heilbad werden. Das ist der 200. Geburtstag von Kneipp.“

Für ideal hielte er die Kombination mit einem Kneipp-Wellness-Hotel im ehemaligen Balneologischen Institut am Rande des Sprudelhofs, dazu Kneipp-Anwendungen im Badehaus 2. Beides mit Wandelgängen, die zum Thermalbad führen.

Doch er befürchtet mangelnde Einsicht der Politik und eine „Schmalspurlösung“. Geprüft wird die Anbindung an den Sprudelhof derzeit. Die neue Koalition von FW/UWG und CDU will das Ergebnis Ende September verkünden (die FNP berichtete).

Planung noch offen

Der Kneipp-Verein Bad Vilbel hat knapp 900 Mitglieder. Er begeht 2017 sein 50-jähriges Bestehen. „Wir werden etwas größer feiern“, so Sport- und Pressewartin Linda Pfeiffer. 2015 habe der Verein viele Kursausfälle gehabt, weil die Hallen als Notunterkünfte verwendet worden seien. „Ein Programmheft für 2016 konnten wir daher nicht schreiben, denn wir wussten nicht, wo die Kurse stattfinden.“

Deshalb stehe auch die Planung für das Jubiläum nächstes Jahr noch nicht. Nach dem Tretbeckenfest, das wie üblich an der Tretbeckenanlage zwischen dem Hallenbad und dem Freibad begangen wird, wollen sich die Verantwortlichen aber dransetzen. „Im Sommer werden wir wieder ein Programmheft erstellen. Die Stadt hat neue Räume mit uns gesucht und wir konnten mit anderen Vereinen zusammenrutschen.“

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