Volleyball

„Tulpen“ wollen sich das Zittern dieses Mal ersparen

Viele Abgänge erfordern zahlreiche Verstärkungen. So geschehen bei den Bad Vilbeler Tulpen – die bereits in voller Blüte stehen, wie der Hessenpokalauftritt belegt.

Die Volleyball-Damen des SSC Bad Vilbel gehen mit dem zahlenmäßig schlanksten, dafür aber auch körperlich längsten Tulpenkader in die neue Saison der 3. Liga Süd. Die Spielklasse wurde durch den Aufstieg dreier Teams in die 2. Bundesliga kräftig durcheinander gemischt. Es gibt mit dem neu formierten Team der TG Bad Soden einen Zweitligaabsteiger, darauf folgend die „alten Hasen“ Villingen, Karlsruhe-Beiertheim, Sinsheim, Lebach, BSP Stuttgart und Bad Vilbel sowie mit Gonsenheim, Freisen, TSV Stuttgart und Umkirch gleich vier Aufsteiger aus der Regionalliga.

„Die Stärke der Liga ist schwer einzuschätzen“, sagt Bad Vilbels Trainer Christoph Haase, „bei vier Aufsteigern und einem neu formierten, jungen Team aus Bad Soden sollte man von einer insgesamt schwächeren Liga ausgehen – aber gerade die mit Euphorie an den Start gehenden Aufsteiger sind mit Vorsicht zu genießen und sicherlich heiß darauf, in ihrer ersten Saison erfolgreich abzuschneiden.“ Ein Platz im Mittelfeld ohne „Entscheidungsspiel“ am Saisonende – wie 2017/18 passiert – ist erklärtes Ziel.

Der Kader der Tulpen ist fast vollständig neu zusammengestellt worden. Durch die Abgänge von Franziska Koob (zur TG Bad Soden), Nicole Wolf (Karriereende), Maike Wendling (TV Bommersheim), Katrin Hultsch (TV Bommersheim), Rebekka Engelke (Karriereende) und Ornela Pezer musste der SSC auf die Suche nach zahlreichen Neuzugängen gehen. Christina Jadatz (bisher Damen II), Elena Jass (ehemals 2. Bundesliga in Bad Soden), Steffi Freund (Hanau/Regionalliga) und Rückkehrerin Vanessa Koch bilden nun den Mittelblock.

„Wir haben uns körperlich nochmal verlängert im Mittelblock und arbeiten intensiv am Zusammenspiel des Doppelblocks und des schnellen Mittelangriffs mit unseren Zuspielern. Dabei“, so Haase, „trug die Arbeit im erfolgreichen Pokalspiel gegen Bad Soden schon die ersten Früchte.“

Auf der Liberoposition gab es einen Positionswechsel – Jacqueline Pfeiffer wechselte von der Diagonalen auf die Liberoposition – „wir werden, wie es derzeit aussieht, nur mit einem Libero antreten, obwohl die neuen Spielregularien der Dritten Liga nun sogar zwölf Spielerinnen plus zwei Liberos auf dem Spielberichtsbogen vorsehen.“ Der SSC-Coach ist überzeugt: „Jacqueline ist die neue Position wie auf den Leib geschneidert. Wir sollten im neuen Annahmeriegel mit ihr, Jeannette Pfeiffer, Amelie Krimphoff und Catherine Thornton mindestens genauso stark aufgestellt sein wie in der letzten Saison.“

Auch auf der Diagonalen gab es einen internen Wechsel – Anna Laschewski, nun auch erstmals Teamkapitänin, wechselt zu Jacqueline Garski auf die Position und Neuzugang Amelie Krimphoff übernimmt die Außenposition. „Dort sind wir noch zahlenmäßig schwach aufgestellt, da alle drei Außen job- oder studiumsbedingt ab und zu fehlen werden. Wir schauen derzeit noch im Frankfurter Raum nach einer Verstärkung. Spielerinnen zum Probetraining sind also gerne willkommen“, sagt Haase.

Im Zuspiel setzt das Team auf Julia Schwarzlose und Franziska Wilhelm, genauso wie Amelie Krimphoff, ein Zugang aus Mainz-Bretzenheim (letztjähriger Drittligagegner). „Franzi hat sich schon super ins Team eingefunden und ist nicht mehr wegzudenken. Sie wurde auf Anhieb auch zur Co-Kapitänin gewählt. Ein gutes Zeichen.“

Dennoch verlief die Vorbereitung der Tulpen holprig. Aus unterschiedlichsten Gründen konnte man noch keine Trainingseinheit in voller Besetzung absolvieren. Amelie Krimphoff stößt erst am 17. September wieder zum Team und Christina Jadatz erst Ende des Monats. „Sicherlich eine Schwächung, aber wir haben den Vorteil, dass wir“, so Haase, „mit kleinerem Kader intensiver und individueller feilen können und die Spielerinnen mehr Spielzeit bekommen. Ich denke, dass wir bis zum ersten Spiel in Beiertheim am 22. September noch einiges im Training abarbeiten müssen, dann aber gut für die Saison aufgestellt sein werden – und vielleicht ja schon am ersten Spieltag einen Punkt mitbringen.“ gg

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