40-jähriges Bestehen

Verein „Alte Massemer“ feiern Geburtstag

Seit 40 Jahren treffen sich regelmäßig die „Alten Massemer“. Wie ein Klassentreffen für eine ganze Generation sollen die Treffen sein, und auch nur eingefleischte Massenheimer sind eingeladen. Am kommenden Sonntag will die Gemeinschaft 40-jähriges Bestehen feiern, die seit zwei Jahren unter neuer Leitung von zwei Ehepaaren steht.

Alte Unterlagen vom ersten Treffen der „Alten Massemer“ hat Brigitte Kiessl ausgegraben. Darin sind nicht nur die anwesenden Mitglieder beim ersten Treffen verzeichnet, auch Protokolle – noch handschriftlich erstellt – sind vorhanden. Es sei die Idee von Gretel Mohr, dass sich am 15. Oktober 1977 insgesamt 13 ältere Massenheimer Bürger in der Gaststätte ,Weyland’ eingefunden hätten, sagt Kiessl.

Sie, ihr Mann Helmut sowie Elisabeth und Winfried Bockhoff haben die Leitung der Gemeinschaft, die sich mittlerweile „Alte Massemer 60 plus“ nennt, vor zwei Jahren übernommen. Am morgigen Sonntag wird das 40-jährige Bestehen gefeiert.

Wer sich der Gemeinschaft anschließen durfte, war streng geregelt. „Eingeladen wurden damals nur die alten Massenheimer, die bereits in Massenheim geboren waren, in die Dorfschule gegangen sind und außerdem über 60 Jahre alt waren“, erläutert Kiessl.

„Im heutigen Heimatmuseum an der Kirche waren damals drei Klassen der Dorfschule untergebracht“, erinnert sich ihr Mann Helmut. Er selbst sei dort noch zur Schule gegangen. In der Homburger Straße seien es noch einmal fünf Klassen gewesen, sagt der Massenheimer. „Die Gemeinschaft der Alten Massemer wurde vermutlich gegründet, um etwas kulturelle Abwechslung zu bekommen“, sagt Helmut Kiessl. Außerdem habe sich die alte Generation so regelmäßig treffen und gesellig beisammen sein können. „Man kann es sich vielleicht wie ein Klassentreffen vorstellen, nur, dass alle eingeladen sind, die die Kriterien erfüllen“, so Kiessl.

Diese Regeln wurden im Jahre 1990 allerdings gelockert, denn erstmalig wurden auch die über 60-jährigen Massenheimer eingeladen, die nach dem Zweiten Weltkrieg ihre Heimat verlassen mussten und nach der Vertreibung zu diesem Zeitpunkt bereits seit mehreren Jahrzehnten in dem Bad Vilbeler Ortsteil lebten. „Das ist sogar extra im Protokoll von damals vermerkt“, sagt Kiessl, während sie in den alten Aufzeichnungen blättert. „Für uns war eine Erneuerung und Auflockerung dieser Regeln wichtig, deshalb können nun alle Massenheimer zu den Treffen kommen, die über 60

Jahre alt sind und seit 30 Jahren hier leben“, erklärt Brigitte Kiessl. „Es ist schön, all die Leute wiederzusehen, mit denen man hier aufgewachsen ist“, schwärmt ihr Mann von den regelmäßigen Treffen.

„Es wird viel von früher gesprochen bei unseren Treffen, und alte Geschichten werden ausgetauscht“, sagt er. Man spreche gerne im Dialekt und sehe sich gemeinsam Fotos älteren Datums an.

Er selbst kann sich gut an seine Jugend im damals noch eigenständigen Massenheim erinnern: „Meine Eltern sind 1948 als Flüchtlinge nach Massenheim gekommen“, berichtet er. Im heutigen Heimatmuseum sei er zur Schule gegangen, oben im zweiten Stock habe der Massenheimer Bürgermeister gesessen. Massenheim gehört erst seit 1972 zu Bad Vilbel.

Am morgigen Sonntag will die Gemeinschaft Geburtstag feiern, etwa 60 bis 70 Personen werden erwartet. Diese kommen regelmäßig zu den Treffen, die schon seit 1977 zwei Mal im Jahr stattfinden. „Wir haben das Treffen am Sonntag aber nicht als Jubiläumstreffen ausgeschrieben, auch wenn wir natürlich auf die vergangenen 40 Jahre im Besonderen eingehen wollen“, kündigt Brigitte Kiessl an.

Wie bei den Treffen zuvor soll Historisches mit Modernem verbunden werden, auch gibt Musik von den lokalen Künstlern Guido Faludi und Ludwig Bergsträsser. „Uns freut es einfach, dass wir diese

Tradition fortsetzen

können und dass es von den Massenheimern so gut angenommen wird“, sagt Brigitte Kiessl.

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