Acht Tonnen Unrat gesammelt

Verein lädt zum Frühjahrsputz

  • VonDieter Deul
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Das hat sich gelohnt! Knapp acht Tonnen Müll haben 50 fleißige Helfer aus der Massenheimer Gemarkung geholt, davon die Hälfte Kinder. Letztmals hat der Verein „Wir Massemer“ das organisiert, künftig soll der Ortsbeirat die Aktion betreuen.

„Ich finde das echt blöd, dass die Leute so viel Müll wegwerfen“, sagt Jonna-Marie (10). Deswegen schwärmt sie an diesem Morgen mit knapp 50 weiteren Helfern vom Massenheimer Sportplatz aus, um die Gemarkung von achtlos Weggeworfenem zu befreien. Auch Kleinmüll will sie aufheben, „damit sich keine Tiere daran verschlucken können“.

Bei der Aktion macht sie schon zum vierten Mal mit – in der blauen Uniform der Kinder- und Jugendfeuerwehr, die mit zwölf Helfern die größte, aber leider auch wieder einzige Kindergruppe ist – obwohl auch die Kitas zum Mitmachen aufgefordert waren. Auch Zoe (9) ist im blauen Feuerwehranzug unterwegs, „weil für mich wichtig ist, dass die Welt sauber bleibt.“ Auch in Massenheim gebe es noch viel Unordnung.

Kette als Baumschmuck

Aber es ist schon besser geworden, erzählt der grüne Ortsbeirat Peter Paul. Er hat sich schon am Vortag auf die Suche entlang des Erlenbachs begeben und bereits zwei Autoreifen aus dem Fluss gefischt. In den Sträuchern am Ufer sieht er plötzlich eine alte Fahrradkette hängen.

Doch solche Funde sind diesmal die Ausnahme. Ein Grund dafür ist das fehlende Hochwasser im Erlenbach, das sonst zu dieser Jahreszeit allerlei Treibgut vom Oberlauf des Erlenbachs anschwemmt. Dennoch gibt es kuriose Funde, eine Schubkarre zum Beispiel. Später findet Paul noch eine zweite „die ist sogar noch gut erhalten.“ Als Pauls Freundin Martina gerade eine Eisenstange entdeckt, ertönt es zufällig: „Alteisen!“. Auch die Metallsammler drehen mit ihrem alten Laster regelmäßig ihre Runden durch den Stadtteil. Doch meist sind es Kleinteile, welche an diesem Vormittag die Müllsäcke der Helfer füllen. Flaschen, Zigarettenschachteln. In der Nähe des Schützenhauses haben Jugendliche ein regelrechtes Pflandflaschendepot mit 15 Bierflaschen hinterlassen. „So eine Aktion muss man einmal im Jahr machen“, ist er sich sicher.

Auf Landesebene wird der Frühjahrsputz in diesem Jahr nicht unterstützt. Die Initiative „Sauberhaftes Hessen“ hat den Kommunen eine Entscheidung nur freigestellt, weil im März die Brut- und Setzzeit beginnt. Für den Ökologen Peter Paul ist das kein Argument. Die Vegetation entwickle sich nach dem langen Winter diesmal erst spät.

In Karben und Bad Nauheim haben die Magistrate zum Müllsammeln aufgerufen. In Bad Vilbel habe es das nur einmal vor Jahren gegeben, erinnert sich Horst Tryba, der Vorsitzende von „Wir Massemer“. Sein Verein organisiert „Massem räumt auf“ seit über 20 Jahren, doch aus Altersgründen sollen jetzt andere die Aufgabe übernehmen: der Massenheimer Ortsbeirat. Ortsvorsteherin Irene Utter (CDU) sowie ihr Mann und Ortsbeirat Tobias Utter packen bereits mit an.

Ölfass und Polen-Ausweis

Nach zwei Stunden ist die Sammlung schon vorbei. Im Fußballer-Vereinsheim stärken sich alle Helfer bei Würstchen und Apfelwein. Für die Kinder hat Ehrenortsvorsteher Jörg Schatz eine Urkunde parat. Draußen steht ein Container, der nach Trybas Schätzung mit acht Tonnen Abfall gefüllt ist, darunter auch ein leeres Ölfass und der Bordwand einer Ladepritsche.

Der meiste Müll kommt von den Auffahrten zur B 3. Sogar ein polnischer Ausweis wurde gefunden. Besonderen Dank hat Tryba für Daniela und Andreas Riese, Timo Miosga und Heiko Schneider parat, die Betreuer der Kinder- und Jugendfeuerwehr. „Das sind die Motoren“, sie motivierten die Kinder. Als größte Kindergruppe erhalten sie von den „Massemern“ 50 Euro.

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