Doppeldecker in Bad Vilbel

Viele finden den Berliner Bus dufte, wa

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Etwas verwundert die Augen gerieben haben dürften sich einige Bad Vilbeler, als gestern erstmals ein Doppeldecker-Linienbus in der Stadt aufkreuzte. Was bislang in Frankfurt probeweise gelaufen war, wird nun auch auf der Linie 30 Frankfurt–Bad Vilbel getestet.

Sogar etwas zu früh biegt der Doppeldecker-Bus auf den Bahnhofsplatz ein. Vormittags, gegen 11 Uhr, sind es nur wenige, die aus Richtung Frankfurt kommen und dort aussteigen. In der Vormittagszeit fährt die 30er-Linie nur den kurzen Weg zwischen der Friedberger Warte in Frankfurt und dem Bad Vilbeler Nordbahnhof.

„Gleich ist aber wieder richtig Betrieb“, weiß Busfahrer Ali Yasar. Dann geht es auch wieder über die volle Distanz, bis zum Hainer Weg in Sachsenhausen. Dafür allerdings mit Aussicht, viele nehmen im ersten Stock des Busses Platz. „Die Fahrgäste sind zum größten Teil begeistert“, berichtet Yasar. Vor allem die Kinder stürmten sofort nach oben, um die Aussicht zu genießen.

Probleme habe es durch die größere Höhe des Gefährts, ganz stilecht mit Werbung für eine Berliner Brauerei und mit Berliner Kennzeichen, nicht gegeben. „Das klappt alles ganz reibungslos“, sagt Yasar.

Bis Samstag wird der Bus auf der Linie 30 unterwegs sein. Mit diesem zweiten Test will die Frankfurter Nahverkehrsgesellschaft TraffiQ in Erfahrung bringen, ob ein Doppeldecker bei Fahrzeit und Dauer des Aufenthalts an den Haltestellen mit einem Gelenkbus mithalten kann – oder ob es durch die Doppelstöckigkeit Verzögerungen gibt.

Bereits kurz vor Weihnachten hatte das Unternehmen einen Doppeldecker auf der Linie 34 eingesetzt, um die Akzeptanz zu testen. Von fast 400 befragten Fahrgästen fanden zwischen 87 (im Bus unten) und 95 Prozent (oben) den Einsatz eher gut. Nur elf der 399 Befragten Personen waren dagegen.

Der Frankfurter Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne) dazu: „Die Botschaft der Fahrgäste ist eindeutig. Der Einsatz von Doppeldecker-Linienbussen würde auf ihre breite Zustimmung stoßen.“

Auch in Bad Vilbel gibt es Freude: „Wir freuen uns, dass Bad Vilbel Teil der zweiten Teststrecke ist. Der Reiz des Besonderen steckt in den Doppeldeckerbussen. Auch die direkte Busverbindung von Bad Vilbel nach Frankfurt ist etwas sehr Besonderes“, findet Erster Stadtrat Jörg Frank (CDU).

Der 2009 gebaute Doppeldecker ist der modernste im Berliner Linieneinsatz. Er wird bis Freitag von 5.32 bis 21.12 Uhr und am Samstag von 4.52 bis 13.19 Uhr auf der Linie verkehren. Mitarbeiter begleiten die Fahrten, um die Aufenthaltszeiten mit Stoppuhren zu ermitteln.

Nächste Woche werden sie die Vergleichszeiten in einem Gelenkbus erheben. Das Platzangebot in beiden Bustypen ist ungefähr gleich, doch versprechen sich die Planer einen Attraktivitätsgewinn. Heute nutzen an einem Werktag etwa 12 000 Fahrgäste die Linie 30.

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