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Haben nicht nur den gleichen Job, sondern wohnen auch zusammen (von links): Laura Brechmann, Daria Semenova, Swantje Nokel und Stefanie Roschek.

Burgfestspiele

Die vier Regieassistentinnen aus dem Gästehaus

Vier junge Frauen, die den gleiche Job als Regieassistentin haben. Das passt so gut zusammen, dass das Quartett bei den Burgfestspielen auch zusammen wohnt. Wie das funktioniert, erzählen Daria Semenova, Laura Brechmann, Stefanie Roschek und Swantje Nokel.

„Es war faszinierend, wie gut es bei uns läuft“, erzählt Swantje Nokel. Vor der Wasserburg steht die 22-Jährige mit Daria Semenova (20), Laura Brechmann und Stefanie Roschek (beide 27). Die Regieassistentinnen nutzen eine Pause, um dieser Zeitung von ihrer Wohngemeinschaft im nahe gelegenen Gästehaus der Burgfestspiele zu erzählen.

Organisiert hat das Zusammenleben die Wohnungsvermittlung der Burgfestspiele: Denn Jahr für Jahr bringt sie Schauspieler, Ausstatter, Regisseure und andere Beteiligte unter. Manch einen sogar für vier Monate, denn so lange dauert die Festspielzeit. Auch Daria, Laura, Steffi und Swantje sind länger in Bad Vilbel. Alle vier kommen aus anderen Städten: Daria aus Dortmund, Laura aus Bochum, Swantje aus Hamburg und Steffi aus Berlin.

Das Wohnen sei eine Schwierigkeit in dem freiberuflichen Leben von Theatermenschen, erzählt Laura. Denn nicht überall werde eine Wohnung gestellt wie in Bad Vilbel. „Man muss sehr flexibel sein“, sagt sie. Auf welche Mitbewohnerinnen die jungen Frauen in der Quellenstadt treffen, wussten sie vorher allerdings nicht. „Das fand ich lustig. Denn wenn man sonst ein WG-Zimmer sucht, überlegt man vorher sehr lange, ob es zusammenpasst“, erzählt Swantje.

In dem Gästehaus wohnen noch mehr Personen: Die technische Leiterin der Burgfestspiele lebt ebenfalls dort, so wie Schauspieler, Maskenbildner und Regisseure in weiteren Wohngemeinschaften. Es gibt aber noch andere Unterbringungsformen: Stefanie hatte letztes Jahr ein Privatzimmer.

Ideal seien die ähnlichen Arbeitszeiten und gleichen Interessen. „Es ist schön, wenn man ein Problem oder eine Frage hat und sich über das Thema austauschen kann“, schildern die Regieassistentinnen. Die Wohnung beschreiben sie als sehr geräumig, möbliert, hell und modern. „Mit zwei Bädern und einer großen Wohnküche. Es gibt eine Spülmaschine und einen Raum für die Wäsche mit Waschmaschine und Trockner.“

Und das sei sehr wichtig, sagt Swantje. „Dass es Wohnungen sind, in denen man sich wohl fühlt.“ Man kann es sich gemütlich machen, ergänzt Steffi. „Dass es geräumig ist, ist wichtig, denn es kann auch eng werden“, sagt Laura. So aber könnten sie sich auch mal zurückziehen.

Die Nähe zur Burg habe Vor- und Nachteile, wie die jungen Frauen erzählen. Einerseits sei das gut, weil sie abends nicht mehr mit der Bahn fahren müssen. „Es ist praktisch. Aber man muss im Kopf Feierabend machen können“, sagen sie. Irgendwie sei das ganze Haus eine einzige WG: Gruppenzwang gebe es aber nicht. „Jeder weiß ja, wie anstrengend die Arbeit ist. Und hat Verständnis, wenn man sagt ,Jetzt bitte nicht‘“, erklärt Daria.

Oft treffen sich die Bewohner des Hauses unter dem nahen Ginkgobaum. „Der ist ein zentraler Ort geworden.“ Häufig haben die vier allerdings zu unterschiedlichen Zeiten frei, denn jede betreut ein anderes Stück. Laura ist Regieassistentin bei „Außer Kontrolle“, hat zudem als Abendspielleiterin die „Nibelungen“ und einige Aufführungen von „Honig im Kopf“ übernommen, Letzteres zusammen mit Andreina Conti.

Daria ist Regieassistentin von „Ein Käfig voller Narren“ und hat als Spielleiterin „Maria, ihm schmeckt’s nicht“ übernommen. Stefanie ist Regieassistentin bei „Peter Pan“ und Spielleiterin von „Pippi Langstrumpf“. Und Swantje ist Regieassistentin und Abendspielleiterin vom „Tagebuch der Anne Frank, bei „Gott des Gemetzels“ und „Ziemlich beste Freunde“.

Die Arbeit einer Regieassistentin ist vielfältig: „Wir sind in erster Linie Organisatorinnen und Vermittlung zwischen allen Gewerken. Wir sind Ansprechpartnerinnen für alle“, erklärt Swantje. Dafür sorgen, dass alle Akteure zu ihren Proben kommen. Das Regiebuch führen. Mit darauf achten, dass das Bühnenbild richtig steht. Aufpassen, dass alle Requisiten am richtigen Platz liegen. Leseproben leiten, wenn ein Stück wiederaufgenommen wird.

Kummerkasten sein

. Und: vor der Premiere Ruhe ausstrahlen – auch wenn man selber aufgeregt ist.

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