3000 Schulen beteiligen sich an Bewegungsprojekt

Vierfache Geschwindigkeit bei Speed4

  • vonDieter Deul
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1200 Grundschüler aus Bad Vilbel und Umgebung gehen bei dem Laufwettbewerb Speed4 an den Start. Dabei muss ein per Computer kontrollierter Parcours umrundet werden. Am Wochenende gibt es das große Finale. Und die teilnehmerstärkste Schule erhält eine Geldspende.

Dominic (9) findet den Parcours in der Turnhalle der Ernst-Reuter-Schule (ERS) gut. Drei Reihen von Pylonen markieren die Strecke. Am Ende steht eine Ampel, die an zwei Seiten leuchtet und so die Laufrichtung vorgibt. Lichtschranken messen die Geschwindigkeit auf die Zehntelsekunde. „Da kann man sich im Training messen“, findet Dominic, der das Sprinten auch im Fußballverein FV Bad Vilbel gut gebrauchen kann.

Für die 16-Meter-Strecke hat er 5,77 Sekunden gebraucht – ein starkes Ergebnis. Auch Mitschüler Leon (8) aus der 3c kennt Speed4 bereits aus dem vergangenen Jahr – „da kann man zeigen, was man kann.“ Wie begeistert die Schüler bei der Sache sind, merkt man schon bei der Vorbereitung. Die Testläufer werden kräftig angefeuert. Aber auch die Aktion selbst hält Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU) bei seinem Besuch für eine „ganz tolle Idee“. Er bekennt: „Gegen Euch hätte ich keine Chance“, worauf ihn ein Mädchen ermutigte: „Ich geh’ langsam“. Janina Schmidt, die Klassenlehrerin der 3c, findet die sportliche Aktion passt zu ihren 23 Schülern: „Das sind Power-Kids, die können hier richtig Gas geben. Auch das Finale, das am Samstag, 19. September ab 10 Uhr, im Massenheimer Autohaus Fischer-Schädler stattfindet, sei reizvoll – „eine große Veranstaltung extra für sie.“ Und vielleicht schafft es ja auch einer ihrer Schüler ins Hessen-Finale am 10. Oktober im Skyline Plaza.

Kinder nicht mehr fit

In Bad Vilbel gibt es das 2010 gestartete Bewegungsprojekt Speed4 im dritten Jahr, die Veranstaltung wird als „Eine der größten Bewegungsinitiativen Deutschlands für Grundschulkinder“ beworben. Im vergangenen Jahr beteiligten sich in Deutschland 500 000 Grundschüler aus 3 000 Schulen in 340 Städten daran. Ein Aspekt dabei ist Gesundheitsförderung. Denn die Kinderwelt sei keine Bewegungswelt mehr, so die Veranstalter.

Nur noch 21 Prozent der Kinder erreichten nach den Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation das Mindestmaß an körperlicher Aktivität. 15 Prozent der Kinder in Deutschland seien übergewichtig. Der Name Speed4, vierfache Geschwindigkeit, bezeichnet die vier gemessenen Teilstrecken: die Reaktion am Start, sechs Meter Sprintstrecke, drei Meter Wendestrecke und sechs Meter Slalom.

Viele kleine Sieger

Bei dem Wettbewerb ziehen aber auch Gewinne. Für jeden Bon mit gemessenen Zeiten gibt es gesponserte Geschenke. Am Samstag winken Pokale, Medaillen und Urkunden. Aber alle Teilnehmer seien „kleine Sieger“, meint Mirjam Fischer-Quaiser, Chefin beim Finale-Gastgeber Fischer-Schädler. Als Schule mit den meisten Teilnehmern hatte die ERS 2014 650 Euro für Schulhofgeräte gespendet bekommen, die zweitplatzierte Saalburgschule eine Lesung. Auch ein kleines Kinderfest wird um den Wettbewerb aufgebaut: mit Hüpfburg, Glitzer-Tattoos, Crêpes-Stand und Tombola.

Zurück geht der Wettbewerb auf Wolfgang Alexander Paes, der sich als Tennis-Trainer dafür einsetzte, Kinder sportlich zu motivieren, Weitere Infos unter

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