Fastnacht in Bad Vilbel

Vilbel in der Hand der Narren

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In Bad Vilbel ist die Zeit der Narren gekommen: Bei der Rathausstürmung und dem Umzug durch die Straßen der Quellenstadt ging es hoch her.

„Bad Vilbel, helau!“-Rufe, schallten am Samstagnachmittag durch die Innenstadt. Bei strahlendem Sonnenschein zogen die Narren wie in jedem Jahr durch die Straßen, um mit ihrem Treiben Gott Jokus zu huldigen und die Bürger zu erfreuen. Die standen vor allem in der Frankfurter Straße unterhalb des Biwer-Kreisels, in Höhe des Nidda-Platzes und am Alten Rathaus. Winkend, rufend, singend und musizierend versprühten junge und erfahrene Narren gute Laune.

Das feiernde und teils fantasievoll kostümierte Volk honorierte die Vorstellung mit Applaus und „Vilbel, Helau-Rufen“. Die Narren bedankten sich für die Zustimmung mit einem Regen aus Bonbons, Süßigkeiten und Konfetti, worüber sich vor allem die Kinder freuten. Angeführt wurde der 27 Nummern lange Zug von den Fidelen Sandhasen. Die hatten für alle sichtbar das Motto der Kampagne in großen Lettern auf ein Transparent geschrieben, um es an der Spitze des Umzuges durch die Straßen zu fahren.

Mit Trommelwirbel und Musik machten die 18 „Stallkrawaller“ der Fidelen Sandhasen mit Schlag- und Blasinstrumenten unter Leitung ihrer Trainerin Blasinstrumente Tanja Tahmassebi-Hack und ihrem Trainer Blasinstrumente Ralf Zimmermann in grünen Fantasiekostümen mit Masken auf sich aufmerksam. Die Sandhasen stellten allein zwölf Nummern des Zuges. In ihren weiß-roten Uniformen unterwegs waren zu Fuß und im Auto freundlich lächelnd und grüßend die elf Tänzerinnen des Gardecorps unter Leitung von Nathalie Schad und Silke Kornauer. Ihnen folgten der Vereinsnachwuchs in Gestalt der Stoppelhopser, Bunny- und Purzelgarde.

Verstärkt wurde der närrische Nachwuchs durch die Big-Bobbes-Mama-Wackler, die Beerenauslese, den als bunte Legosteine verkleideten Narren des Sandhasen-Fanclubs und dem Kinderprinzenpaar Prinz Jeremy I. und Prinzessin Janja I.

Die Mitglieder des Elferrates liefen neben ihrem mit einer Narrenkappe geschmückten Wagen her. Ihrem Ärger über gesetzliche Auflagen, die sie zum Fußmarsch verdonnerten, machten sie mit dem Schild „Der TÜV hat uns geschieden“ Luft. Dagegen ließ sich Quellenkönigin Frida I. im offenen Cabrio vom Stadtmarketingverein fahren. Auf Schusters Rappen unterwegs waren die Komittemitglieder des SC Dortelweil, Vilbeler Handwerker, die Betreuungsschule Fips, die Krabbelstube „3 Minus“, die Bodentrampler aus Nieder-Erlenbach, die Schoten, der Turnverein Bad Vilbel, Fangruppen und Musiker der Stadtkapelle. Abgerundet wurde das Spektakel mit Fahrzeugen des örtlichen Handwerkervereins, eines Autohauses, des DRK und des Kanonenwagens. Die Konfettikanone kam vor allem beim Rathaussturm zum Einsatz. Empfangen wurden die Narren und ihr Gefolge vor dem Rathaus von Bürgermeister und „Gourmetkoch“ Thomas Stöhr (CDU) mit „Oh, je, was ist das für ein Krach? Da wird ja das Gemüse wach. Und überhaupt, lasst mich in Ruh. Der Laden hier ist heute zu“. Margot Hilling, Ehrenpräsidentin und Vorsitzende der Fidelen Sandhasen, bot dem Bürgermeister Paroli: „Herr Stöhr, es ist Narrenzeit, kein Mensch will Ruhe weit und breit. Wir wollen feiern, singen, tanzen und nicht mit Essen füllen unseren Ranzen. Wir besetzen heut ihr Haus.“

Alle Angebote des Gourmet-Kochs auf ein leckeres 5-Gänge Menü schlug das Gardecorps aus. Auch das Gejammer „Bleibt mir bloß weg mit der Kanon, die Sauerei, die kenn ich schon“, nützte dem Stadtoberhaupt nichts. Die Narren hissten ihre Fahne, schossen mehrere Salven Konfetti in die Luft und machten höllisch Krawall.

Trotz heftiger Gegenwehr nahmen die Gardemädchen den

Bürgermeister gefangen

, legten ihn in Ketten, erbeuteten mit dem goldenen Stadtschlüssel bis Aschermittwoch das Symbol der Macht und führten ihren Gefangenen stolz am Kurhaus vorbei über den Nidda-Platz hin zum „Hasenstall“ – dem Vereinsheim auf dem Gelände der Bad Vilbeler Stadtschule.

Hier versuchte es der Gourmet-Koch erneut mehrfach vergeblich, die Narren mit seinen Kochkünsten wie „falsche Hasen“ oder „Braten mit jungen Schoten“ zu überlisten. Margot Hilling be-lehrte ihn: „Wir Narren sind so gestrickt, nur der Frohsinn uns beglückt. Wir kochen mit guter Laune und guter Musik und dieses Gericht ist gut gewürzt mit dem Wörtchen Helau.“

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